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FC Hansa Rostock „Es war eine Katastrophe“

Von MABO | 21.01.2018, 19:00 Uhr

Gut vier Stunden vor dem Anpfiff wurde das Match gegen Sonnenhof Großaspach abgesagt.

Die Fahrt hat sich für den FC Hansa nicht gelohnt: Nachdem die Rostocker die 800 Kilometer lange Anreise zum 21. Spieltag in der 3. Fußball-Liga bei der SG Sonnenhof Großaspach hinter sich gebracht hatten, wurde das Match nur etwa vier Stunden vor dem Anpfiff wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. Bitter für die Mannen von Trainer Pavel Dotchev.

„In meiner langjährigen Trainerzeit habe ich so etwas nicht erlebt – nicht so kurzfristig. Es ärgert sehr, aber wir können es nicht mehr ändern, sondern müssen den Blick nun auf Erfurt fokussieren“, erzählt der 52-Jährige, der sehr enttäuscht über die kurzfristige Absage war. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass man alles drangesetzt hat, dass das Spiel stattfindet. Für mich war es zu leicht, dass die Partie abgesagt wurde. Aber wir müssen jetzt nach vorne gucken.“

Grund für die Planänderung waren starke Schneefälle bereits am Freitagabend, die die komplette Nacht anhielten und eine Austragung der Begegnung zwischen dem Tabellenvierten von der Ostseeküste und dem Siebten nicht möglich machten. Selbst die Rasenheizung wie auch die Bereitschaft von freiwilligen Helfern, das Spielfeld doch noch frei zu räumen, brachten nichts. Die Platzbegehung durch Schiedsrichter Sven Waschitzki brachte dann die Entscheidung.

„Wegen der Schneefälle waren wir seit Freitagabend im ständigen und kollegialen Austausch mit Markus Thiele von Hansa Rostock, hätten eine Entscheidung im Sinne aller Fans gerne früher herbeigeführt. Diese Entscheidung kann allerdings nicht von den Vereinen, sondern nur vom Schiedsrichter und dem DFB getroffen werden, beide wurden von uns ebenfalls bereits Freitag informiert“, weist SG-Geschäftsführer Thomas Deters die Schuld von sich: „Wir hätten sehr gerne gespielt, haben mit vielen ehren- und hauptamtlichen Helfern alles dafür getan, daher ist das schade, aber richtig und nachvollziehbar.“

Auch für die Hansa-Kicker war die kurzfristige Absage alles andere als ein Ausflug nach Baden-Württemberg. „In meinem ganzen Fußballer-Leben habe ich so etwas noch nicht erlebt – und möchte so eine Erfahrung auch nicht noch mal machen. Es war eine Katastrophe“, erklärt FCH-Kicker Soufian Benyamina und führt die emotionale Achterbahnfahrt bei dieser Auswärtspartie aus: „Du stellst dich schon darauf ein, dass du spielst und dann über Nacht beginnt es zu schneien. Es ist ärgerlich, aber was willst du machen… Die Enttäuschung war natürlich groß.“

Somit mussten sich die Rostocker unverrichteter Dinge wieder in den Bus setzen und die zehnstündige Autofahrt zurück nach Hause antreten. Nebenbei verfolgte die Truppe die weiteren Partien der 3. Liga. „Man muss es jetzt wohl mit Humor nehmen und einfach hoffen, dass so etwas nicht noch mal passiert“, sagt Benyamina.

Einzig die Spieler Pascal Breier, Stefan Wannenwetsch und Selcuk Alibaz mussten die Reise nicht antreten, sondern durften noch weiter bei Freunden und Familie im Süden Deutschlands bleiben. „Das hatten wir vorher so abgesprochen, die Flüge waren gebucht. Ich hatte es den Jungs zugesagt, deswegen konnte ich das nicht mehr zurück nehmen“, erklärt der Trainer.

Ein Nachholtermin steht bisher nicht fest, soll aber in den nächsten Tagen vom DFB bekannt gegeben werden. „Ich hoffe, dass der DFB uns da ein bisschen entgegen kommt. Wir haben jetzt Landespokalspiel, dann eine englische Woche. Wenn wir dann noch eine englische Woche haben, würden wir innerhalb von zwei Wochen sechs Spiele haben – das ist viel zu viel“, erklärt Hansa-Coach Pavel Dotchev.