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Fußball-Landespokal Wie ein Sechser im Lotto - Güstrower SC empfängt Hansa Rostock

Von Andre Gericke | 15.11.2018, 14:39 Uhr

Dem Traum vom Pokalfinale steht im Achtelfinale der FC Hansa Rostock im Weg

Holger Scherz hat noch ein großes Ziel in seiner Trainerkarriere. "In meiner Ansprache vor der Saison hatte ich zur Mannschaft gesagt, dass ich einmal ins Landespokal-Finale einziehen möchte. Jetzt trainiere ich ein sehr gutes Team, mit dem das auf jeden Fall möglich wäre", verrät der 48-Jährige. Doch der Traum wird für 2018/19 wohl am Sonntag zerplatzen. "Wenn man den FC Hansa schon im Achtelfinale zugelost bekommt, dann ist das natürlich bitter", so der Coach, der erst im Sommer den gastgebenden Verbandsligisten Güstrower SC übernahm.

Zusammenhalt beim Güstrower SC ist groß

Für Scherz ist das Los sogar doppelt bitter. "Ich denke, dass es nach langer Zeit auch mal wieder realistisch ist, dass der FC Hansa unter die ersten Vier der 3. Liga kommt und sich so der im Pokalfinale unterlegene Verein für den DFB-Pokal qualifiziert", erklärt der Kühlungsborner, der in der Barlachstadt aktuell sehr zufrieden ist: "Eigentlich wollte ich ja keinen Trainerjob mehr übernehmen und habe mich ein bisschen über die Kumpelschiene überreden lassen. Doch es ist eine tolle Truppe, und auch im Verein ziehen alle an einem Strang. Es macht momentan großen Spaß."

Güstrower gehen selbstbewusst in die Partie

Der Coach ließ bei seinen bisherigen Stationen - FSV Kühlungsborn, FSV Bentwisch, SV Hafen und jetzt auch beim Güstrower SC - überwiegend attraktiven, von der Offensive geprägten Fußball spielen. Gegen Hansa wird das sicherlich etwas anders sein, doch Holger Scherz hat sich bereits einen Schlachtplan zurecht gelegt: "Ehrlicherweise würde ich jetzt nicht viel Geld darauf setzen, dass er auch aufgeht. Dass wir eine Runde weiterkommen, wäre wie ein Sechser im Lotto. Doch wir wissen ja, wie viele Leute jede Woche Lotto spielen und viel Geld dafür ausgeben. Und wir werden es am Sonntag auch versuchen und nicht von vornherein die Partie abschenken. Zu was es am Ende reicht und ob wir zehn Dinger bekommen oder ein aus unserer Sicht respektables Ergebnis erzielen, werden wir dann sehen."

Hansa Rostock hat einen guten Lauf

Einmal in seiner Trainerkarriere war Holger Scherz sogar schon dicht dran an der Sensation. Im Halbfinale 2012/13 traf er mit dem FSV Bentwisch auf den FC Hansa und unterlag nur knapp mit 2:3. "Normalerweise hat man einmal in seiner Laufbahn die Chance, als großer Außenseiter so eine Partie zu gewinnen. Eigentlich war das wohl mein Spiel. Wir hätten damals gewinnen müssen. Ich kann mich noch erinnern, dass uns unter anderem ein Tor wegen angeblichem Abseits nicht gegeben wurde", so Scherz, der diesmal jedoch realistisch einschätzt: "Die Vorzeichen sind völlig anders. Damals trafen wir auf einen FC Hansa, bei dem sehr viel Unruhe war. Es stand ja schon fest, dass einige Verträge nicht verlängert werden würden, und es war auch ziemlich zum Ende der Saison. Aktuell ist das völlig anders. Es ist mitten in der Saison, und Hansa hat auch noch einen guten Lauf. Die Chancen wären ohnehin schon sehr gering, aber unter diesen Voraussetzungen sind sie noch ein bisschen kleiner."