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Hansa Rostock Hansa Rostock wieder geerdet - Holst: "Ein gebrauchter Tag"

Von Gert Glaner, dpa | 30.09.2012, 05:34 Uhr

Der Kapitän stempelte sich selbst zum Sündenbock.

"Ich war an allen drei Gegentoren beteiligt. Ich hatte einen gebrauchten Tag heute", befand Matthias Holst nach dem 0:3 (0:0) von Hansa Rostock gegen den VfL Osnabrück total frustriert. Die erste Niederlage im vierten Spiel unter Neu-Trainer Marc Fascher erdete die, die da schon wieder abheben wollten, und zeigte, dass die Hanseaten eben doch noch nicht reif sind für die Spitze der 3. Fußball-Liga.

Wenigstens eine Halbzeit lang sah es aber doch so aus. "Da haben wir nahtlos an die letzten Spielen angeknüpft, es aber versäumt, in Führung zu gehen und uns so dafür zu belohnen", sagte Fascher enttäuscht. Richtig. Rostock agierte, spielte sich gute Gelegenheiten heraus, ließ Osnabrück kaum Zeit zum Atem holen und vergaß nur eines: ein Tor zu schießen. Oder auch zwei. Tom Weilandt (24.), Holst (25.), Nils Quaschner (29.) und Ondrej Smetana (40.) hatten die besten Chancen dazu.

Aber Manuel Riemann war davor. Ihrem sicheren Torhüter hatten es die im ersten Abschnitt harmlosen Niedersachsen zu verdanken, dass sie ohne Gegentor über die Runden kamen. "Wir hatten Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind", gestand Gäste-Trainer Claus-Dieter Wollitz unumwunden ein.

"Pele" muss seinen Mannen in der Pause gehörig den Kopf gewaschen haben, denn diese kamen wie verwandelt aus der Kabine. Marcus Piossek (52., 70.) und Adriano Grimaldi (65.) schossen die Gäste unter tatkräftiger Mithilfe der Gastgeber - neben Holst tat sich dabei auch Ersatzkeeper Jörg Hahnel "hervor" - vor 8500 nun entgeisterten Zuschauern in der DKB-Arena zu einem Sieg, der zwar eindeutig zu hoch ausfiel. Aber Wollitz hatte recht, als er sagte: "Wenn man auswärts 3:0 führt, kann der Sieg nicht unverdient sein."

Sieben Punkte Rückstand auf Relegationsplatz drei lassen den selbst ernannten Wiederaufstiegsanwärter von der Ostseeküste vom Saisonziel vorerst nur träumen. Aber das ist ja erlaubt. "Man hat gesehen, die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wir müssen uns jetzt schütteln und wieder von vorn anfangen", meinte Fascher. Wohl nicht ganz von vorn. Die drei vorangegangenen Siege unter seiner Regie haben das Team schon gefestigt. "Wir haben genug Selbstvertrauen getankt. Ich denke, dass wir in Bielefeld wieder ganz anders auftreten werden, und dann über 90 Minuten", sagte Hahnel.