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Hansa Rostock Hansa Rostock findet Beinlich-Nachfolger: Schlünz rückt auf

Von dpa | 11.09.2012, 03:14 Uhr

Hansa Rostock hat die totale Führungskrise im letzten Moment abgewendet.

Einen Tag vor Ablauf der Frist hat der Vorstand in Juri Schlünz am Dienstag einen Nachfolger für den zurückgetretenen Manager Stefan Beinlich gefunden, der dem Aufsichtsrat genehm war. „Es ist wichtig, dass kurzfristig wieder Ruhe bei unserem FC Hansa einkehrt. Juri Schlünz hat sich deshalb dankenswerterweise dazu bereiterklärt, die satzungsmäßige Vakanz des fehlenden Vorstandsmitglieds zu beheben“, teilte Vorstandschef Bernd Hofmann in einer Pressemitteilung mit.

Der 51 Jahre alte Schlünz ist eine der ganz, ganz wenigen unumstrittenen Persönlichkeiten in dem von Krisen geschüttelten einstigen Vorzeigeverein. Der ehemalige Fußball-Profi gehört dem Club seit 1968 an. Als Spieler war er Kapitän des letzten DDR-Meisters und -Pokalsiegers von 1991 und führte den mecklenburgischen Traditionsverein in dessen erste Bundesliga-Saison. In der Folge war Schlünz dreimal als Cheftrainer der Hanseaten tätig.

Zuletzt leitete der ehemalige Mittelfeld-Regisseur seit 2007 Hansas Nachwuchsakademie, dessen A-Jugend 2010 mit dem Gewinn des deutschen Meistertitels einen Riesenerfolg feierte. In der Funktion war Schlünz schon bis 2010 Vorstandsmitglied.

Der ehemalige DDR-Auswahlspieler sieht sich auf dem neuen Posten offensichtlich nicht als Dauerlösung und will sich zu gegebener Zeit wieder dem Nachwuchs widmen. „Bei zukünftigen strukturellen Überlegungen des Vereins zur Ausrichtung der einzelnen Vorstandsämter werde ich mich gegebenenfalls wieder meinem bisherigen Aufgabengebiet widmen“, kündigte Juri Schlünz an. Neben ihm waren der ehemalige Hansa-Trainer Andreas Zachhuber und der frühere Hansa-Torhüter Martin Pieckenhagen als mögliche Beinlich-Nachfolger gehandelt worden.

Mit der Berufung von Schlünz ist der vierköpfige Hansa-Vorstand mit Hofmann (43 Jahre), Finanzvorstand Sigrid Keler (70) und Marketingchef Peter Zeggel (52) nach einem Vierteljahr wieder komplett. Die bis zum 30. Juni 2014 befristete Amtszeit, die nun auch für den neuen Manager gilt, wäre mit dem morgigen Tag beendet gewesen, wenn bis dahin kein neuer Sportvorstand gefunden worden wäre. Der Aufsichtsrat hatte den ersten Vorschlag vor zwei Wochen abgeschmettert.

Ex-Nationalspieler Beinlich (40) war Anfang Juni von seinem Amt zurückgetreten. Der ehemalige Nationalspieler zog mit dem unerwarteten Schritt die Konsequenz aus dem Wiederabstieg des ehemaligen Erstligisten aus der 2. Bundesliga.