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FC Hansa Rostock Es reicht gegen den FSV Zwickau nur zu einem 1:1

Von Peter Richter | 22.09.2019, 16:50 Uhr

Kein dritter Sieg in Folge in der 3. Fußball-Liga 2019/20 für Hansa: Gegen den FSV Zwickau gab es nur ein Unentschieden.

Elfter gegen Dreizehnter, das war die Konstellation mit beiderseits üppigem Rückstand nach oben, jedoch nur wenig Puffer (drei beziehungsweise zwei Punkte) bis zum ersten Abstiegsplatz.

Aus Rostocker Sicht schwang da die Hoffnung mit, nach dem 2:2 in Ingolstadt, 1:0 gegen Münster und 2:1 in Braunschweig die sich hoffentlich entwickelnde Serie auszubauen, möglichst mit dem dritten Dreier in Folge.

Dafür hatte Trainer Jens Härtel nur eine - unumgängliche - Veränderung in der Start-Elf vorgenommen: Für den verletzten Mirnes Pepic lief der dänische Nachwuchs-Nationalspieler Nikolas Terkelsen Nartey erstmals von Beginn an mit der Kogge auf der Trikotbrust auf.

Den Gastgebern gelang ein Superstart: Nach einem weiten hohen Einwurf von Nils Butzen in den Strafraum der Sachsen verlängerte ausgerechnet der frühere Hanseat Rene Lange beim Versuch, per Kopf zu klären, die Kugel höchst unglücklich genau zu Pascal Breier, der diese Chance volley nach ganzen 67 Sekunden zum 1:0 nutzte.

Das Team in Grellgelb durfte sogar froh sein, die Anfangsphase nur mit einem Gegentor überstanden zu haben, denn die Ostseestädter besaßen durch Korbinian Vollmann (nach 40 Sekunden/vorher gescheiter Pass von Breier) und Aaron Opoku (4.) weitere sehr gute Möglichkeiten, die allerdings Johannes Brinkies im FSV-Gehäuse, noch ein Ex-Rostocker, zunichte machte.

Die Gäste ließen sich vom frühen Rückstand nicht groß beeindrucken und fanden ebenfalls schnell in die Partie, wobei ihnen der FCH dies mit der einen oder anderen Leichtsinnigkeit im Spiel von hinten heraus erleichterte. Es galt, in der Defensive die Konzentration hoch zu halten, um nach Möglichkeit in die schnelle Umkehr zu gelangen. Das gelang aber zunächst nur höchst ansatzweise, denn Zwickau entwickelte regelrecht Druck und band die Hanseaten oft am und und im eigenen Strafraum.

Erst mit dem, wenn auch verpuffenden Konter über Opoku und Breier auf Nik Omladic (25.) konnten sich die Hausherren etwas aus der Umklammerung befreien und fortan für mehr Entlastung sorgen beziehungsweise selber wieder mehr nach vorn tun.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Gäste zum keineswegs unverdienten Ausgleich. Nicht zum ersten Mal hatte es vorher eine Unsicherheit von Nico Rieble gegeben, aus der sich ein Gegenangriff entwickelte, den Fabio Viteritti mit Auge und Präzision überlegt abschloss zum 1:1 (50.).

Härtel reagierte. Der wollte gewinnen und handelte: John Verhoek und Rasmus Thellufsen Pedersen kamen für Breier und Omladic in die Partie (59.).

Danach völlig offenes Geschehen im Ostseestadion: Sowohl konnte der Endstand bereits erreicht sein als auch das Pendel in die eine wie die andere Seite ausschlagen - vom Gefühl her würde ein etwaiges 2:1, für wen auch immer, die Entscheidung bedeuten.

Zwickau stand zuerst kurz vor dem zweiten Treffer. Torhüter Markus Kolke verhinderte ihn bei einem scharfen Schuss von Huth nach Konter, als sich die Rostocker etwas zu lange damit aufhielten, einen Foulstrafstoß zu fordern, nachdem Butzen im Strafraum des FSV zu Boden gegangen war (72.).

Nur Sekunden später hätte es Verhoek auf der Gegenseite aus bester Position einfach machen müssen, doch Brinkies zeigte eine Weltklasse-Parade und wehrte den nahezu unhaltbar scheinenden Schuss des Niederländers ab (74.).

Dann auch noch Pech für die Mecklenburger, als es nach einem klaren Handspiel von Hehne im Strafraum zum Entsetzen des Großteils der über 16 000 Zuschauer keinen Elfmeter gab (82.).

In den einschließlich Nachspielzeit verbleibenden elf Minuten geschah nichts Gravierendes mehr.

FC Hansa: Kolke - Butzen, Sonnenberg, Rieble, Neidhart (V/stark Gelb-Rot-gefährdet, daher ab 78. Ahlschwede) - Nartey, Bülow - Omladic (59. Pedersen), Vollmann, Opoku - Breier (59. Verhoek)

Schiedsrichter: Florian Exner (SV Blau-Weiß Beelen 1927/Drittliga-Debütant)

Zuschauer: 16 517, darunter Profi-Boxer Jürgen Brähmer und die Handballer des HC Empor, Tabellenführer der 3. Liga Nord-Ost

Tore: 1:0 Breier (2.), 1:1 Viteritti (50.)