Ein Angebot des medienhaus nord

Hansa Rostock 5000 Hansa-Fans gehen für ihren Verein auf die Straße

Von Josefine Rosse | 09.05.2012, 03:55 Uhr

Bereits zum zweiten Mal binnen einer Woche haben sich Fans des Fußballclubs Hansa Rostock gestern zusammengeschlossen, um friedlich, aber lautstark zu demonstrieren.

Mehr als 5000 Anhänger von Hansa Rostock sind während einer dreistündigen Demonstration vom Rathaus bis zur DKB-Arena marschiert.

Der Grund: Sie wollen ihren Verein retten, ihn am Leben erhalten. Allesamt forderten: „Sag Ja zum FCH!“ Damit meinen sie vor allem die Bürgerschaft, in deren Händen die Zukunft des Sportclubs liegt.

Kommenden Mittwoch wollen die Bürgerschaftsmitglieder darüber entscheiden, ob die Stadt einen finanziellen Rettungsschirm über Hansa spannt. Der Finanzausschuss hatte dem Rettungspaket am 24. April eine Abfuhr erteilt. Diese Empfehlung ist jedoch nicht bindend für die Bürgerschaft.

Um am Mittwoch eine positive Entscheidung zu bewirken, sind die Hansa-Fans für den Erhalt ihres Vereines auf die Straße gegangen. Sie wissen genau: Der wirtschaftlich angeschlagene Verein kann nur überleben, wenn die Bürgerschaft die finanzielle Unterstützung bewilligt. „Es ist nicht die Zeit für Wenn und Aber oder irgendwelche Alibis, es ist Zeit, mit dem Fußball nach vorn zu gehen“, so Torsten Völker, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des FC Hansa Rostock. „Unsere Herzen leuchten blau-weiß“, ergänzt er und traf damit den Nerv der vielen Demonstranten.

Der Zusammenhalt der Hansa-Anhänger geht über die Grenzen der Stadt hinaus. Seit Wochen veröffentlichen Fans im Internet Bilder, auf denen sie ihre Sympathie bekunden. Ob Soldaten in Kunduz oder Urlauber in Australien – sie alle sagen „Ja zu Hansa“. Sogar die Gästefans aus Fürth, forderten beim gestrigen Spiel gegen Hansa auf einem Plakat: „Es ist nicht nur ein Unternehmen, die Kogge darf nicht untergehen.“

Dennoch: Die letzte Entscheidung zum Thema Hansa fällt voraussichtlich am Mittwoch. Bürgerschaftsmitglied Dr. Sybille Bachmann (Rostocker Bund) spricht den Hansa-Anhängern Mut zu. Auf der gestrigen Demonstration ließ sie verlauten: „Ich vermute, dass sich eine knappe Mehrheit der Bürgerschaftsmitglieder für den Verein aussprechen wird.“