Ein Angebot des medienhaus nord

FC Hansa Rostock Die erste Hälfte überragend

Von Peter Richter | 27.09.2015, 21:00 Uhr

Gelb-Rot für Kofler kurz vor der Pause bremst Hansa Rostock beim 0:0 in Wiesbaden im zweiten Abschnitt

0:0 oder 1:1 – fast alle, die vorher den Ausgang der Partie des FC Hansa beim SV Wehen Wiesbaden tippten, waren sich einig. Und tatsächlich gab es ein 0:0, die sechste Punkteteilung hintereinander für die Rostocker in der 3. Fußball-Liga 2015/16. Während es Abräumer José-Alex Ikeng mit Humor nahm („Da kann man schon langsam drauf setzen, dass wir unentschieden spielen.“), ist Trainer Baumann von dem Thema genervt: „Ob wir die Remis-Könige sind oder nicht, ist mir sch… egal.“

Die Weiß-Blauen zeigten eine starke erste Halbzeit, hätten ein Blitz-1:0 erzielen können, doch Andrist vergab eingangs der 2. Minute nach schöner Vorarbeit von Kofler völlig frei vor Keeper Kolke. Kurz darauf kam Henn nach Ecke ebenso unbehelligt zum Schuss – daneben (3.). Und weiter die klar überlegenen Gäste: Benyamina auf Gardawski, der von rechts mit der perfekten Flanke, und Andrist köpft aus Nahdistanz Kolke an (28.). Ikeng setzte den nächsten Akzent – guter Vollspannstoß, doch Kolke wehrte erneut stark ab (34.).

Wie aus dem Nichts auf einmal Wehen Wiesbaden kurz vor der Führung: heikle Situation im Strafraum der Ostseestädter, Dorda stört Book entscheidend, und Schuhen begräbt auf der Torlinie die Kugel unter sich (38.).

Wenig später ein Rempler des bereits verwarnten Kofler nahe der Mittel- und Seitenlinie gegen Funk – Gelb-Rot (41.). Damit der FC Hansa nur noch zu zehnt.

Die zweite Halbzeit stand vor allem im Zeichen von Marcel Schuhen. Nicht zu fassen, was der alles hielt: den 20-Meter-Freistoß von Lorenz (53.), dann gleich zweimal aus nächster Nähe überragend gegen Schnellbacher und Oehrl (56.). Nochmals zog der Gäste-Schlussmann Oehrl den Zahn (62.), parierte auch den Kopfball von Schnellbacher aus kurzer Distanz (78.). Schuhen war der Niederlagen-Verhinderungs-Garant in einer Rostocker Mannschaft, die auch in Unterzahl ihre Sache gut machte.

Apropos Unterzahl: In der 90. Minute flog auch der eingewechselte Gottschling vom Platz für sein gestrecktes Bein gegen Dams. Hansa rettete jedoch mit neun Mann das 0:0, und Ikeng fasste zusammen: „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel dominiert. Die Gelb-Rote Karte war eine Wende. Klar, dass die dann drücken und wir uns mehr auf das Verteidigen beschränken. Am Ende ist es ein gewonnener Punkt.“

Urteil der Trainer:
Sven Demandt (Wehen Wiesbaden):
In der ersten Halbzeit hatten wir in einigen Situationen Glück, dass wir nicht in Rückstand gerieten. In der zweiten Hälfte besaßen wir gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen, aber genau wie bei uns vor der Pause hat auch da der Torwart gut gehalten. Grundsätzlich bin ich froh, dass wir hinten zu null gespielt haben. Ich kann mit dem Punkt leben, bin aber sicherlich nicht zufrieden.