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Hansa Rostock Schock in Rostock: Hansa verliert Kellerduell

Von dpa | 17.04.2010, 04:13 Uhr

Rostock (dpa/mv) - Nach dem zweiten Last-Minute-K.o.

innerhalb einer Woche muss Hansa Rostock mehr denn um den Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga fürchten. Nach der 1:2 (1:0)-Heimniederlage im Kellerduell gegen den FSV Frankfurt/Main und dem erstmaligen Abrutschen auf Relegationsplatz 16 fanden die geschockten Spieler und Trainer Marco Kostmann am Samstag so gut wie keine Worte. Nach der Pleite gegen Karlsruhe verloren die Hanseaten zum zweiten Mal ein Spiel in der Nachspielzeit, nachdem sie zuvor über weite Strecken den Nachweis ihrer Zweitliga-Tauglichkeit schuldig geblieben waren.

„Im Vorfeld war viel von einem Endspiel die Rede, wobei ich das anders gesehen habe. Jetzt bin ich froh, dass es kein Endspiel war, sondern es noch drei Chancen für uns gibt“, sagte der sichtlich gezeichnete Kostmann nach der Partie, die er wegen „zu großer Emotionen“ überhaupt nicht kommentieren wollte. „Wir müssen jetzt nach vorn schauen und uns auf die Aufgabe in Kaiserslautern vorbereiten“, so der Coach. Die Pfälzer können am kommenden Freitag mit einem Sieg gegen Hansa den direkten Aufstieg perfekt machen.

Wie die Rostocker das verhindern wollen, vermochte am Samstag niemand zu sagen. Dabei begannen die mit großen Erwartungen in die Partie gegangenen Ostseestädter vor 18 000 Zuschauern gegen den FSV furios und wurden - wie schon in den beiden Heimspielen zuvor - mit einer frühen Führung belohnt. Kevin Schönebergs verunglückter Flankenball rutschte an Freund und Feind vorbei zum 1:0 ins lange Eck (5. Minute). Das mögliche 2:0 vergab wenig später Dexter Langen, der völlig freistehend an FSV-Keeper Patric Klandt scheiterte (14.).

Doch die Gäste, die mittlerweile in der Rückrunde mehr als doppelt so viele Punkte geholt haben wie der FC Hansa, fanden schnell ins Spiel zurück. „Wir haben die Schlagzahl des Gegners nach 15, 20 Minuten angenommen und waren danach mindestens gleichwertig“, analysierte FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen. Der schnelle Ausgleich nach der Pause durch Sascha Mölders (46.) kam den Frankfurtern entgegen, sorgte für zusätzliche Nervosität in den Reihen der Hanseaten, die vor allem im Spiel nach vorn viele Defizite erkennen ließen.

Der FSV schien mit zunehmender Spieldauer mit dem 1:1 zufrieden zu sein - nicht zuletzt angesichts des zumindest auf dem Papier leichtesten Restprogramms gegenüber den Konkurrenten im Abstiegskampf. Als sich dem erst acht Minuten zuvor eingewechselten Cidimar in der Nachspielzeit die Konterchance zum 2:1 bot, schlug der Brasilianer eiskalt zu (90.+2). Was seinen Trainer einerseits erfreute, andererseits nachdenklich stimmte: „Jetzt sind wir zum ersten Mal in dieser Saison nicht mehr Jäger, sondern Gejagte.“