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Rostock Wirft Retov die Kapitänsbinde hin?

Von geri | 29.01.2010, 01:41 Uhr

"Der Trainer hat mir in einem Gespräch erklärt, dass ich derzeit hinter Oliver Schröder, Kevin Pannewitz und dem Neuen (Helgi Valur Danielsson - d.

Red.) nur die Nummer vier auf meiner Position bin", verriet Martin Retov nach der gestrigen Einheit. Daraufhin spielt der Däne nun sogar mit dem Gedanken, ob er die Kapitänsbinde beim Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock ablegen soll. "Ich bin zwar der Kapitän, aber nicht mehr der verlängerte Arm des Trainers. Es stimmt, dass ich darüber nachgedacht habe, ob ich sie abgebe. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Wenn es besser für die Mannschaft ist, werde ich es tun. Damit hätte ich kein Problem", so der 29-Jährige, der derzeit nicht genau verstehen kann, was mit ihm in Rostock passiert: "Seit ich aus dem Winterurlaub nach Hause kam, ist auf einmal alles ganz anders. Fußball ist manchmal grausam."

In der vergangenen Saison und auch zu Beginn dieser Spielzeit galt Retov als Führungskraft gesetzt, konnte diesen Anspruch, den er auch selbst an sich stellt, jedoch zuletzt kaum erfüllen. "Ich denke, dass mein erstes Jahr gut war, wenngleich wir uns als Mannschaft mehr vorgestellt hatten. In dieser Saison war es dann mehr ein Auf und Ab, aber ich war nicht der einzige Spieler, dem es so erging", erklärt der Kicker.

Seit seinem Wechsel zum FC Hansa hat sich im Verein und in der Mannschaft vieles verändert. Geholt hat ihn vor gut anderthalb Jahren noch das Manager/Trainergespann Herbert Maronn und Frank Pagelsdorf (mussten im Verlauf der vergangenen Saison gehen) mit der Intention Aufstieg 1. Bundesliga. Mittlerweile haben sich die Zeiten gewaltig verändert, und mit René Rydlewicz sowie Andreas Zachhuber sind zwei neue Macher am Ruder der Kogge, die allmählich dabei sind, die Truppe nach ihren Vorstellungen umzubauen. Neben Retov, der sicherlich zu den Besserbezahlten gehört, wenn nicht sogar der Topverdiener im derzeitigen Kader ist, besitzen lediglich Mario Fillinger, Orestes und Fin Bartels noch Kontrakte aus der Maronn/Pagelsdorf-Zeit. Daher erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass der notorisch klamme Verein den an sich bis 2011 gebundenen Dänen gern von der Gehaltsliste hätte. Zumal mit Oliver Schröder, Nachwuchstalent Kevin Pannewitz und Zachhubers Wunschspieler Helgi Valur Danielsson drei neue Kicker für die "Sechser-Position" verpflichtet wurden.

Martin Retov will sich aber nicht abschieben lassen: "Ich ärgere mich über die Aussagen des Trainers und glaube, dass ich die Qualität habe, um der Mannschaft weiterzuhelfen. Ich komme jeden Tag zum Training (heute um 10 und 15 Uhr - d. Red.) und versuche mein Bestes zu geben. Für mich ist es das Wichtigste, dass die Truppe am Wochenende drei Punkte holt. Der Fußball ist meine große Liebe, und es ist hart, wenn ich nicht spielen darf. Aber ich bin ein Kämpfer und werde versuchen, wieder ins Team zu kommen. Ich gebe jedenfalls nicht auf."

Daher scheint ein Abgang bis zum Ende dieser Transferperiode (bis zum 31. Januar) unwahrscheinlich. "Es sind nur noch drei Tage. Das ist eine kurze Zeit, um etwas zu finden. Ich denke nicht, dass ich weggehe", so der Mittelfeldmann. Sollte sich bis zum Sommer an seiner gegenwärtigen Situation nichts ändern, dürfte aber Bewegung in die Sache kommen. "Da gibt es bessere Möglichkeiten, an denen ich gemeinsam mit meinem Berater arbeiten werde."