Ein Angebot des medienhaus nord

erfurt Hansa beißt sich die Zähne aus

Von Peter Richter, André Gericke | 25.11.2012, 05:36 Uhr

Fußball-Drittligist FC Hansa kam am Sonnabend beim FC Rot-Weiß Erfurt nicht über ein 1:1 hinaus.

Das 1:0 durch Weilandt (25.) egalisierten die Einheimischen in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einem Foulelfmeter.

"Wir erarbeiteten uns mehr Chancen, aber es gelang uns leider nicht, das Ding reinzumachen. Wenn du oben mitspielen willst, musst du solch einen Gegner schlagen", fasste Mittelfeldmann Denis Berger das Geschehen vor 9048 Zuschauern im Steigerwaldstadion zusammen.

Haas nach der fünften gelben Karte gesperrt

Nicht in der Start-Elf befanden sich Leemans, Marcos und Albrecht. Den nach Platzverweis gesperrten Belgier vertrat Zolinski als zweiter "Sechser" neben Haas zentral vor der Abwehr. Neu in der Anfangsformation standen auch Quaschner sowie der nach Fünfmal-Gelb-Zwangspause zurückgekehrte Smetana im Angriff. Blum verteidigte links an Stelle von Marcos, vor ihm auf dem Flügel operierte Berger - so wie bereits in der zweiten Halbzeit des 0:3 zuletzt gegen Karlsruhe. Für Neuzugang Rilke lag noch keine Spielberechtigung vor.

Etwas mehr und bessere Chancen besaßen in der ersten Halbzeit die Thüringer. Morabit (9.) und Tunjic (12.) machten Bekanntschaft mit Pelzer, der unter schonungslosem Einsatz selbst sensibelster Körperteile erfolgreich einschritt. Drexler bekam einen steil herabfallenden Ball nicht unter Kontrolle (30.), und auch Morabit traf die Kugel zum Glück nur unvollkommen (35.). Die Rostocker hingegen nutzten nach einer Ecke von Haas und Zwischenberührung durch Quaschner ihre klarste Möglichkeit: Weilandt traf aus Nahdistanz zum 1:0 (25.).

Hansa bekam das Geschehen zunehmend unter Kontrolle - bis in der 45. Minute Drexler im Duell mit Haas, nachdem jenem bei der Annahme der Ball zu weit wegsprang, die günstige Gelegenheit ergriff, sich im Strafraum fallen zu lassen. Schiedsrichter Hartmann entschied auf Foulstrafstoß, und Haas verstand die Welt nicht mehr: "Ich treffe den Ball und habe ihn am Fuß. Für mich ist es unerklärlich, was er da gesehen hat. Das war nie und nimmer ein Elfmeter. Ich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen."

Pfingsten-Reddig verwandelte sicher zum Ausgleich. Keeper Müller nahm sich später selbst ein bisschen auf die Schippe: "Ich habe zuletzt im Jugendbereich mal einen Elfer gehalten…"

Nach der Pause gelang es den Hausherren anfangs besser, ihre teilweise gravierenden technischen Mängel mit um so mehr Kampfgeist zu kompensieren. Bis auf eine Gelegenheit von Pfingsten-Reddig (59.) kam aber nichts dabei heraus. Da die Gäste jedoch nicht in der Lage waren, die Defizite der Rot-Weißen auszunutzen, sank das Niveau der Begegnung immer weiter in den Keller.

Die Defensiv-Ordnung stimmte bei den Rostockern, aber nach vorn ging nur wenig, weil es in der Zweikampfführung, Ballbehauptung und Genauigkeit haperte.

Im letzten Viertel der Partie allerdings drehte das Team in Schwarz auf. Haas (82./feiner Schlenzer knapp am entlegenen Pfosten vorbei), Plat (87./nach Eingabe von Berger aus fünf Metern übers Tor) und Blum (90./ kläglicher Schussversuch aufs leere Gehäuse, wobei er seine perfekt postierten Nebenleute Humbert und Haas übersah) schrammten aber allesamt am 2:1 vorbei.

Plat gestand angesichts seiner vergebenen Hundertprozentigen nach dem Abpfiff, er werde "das ganze Wochenende nicht schlafen können". Und auch Haas - der seine fünfte gelbe Karte sah und damit am Sonnabend bei den Stuttgarter Kickers fehlt - trauerte dem verpassten Dreier nach: "Wir hatten vier, fünf gute Chancen. Da müssen wir einfach ein Tor machen."