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Hansa Rostock Auf und Ab in der zweiten Reihe

Von Redaktion svz.de | 02.06.2015, 08:00 Uhr

Hansas Torwartcoach Stefan Karow und Co-Trainer Uwe Ehlers durchleben Saison der Extreme und fordern künftig mehr Kontinuität

Sie sind das Team hinter der Mannschaft: Hansas Assistenztrainer Uwe Ehlers und Torwartcoach Stefan Karow blicken auf ein überaus turbulentes Jahr zurück. Während beim Rostocker Drittligisten Trainer und Spieler wechselten und Saisonziele revidiert werden mussten, verrichtete das Duo in der zweiten Reihe kontinuierlich solide Arbeit.

„Wahrscheinlich haben wir in einer Saison alles durchlebt, was man im Profi-Fußball erleben kann. Letztlich haben wir den Klassenerhalt geschafft und den Landespokal geholt. Das war angesichts des Drucks, dem die Jungs bis zum Ende ausgesetzt waren, nicht selbstverständlich“, betont Karow.

Der 40-Jährige trat zu Saisonbeginn mit Chefcoach Peter Vollmann sein Amt bei den Hansestädtern an und war für das Training und die Ausbildung der Torhüter zuständig. Kein einfacher Job, schließlich wechselte Hansa 2014/15 mehrfach seine Keeper. „Erst war Jörg Hahnel die Nummer eins, dann erhielt ,Pommes’ (Johannes Brinkies – d. Red.) seine Chance. In der Rückrunde war Marcel Schuhen erste Wahl“, zählt Karow auf.

Was für die Torhüter galt, traf auch für viele Spieler und sogar den Cheftrainer zu. Nach der Beurlaubung von Vollmann übernahm Karsten Baumann im Winter die Regie. Hinzu kamen sieben Neuzugänge, die integriert werden mussten. Für Co-Trainer Uwe Ehlers kein Problem: „Wir haben versucht, als Team das Optimale herauszuholen. Und wenn der Erfolg zurückkehrt, macht die Arbeit doppelt Spaß“, sagt der Ex-Profi.

Dennoch litt der 40-Jährige, der nach außen stets ruhig und besonnen wirkt, bis zum Schluss mit der Mannschaft mit. „Als Trainer ist es schlimmer wie als Spieler. Man wird auf der Bank die Energie und Anspannung nicht los, leidet mit, kann aber nicht direkt eingreifen“, erklärt Ehlers, der seinen „Chef“ bei der gesamten Trainingsgestaltung sowie beim Scouting der Gegner und der Videoanalyse unterstützt.

Für Karow geht die Arbeit beim FC Hansa weit über die Profi-Abteilung hinaus. Er ist für die Ausbildung aller Nachwuchs-Keeper mitverantwortlich: „Ich bin von früh bis abends gefordert. Wir versuchen, das Torwart-Training in allen Altersklassen zu vereinheitlichen. Dadurch konnten wir schon viel bewegen, arbeiten sogar mit dem Landesfußballverband zusammen.“

Auch seinen Profi-Keepern bescheinigt er eine positive Entwicklung und nimmt sie aus der Schusslinie. „Ich finde die Kritik mitunter nicht angebracht. Wir haben beim FC Hansa sehr junge Keeper, die alle unter 23 sind. Torhüter erreichen erst zwischen 26 und 28 ihren Leistungszenit. Daher können sie noch einen Leistungssprung machen. Man muss ihnen Fehler verzeihen. Nicht jeder hat einen Manuel Neuer zwischen den Pfosten“, erklärt der Torwart-Ausbilder.

Bei allem Spaß, den Karow und Ehlers im zurückliegenden Jahr hatten, können sie auf eine weitere turbulente Saison in der 3. Liga künftig gerne verzichten. „Ich hoffe, dass es ruhiger wird und wir nicht wieder bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern müssen“, sagt Karow. Ehlers wäre froh, „wenn wir eine schlagkräftige Truppe formen und mit dem jetzigen Trainer etwas Kontinuität einzieht. Wir wollen einfach täglich unsere Arbeit machen und uns Stück für Stück weiterentwickeln.“