Sportlicher Leiter : Hansa ist zu groß für die 3. Liga

Der neue Hansa-Manager Markus Thiele freut sich auf seine neue Arbeit beim „größten Drittligisten von der Struktur her und dem gesamten Drumherum. Das hat mich gereizt, und nach jahrelanger Arbeit in einem kleinen Verein möchte auch ich den nächsten Schritt machen.“
Der neue Hansa-Manager Markus Thiele freut sich auf seine neue Arbeit beim „größten Drittligisten von der Struktur her und dem gesamten Drumherum. Das hat mich gereizt, und nach jahrelanger Arbeit in einem kleinen Verein möchte auch ich den nächsten Schritt machen.“

Markus Thiele, neuer Sportlicher Leiter des Rostocker Fußball-Drittligisten, sieht sich als Teamplayer und „will alle ein Stückweit mitnehmen“

nnn.de von
19. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Diese Premiere ist Markus Thiele gründlich missglückt. In seinem ersten Spiel als Sportlicher Leiter des FC Hansa verloren die Rostocker mit 0:3 gegen Lotte. Dennoch will der 35-Jährige weiter auf der Bank des Fußball-Drittligisten Platz nehmen und nicht auf die Tribüne ausweichen. „Ich werde immer auf der Bank sitzen“, sagt Thiele, der einen engen Kontakt zur Profi-Truppe pflegen will: „Ich versuche schon sehr nah an der Mannschaft dran zu sein, weil es unser Produkt ist, welches wir nach außen darstellen und das wir verkaufen müssen. Ich möchte ein Gespür für die Mannschaft haben, wissen, wie sie tickt. Da liege ich mit Trainer Pavel Dotchev, mit dem ich ein sehr langes und intensives Gespräch hatte, auf einer Wellenlänge.“

Der neue starke Mann im sportlichen Bereich der Kogge sieht sich als Teamplayer. „Mein Ziel ist es, alle ein Stückweit mitzunehmen, um unser Ziel gemeinsam zu erreichen. Ich schaffe es nicht alleine, ein Trainer schafft es nicht alleine und die Mannschaft schafft es auch nicht alleine. Es müssen alle an einem Strang ziehen. Das fängt in der Geschäftsstelle an, geht im Team um das Team weiter und endet dann mit dem Team auf dem Platz. Nur wenn wir das als Verein vorleben, spürt es auch die Mannschaft. Es ist jeder von jedem ein bisschen abhängig. Die Mannschaft kann ohne den Verein nicht existieren. Denn jeder, der auf der Geschäftsstelle dafür arbeitet, dass ein Spiel am Wochenende stattfindet, ist genauso verantwortlich für eine positive Entwicklung wie der Spieler auf dem Feld, der die entscheidenden Bälle spielt oder Tore schießt“, sagt Markus Thiele.

 

Mit dem ambitionierten Ziel des Clubs, spätestens in der kommenden Saison den Zweitliga-Aufstieg anzugehen, hat der ehemalige Torwart (Thiele: „In der Oberliga habe ich eingesehen, dass es für weiter oben nicht reicht“) keinerlei Berührungsängste. „Wir brauchen kein Hehl daraus zu machen, dass Hansa Rostock für die 3. Liga zu groß ist. Wenn man eine saubere und vernünftige Arbeit macht und die Leute draußen spüren, dass man alles für das Ziel unternimmt, dann ist vielleicht der Druck nicht ganz so hoch. Wir sollten zeigen und dokumentieren, das Ziel auch erreichen zu wollen“, erklärt Markus Thiele, der morgen im Alpin-Ski-Urlaub in Österreich seinen 36. Geburtstag feiern wird: „Wir fahren schon seit Jahren vor Weihnachten ein paar Tage in den Ski-Urlaub. Heiligabend geht es früh zurück, da ist am wenigsten Verkehr.“

Dass er jetzt mitten in der Saison seine Zelte in Rostock aufstellt, ist seiner Meinung nach nicht hinderlich. „Für einen Sportlichen Leiter ist die Phase im November und Dezember der richtige Zeitpunkt, um anzufangen. Man hat Zeit, um die Mannschaft kennenzulernen und sie gemeinsam mit dem Trainer zu analysieren, so dass man die Weichen für die kommende Saison stellen kann. Wenn man im Mai oder Juni anfängt, wie oftmals Trainer und Spieler, dann ist der Transfermarkt schon ziemlich verlesen, und es ist schwer, irgendwelche Dinge in die Wege zu leiten“, sagt Markus Thiele.

Den FC Hansa sieht er bereits auf einem guten Weg. „Im Sommer wurde schon viel getan. Es gab einen großen Umbruch. Dabei wurde vieles richtig gemacht, sonst würde Hansa nicht auf Platz vier stehen. Ich habe gespürt, dass die Weichen in die richtige Richtung gestellt wurden, und gesehen, dass ich etwas bewegen kann“, so der Neu-Rostocker, der gemeinsam mit Coach Pavel Dotchev in der Winterpause jetzt an den kleinen Stellschrauben drehen will.

Ein offenes Geheimnis ist, dass die Ostseestädter Stürmer Pascal Breier vom Regionalliga-Team des Bundesligisten VfB Stuttgart verpflichten wollen. Pikant: Im Sommer wollte Thiele den Angreifer schon nach Aalen locken. Vielleicht hat der Manager im zweiten Anlauf mehr Erfolg.

„Das Gesamtkonstrukt muss passen. Wir brauchen hungrige Spieler, die sich mit dem Verein weiterentwickeln und seinen Weg in die 2. Liga mitgehen wollen, ohne dass sie dabei die eigenen Interessen über die des Clubs stellen“, so Markus Thiele, der unter diesem Motto auch die Gespräche mit jenen Spielern führen will, deren Verträge auslaufen, wie zum Beispiel Bryan Henning oder Janis Blaswich (ausgeliehen von Borussia Mönchengladbach). „Wenn die Spieler von dem Projekt überzeugt sind, bleiben sie da. Und wenn sie es nicht sind, dann sind es auch die falschen“, stellt der Sportliche Leiter klar.

Einen Sonderfall stellt Publikumsliebling und Stürmer Marcel Ziemer dar, der aktuell an den Folgen eines Kreuzbandrisses und Menikusschadens laboriert. Anfang des Jahres wird er erneut operiert werden. Eine Rückkehr auf den Platz des 32-Jährigen, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, wird es in dieser Spielzeit aller Voraussicht nach nicht mehr geben.

„Ich habe lange mit seinem Berater telefoniert. Wir wollen die OP am 6. Januar abwarten. Wenn wir eine erste Prognose haben und wissen, wie der Zeithorizont ist, werden wir uns alle drei an den Tisch setzen und sämtliche Szenarien ergebnisoffen besprechen. So habe ich es Marcel auch am Sonnabend nach dem Spiel mitgeteilt.“
 

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