Chronologie

von
31. Mai 2010, 07:38 Uhr

Horst Köhler hat mehrfach mit Mahnungen an die Politik und kritischen Aussagen für Schlagzeilen gesorgt.

Wir dokumentieren seine sechsjährige Amtszeit:

23. Mai 2004
Die Bundesversammlung
wählt den Finanzfachmann zum Bundespräsidenten. Er tritt das Amt am 1. Juli an.

11. September 2004
Köhler stellt das Ziel gleicher Lebensverhältnisse überall in Deutschland infrage. Besonders ostdeutsche Politiker widersprechen heftig.

3. November 2004
Köhler vereitelt den Plan der rot-grünen Regierung von Bundeskanzler Schröder (SPD), den Tag der Deutschen Einheit als Feiertag abzuschaffen.

21. September 2006
In seiner ersten „Berliner Rede“ fordert der Präsident „Bildung für alle“ und mehr Geld dafür. Die jungen Leute mahnt er zu Anstrengungen und Respekt.

24. Oktober 2006
Köhler verweigert seine Unterschrift unter das Gesetz der großen Koalition zur Privatisierung der Flugsicherung. Im Dezember stoppt er auch das Verbraucherinformationsgesetz.

14. Mai 2008
Noch vor der Zuspitzung der Wirtschafts- und Konjunkturkrise in Deutschland kritisiert der Finanzfachmann, dass „sich die Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss“.

24. März 2009
In seiner vierten "Berliner Rede" prangert Köhler die Zügellosigkeit der Finanzmärkte an. Es brauche „einen starken Staat, der dem Markt Regeln setzt“.

23. Mai 2009
Der Präsident wird im ersten Wahlgang von der Bundesversammlung für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

23. Mai 2009
Unmittelbar nach der Wiederwahl setzt sich Köhler für eine Direktwahl des Bundespräsidenten ein und stößt auf breite Ablehnung.

18. Oktober 2009
Teile der Köhler-Rede zum 20. Jahrestag der Leipziger Montagsdemos müssen zurückgenommen werden. Er hatte gesagt: „Vor der Stadt standen Panzer, (...) und in der Leipziger Stadthalle wurden Blutplasma und Leichensäcke bereit gelegt.“ Die von einem Buchautor übernommenen Aussagen waren falsch.

29. März 2010
Der Präsident kritisiert die Arbeit der schwarz-gelben Koalition und fordert mehr Reformmut zur Entlastung der Mittelschicht: „Wir müssen weg von schuldengetriebenem Konsum. Davon wieder runter zu kommen, ist schwerer wie ein Drogenentzug.“Steuersenkungen seien ein „Vabanquespiel“.

14. Mai 2010
Köhler fordert die Politik auf, wichtige Entscheidungen nicht so häufig dem Bundesverfassungsgericht zu überlassen. Karlsruhe könne „die Aufgabe nicht abnehmen, selber politisch zu denken, zu streiten, zu entscheiden und zu handeln“, sagt der Präsident.

22. Mai 2010
In einem Interview stellt Köhler auf dem Rückflug aus Afghanistan den Einsatz der Bundeswehr in einen Zusammenhang mit Deutschlands Wirtschaftsinteressen. Später lässt er seine Äußerungen präzisieren.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen