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Hansa Rostock Neues Jahr, alte Sorgen: Hansa Rostock gewinnt nicht mehr

Von Redaktion svz.de | 27.01.2013, 12:58 Uhr

Ausgerutscht und schon wieder hingefallen: Hansa Rostock hat die Sorgen des alten Jahres in das neue mitgenommen.

«Das ist schon bitter, so zu verlieren. Und auch noch in Überzahl. Wir haben Chancen gehabt, aber die Durchschlagskraft hat wieder gefehlt», befand Neu-Kapitän Michael Blum nach dem 0:2 (0:1) gegen Preußen Münster ratlos und enttäuscht. Das sechste sieglose Spiel in Serie bestätigte Hansas Position im Niemandsland der 3. Fußball-Liga - weit weg von den geplanten Aufstiegsrängen.

Das Wort «Überzahl» prägte die Statements aller Protagonisten zu der Schlitterpartie bei eisigem Wind auf hartgefrorenem Boden. Nach der Roten Karte wegen absichtlichen Handspiels für Münsters Patrick Kirsch (28.) hatten die Hausherren vor 9000 frierenden Zuschauern eine gute Stunde lang einen Mann mehr auf dem Feld. Gebracht hat es nichts.

Die Beteiligten wussten warum. «Ob du bei solchen Bedingungen einen Mann mehr auf dem Platz hast oder nicht, ist fast egal. Auf solchem Boden kannst du die Überzahl einfach nicht ausspielen», klagte Hansa-Trainer Marc Fascher. Für seine junge Mannschaft, in der drei Neuzugänge in der Startelf standen, hatte er trotz der bitteren Pleite ein paar Streicheleinheiten übrig: «Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben.»

Faschers Lob durfte auch Philipp Klement für sich in Anspruch nehmen. Der vom 1. FC Nürnberg ausgeliehene U 20-Nationalspieler war auf Anhieb der erhoffte Führungsspieler in den hanseatischen Reihen. Das Happy End aber fehlte. «Wenn der Ball reingegangen wäre, hätte das Spiel wohl einen anderen Verlauf genommen», sagte Klement zu seinem Lattentreffer in der 29. Minute: «Überzahl merkt man, wenn man den Ball laufen lassen kann. Das war heute nicht möglich.»

Und so kam es, wie es keiner wollte. Jedenfalls kein Blau-Weißer. Kevin Müller hielt zwar den Handelfmeter von Matthew Taylor prächtig, aber seine Vorderleute waren zu lange mit der Bewunderung dafür beschäftigt. Routinier Benjamin Siegert nutzte deren Schaltpause, staubte ab und netzte per Kopf ein (38.).

Und als die Rostocker alles nach vorn warfen, um wenigstens einen Zähler zu retten, wurden sie eiskalt mit dem Tor von Marco Königs (85.) ausgekontert. Faschers Trost: «Es kommen auch wieder sonnigere Tage.» Am besten schon am Mittwoch im Nachholspiel beim SV Babelsberg 03.