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FC Hansa Rostock Kogge präsentiert Rekordzahlen

Von Andre Gericke | 25.11.2018, 17:03 Uhr

Erstmals über 13 000 Mitglieder, 14,5 Millionen Euro Einnahmen: Der FC Hansa legte 2017/18 Rekordzahlen hin.

Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock hat seinen Mitgliedern auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am Sonntagnachmittag in der Ospa-Arena Rekordzahlen präsentiert. Allerdings hat sich auch der Schuldenstand des Vereins erhöht. "Mit Erträgen von 14,5 Millionen Euro können wir einen neuen Umsatzrekord seit der Teilnahme an der 3. Liga vermelden. Im Spielbetrieb, der Werbung, dem Merchandising und den Mitgliedszahlen hält das Wachstum weiter an. Für die Rahmenbedingungen der 3. Liga sind wir mit dem stabilen Geschäftsverlauf 2017/18 zufrieden. Weiterhin können wir langsam den Sanierungsstau der vergangenen Jahre auflösen und wieder zukunftsweisende Investitionen angehen", sagte Vorstandschef Robert Marien.

Das Jahresergebnis 2017/18 für den Gesamtkonzern beträgt jedoch minus 1,871 Millionen Euro. Darin enthalten sind aber Abschreibungen in Höhe von 1,832 Millionen Euro und gestundete Zinsen in Höhe von 764 000 Euro. Im operativen Geschäft macht der Club, der aktuell 13 061 Mitglieder hat, von denen knapp 600 auf der Versammlung anwesend waren, somit keine neuen Miesen. "Der Jahresabschluss ist im Ergebnis ordentlich. Das Minus im Konzern war vorhersehbar. Wir haben viel angeschoben und die Investitionsbremse gelöst. Es muss noch viel passieren, was wir nicht alleine können. Die Sachen, die wir können, gehen wir effektiv an", sagt Christian Hüneburg, Vorstand Finanzen.

Die Rostocker kauften zudem das Grundstück der alten Geschäftsstelle für vier Millionen Euro zurück. Das sind zwar neue Schulden, jedoch geht das Grundstück auch in die Bilanz mit ein. Auch das Darlehen von 1,5 Millionen Euro von Investor Rolf Elgeti, das zunächst zur Sicherung der Lizenz genutzt wurde, wird als Eigenkapital in die Bilanz eingehen. Ein Eigenkapital von 2,5 Millionen Euro muss als Lizenzbedingung in der 2. Liga nachgewiesen werden.

Starke Zahlen konnte Hüneburg bei den Werbeerlösen präsentieren. Vier Millionen hat der Verein geplant, 2,8 Millionen wurden ihm vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zugestanden. "Trotz einer Garantie, die deutlich darüber liegt", so Christian Hüneburg, der jetzt schon 4,51 Millionen Euro verkünden konnte. Auch bei den Zuschauern haben die Norddeutschen zugelegt. "1800 bis 2000 Fans sind im Schnitt mehr im Stadion. Das sieht gut aus, haben wir aber auch so geplant. Wir sind damit einigermaßen auf Kurs, und ich denke, dass wir mit plus minus Null rausgehen werden", sagt Robert Marien.

Auch beim DFB habe sich die Meinung über den FC Hansa gebessert. "Bei der Lizenzierung sind wir vom roten Stapel ganz unten mindestens auf den gelben gesprungen. Der DFB scheut sich noch, uns auf den grünen Stapel zu legen. Ich erwarte für die Nachlizenzierung keine Probleme", sagt Christian Hüneburg.

Sportlich sieht Marien den FC Hansa auf Kurs: "Wir sind mit der Entwicklung zufrieden. Uns war klar, dass die Saison unglaublich eng wird. Wir haben schon eine kleine Delle hinter uns, aus der wir gestärkt hervorgegangen sind. Das kann ein kleiner Motivationshebel sein." Großen Anteil daran habe Trainer Pavel Dotchev. "Wir können mit Geld den Wert von Pavel Dotchev für den Verein nicht bezahlen. Für mich hat er ihn wachgeküsst. Er ist eine Persönlichkeit, hat eine positive Ausstrahlung. Egal, wo er hinkommt, er ist mit jedem im Gespräch und gibt dem Verein ganz viel", erklärt Christian Hüneburg. Laut Marien habe Dotchev bislang alles erfüllt, was der Verein ihm aufgetragen hat: "Für mich ist er ein unglaublich sympathisches Bild des Vereins. Er ist auch für die Identifikation zwischen Mitarbeitern und Lizenzmannschaft wichtig, das habe ich so noch nicht erlebt. Pavel Dotchev spielt den Mann zwischen den Welten, zwischen oben und unten. Er geht in jedes Büro, dort gibt es eine herzliche Stimmung und dann auch automatisch mit den Spielern. Da passt der Slogan ,Gemeinsam nach oben'."

Auch der Umgang mit den Fans habe sich verbessert. "Ich sehe die Entwicklung positiv, was uns auch vom DFB und der Polizei bestätigt wurde. Wir unterhalten uns definitiv viel über Pyrotechnik, aber nicht mehr über so viele gewalttätige Handlungen im Stadion. Das zeigt den positiven Weg", sagt Robert Marien und fügt an: "Der Umgang ist so, wie er sein muss. Wir finden auch nicht alles gut, was wir beispielsweise beim geschmacklosen Banner auch deutlich gemacht haben. Es bringt aber auch nichts, wenn wir alle nur die Muskeln zeigen und aufeinander losgehen. Dann verlieren beide Seiten."