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FC Hansa Rostock Marien fordert bessere Differenzierung der Vorfälle

Von Andre Gericke | 22.11.2018, 15:26 Uhr

Der FC Hansa legt erneut Berufung gegen DFB-Urteil ein und kritisiert den Strafenkatalog des Verbandes

Drittligist FC Hansa Rostock wird Berufung gegen die Entscheidung des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach mündlicher Verhandlung einlegen, die die ausgesprochene Geldstrafe in Höhe von 34 450 Euro wegen Vorfällen beim DFB-Pokal-Spiel gegen den VfB Stuttgart bestätigte. "Die verhängte Geldstrafe folgt differenziert und plausibel dem in dieser Saison eingeführten Sanktionskatalog. Dessen Regelstrafen sind transparent, einfach nachvollziehbar und enthalten standardisiert bereits die wesentlichen Strafzumessungsaspekte", begründete Stephan Oberholz, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, die Entscheidung.

Dem will der FC Hansa nicht folgen. "Der Zurückweisung unseres Einspruchs gegen das Urteil für das DFB-Pokal-Spiel gegen Stuttgart können wir aus verschiedenen rechtlichen Aspekten nicht folgen und werden diese in der Berufung auch deutlich klarmachen", sagt Hansas Vorstandschef Robert Marien, der sich auch mit dem Strafenkatalog des DFB nicht anfreunden kann: "Wir sehen keine Verhältnismäßigkeit bei der Beurteilung der einzelnen Vorfälle." Dem 37-Jährigen ist zudem ein Dorn im Auge, dass die Vereine bei der Erstellung des Katalogs nicht zu Rate gezogen wurden: "Der DFB hat sich mit anderen Gruppen und Vertretern dazu ausgetauscht, aber die Vereine zum wiederholten Male auch bei dieser Thematik außen vor gelassen und nicht eingebunden." Dennoch sind die Rostocker bemüht, Lösungen zu finden, und signalisieren Gesprächsbereitschaft. "Über Positionen und Meinungen zu derartigen Themen sollte man sich intern und nicht über die Öffentlichkeit austauschen. Dennoch stellt sich die Frage, und diese sollte auch öffentlich erlaubt sein, welche Strategie das DFB-Präsidium mit dem ständigen Hin und Her verfolgt: Kollektivstrafen abschaffen, dann die Einführung eines neuen Strafenkataloges, dann eventuell doch wieder eine Abkehr von der Abschaffung der Kollektivstrafen", äußert Marien auch gewisses Unverständnis.

Pikant: Gegen die Hansestädter laufen beim DFB-Sportgericht derzeit noch Ermittlungen wegen Zwischenfällen beim DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg sowie beim Drittliga-Auswärtsspiel bei Carl Zeiss Jena. Dass die Auffälligkeiten bei den Partien des FC Hansa in den vergangenen Monaten zugenommen haben, verneint der Club aber. "Pauschal von einer Zunahme zu sprechen und dabei nicht zu differenzieren, welche Art der Zwischenfälle es überhaupt gab, wäre falsch und auch keine sachliche Einschätzung. Das Hochhalten einer Pyrofackel kann man nicht mit Vandalismus gleichsetzen und das Anzünden eines sogenannten Blinkers nicht mit dem Werfen von pyrotechnischen Erzeugnissen oder Gewalt im Stadion. So gibt es zwar eine Steigerung von ,kleineren' Delikten, aber bei Straftaten im Vorfeld eines Fußballspiels sowie gewalttätigen und strafrechtlich relevanten Handlungen im Stadion de facto einen Rückgang", erklärt Robert Marien.