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FC Hansa Rostock Das war Werbung für den Fußball

Von bjar | 07.05.2018, 10:00 Uhr

Der FC Hansa ist im rassigen Duell mit dem Halleschen FC 4:2 siegreich

Für den FC Hansa und den Halleschen FC ging es um nichts mehr an diesem vorletzten Spieltag der 3. Liga 2017/18. So durften die 17 100 Zuschauer im Ostseestadion darauf hoffen, dass sich beide taktisch keinen Zwang antun und konsequent den Weg ins gegnerische Spielfeld-Drittel suchen. Sie hofften nicht vergeblich: 4:2 (2:0) siegten die Rostocker. „Ich denke“, so deren Trainer Pavel Dotchev, „dass jeder zufrieden nach Hause geht. Das war Werbung für den Fußball, und die richtige Mannschaft hat gewonnen.“

Überraschend stand Tommy Grupe in der Start-Elf, zum ersten Mal in einem Punktspiel seit dem 25. März 2017 (1:1 gegen Paderborn). „Das war keine sentimentale, sondern eine rein sportliche Entscheidung, bei der mir Stefan Wannenwetsch geholfen hat, weil er zuletzt schlecht war“, gab Dotchev Auskunft. In seinem letzten Heim-Auftritt nach 19 fast ununterbrochenen Jahren beim FC Hansa habe Grupe, so der Coach, „ein richtig gutes Spiel gezeigt und das auf einem sehr hohen Niveau gemacht“.

Die Weiß-Blauen kamen mit ihrem ersten richtigen Angriff zu einem Traumtor: Flanke Breier, in diese hechtet Scherff und köpft die Kugel unter Bedrängnis hoch an den linken Innenpfosten, von wo sie ins Tor springt – 1:0 (8.). Nach starkem Beginn der Gäste hatten die Hanseaten jetzt das Geschehen im Griff und erhöhten auf 2:0 (31.): Grupe erkämpft exzellent den Ball, Henning schickt Breier, der umkurvt Tobias Müller und schießt den Ball an den rechten Pfosten, Henning bringt den Abpraller im Netz unter. Sogar das 3:0 war möglich. So, als Benyamina eine sehr gute Eingabe von Rankovic mit der Hacke aufs Tor brachte, Keeper Tom Müller jedoch hielt (39.). Oder durch Henning, der nach Vorarbeit von Breier mittig aus etwa 15 Metern frei zum Schuss kam, aber das Tor verfehlte (53.). Auf der Gegenseite verloren die Ostseestädter einige Male den Durchblick und kassierten durch zwei Tore von Röser (58., 74.) den Ausgleich.

Jetzt gab es beiderseits kein Halten mehr. Im Hopp oder Top machte es Henning in einer Kopie der Szene aus der 53. Minute diesmal besser: 3:2 (82.) nach erneuter Maß-Eingabe von Breier. Väyrynen (allein auf den Keeper zu und überlegt eingeschoben/84.) rundete mit dem 4:2 ab.

„Wir haben gut angefangen und nach dem 2:0 die Partie kontrolliert, wollten dann auf das dritte Tor spielen. Das ging nach hinten los. Aber wir haben uns zusammengerafft und das Ding noch gedreht“, sagte nach dem Abpfiff Pascal Breier, der drei Treffer vorbereitete: „Den zweiten hätte ich schon lieber selber drin gesehen, aber Bryan hat ihn dann ja reingemacht, und Tor ist Tor. Die Kulisse war überragend. So was ist ja alles andere als selbstverständlich. Es gibt Mannschaften in dieser Liga, die haben in einem Jahr soviele Zuschauer wie wir heute an einem Spieltag.“

Zu Recht bekam Breier ein Extra-Lob von Pavel Dotchev: „Pascal ist ja normalerweise Stürmer, aber ich habe ihm gesagt, dass es wichtig ist für die Mannschaft, dass ich ihn über rechts bringe. Er hat das beherzigt und eine tolle Leistung abgerufen.“