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Hansa Rostock Hansa verliert in letzter Sekunde 1:2 beim KSC

Von dpa | 11.04.2010, 04:03 Uhr

Zehn Minuten fehlten zum Sieg, zehn Sekunden zum Unentschieden: Fußball-Zweitligist Hansa Rostock hat am Sonntag beim Karlsruher SC mit 1:2 (0:1) verloren und schwebt als Tabellen- 15.

wieder in höchster Abstiegsgefahr. Vor 17 089 Zuschauern brachte der Isländer Gardar Johannsson die Gäste in der 32. Minute in Führung. Die KSC-Abwehrspieler Sebastian Langkamp (81.) und Marvin Matip (90.+2) sorgten gegen immer passiver agierende Gäste für die späte Wende zugunsten des Bundesliga-Absteigers.

Die Enttäuschung im Lager der Ostseestädter war riesengroß. „Unverständlich“ nannte Trainer Marco Kostmann die Vorstellung seiner Elf im zweiten Abschnitt. Dabei hatten selbst eingefleischte KSC-Fans in der Pause nur über die Höhe des dritten Saison-Auswärtssieges der Rostocker diskutiert. Doch den gaben die Gäste nach einer couragierten Leistung im ersten Abschnitt nach dem Seitenwechsel selbst aus der Hand.

Selbst Kostmann konnte Minuten nach dem Abpfiff nicht erklären, warum sich seine Mannschaft nach der Pause so weit zurückzog. „Das war keineswegs so besprochen“, sagte der verärgerte Coach. Seine Elf hatte im Wildparkstadion wie die Feuerwehr begonnen. Oliver Schröder stellte KSC-Schlussmann Markus Miller bereits nach zwei Minuten auf die erste Probe. Anschließend vergab Fin Bartels zweimal nach Vorarbeit von Johannsson (18./24.), bevor der Isländer eine Flanke von Kevin Schöneberg zum sehenswerten Führungstreffer nutzte. Die mögliche Vorentscheidung verhinderte Miller, der einen Kopfball von Dexter Langen reaktionsschnell parierte (38.).

Das Selbstbewusstsein der ersten Hälfte vergaßen die Gäste dann allerdings in der Kabine. Die Karlsruher witterten Morgenluft und drängten den Gegner mehr in mehr in die eigene Hälfte. In der Folge gab es KSC-Chancen im Fünf-Minuten-Takt. Doch vor allem ein Mann hatte vorerst etwas gegen den Ausgleich: Hansas Keeper Alexander Walke. Er rettete das 1:0 mit Großtaten gegen Anton Fink (49./74.), Macauley Chrisantus (51.), Timo Staffeldt (65.), Lars Stindl (69.) und Sebastian Langkamp (80.).

Gegen die beiden späten Karlsruher Treffer war allerdings auch Walke machtlos. Zunächst beförderte Fink einen von Helgi Danielsson unfreiwillig verlängerten Eckball über die Linie, dann jagte Matip den Ball nach einer Kopfballablage des eingewechselten Matthias Langkamp unhaltbar ins Tordreieck. Es folgten der Schlusspfiff und die Riesenenttäuschung der Rostocker. Deren Fans fielen einmal mehr aus dem Rahmen, als sie zu Beginn der zweiten Halbzeit in ihrem Block ein bengalisches Feuer entfachten.