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FC Hansa Rostock In der Vorbereitung ein verschworener Haufen werden

Von André Gericke | 17.06.2019, 18:16 Uhr

Mit dem obligatorischen Laktattest ist der Fußball-Drittligist in die Vorbereitung auf die Saison 2019/20 gestartet.

„Jeder Trainer hat so seine Mittel und Wege. Für uns ist das ein guter Start. Die Jungs haben dann auch was an der Hand, was messbar ist. Jeder kann sehen, wie sein aktueller Stand ist. Für uns ist es ein guter Indikator für die Läufe, um Einteilung in Gruppen vorzunehmen, damit niemand über- oder auch unterfordert wird“, sagt Coach Jens Härtel, für den in der Vorbereitung drei Dinge wichtig sind. „Es gilt die physische Komponente aufzubauen, damit man so eine lange und harte Saison in der 3. Liga durchstehen kann. Dann sind es technische und taktische Geschichten. Die neue Mannschaft muss sich finden. Wir müssen herausfinden, was das Beste ist und wer miteinander spielen kann, um dann am stärksten zu sein. Dazu werden wir die fünf Wochen jetzt nutzen.“

Mit dem aktuellen Kader ist der 50-Jährige Stand jetzt zufrieden. „Wir sind in allen Bereichen so aufgestellt, wie wir uns das vorgestellt haben. Für die Umsetzung sind jetzt die Jungs auf dem Platz und im Training zuständig“, erklärt Jens Härtel, der auch im Urlaub stets einen engen Draht zu Sport-Vorstand Martin Pieckenhagen gehalten hat.

Insgesamt zehn Neuzugänge haben die Rostocker bislang verpflichtet. Aaron Opoku soll Nummer elf werden. Der Mittelfeldspieler wird für ein Jahr vom Hamburger SV ausgeliehen. Es sind nur noch Details zu klären, daher ist der 20-Jährige am Nachmittag bereits ins Training eingestiegen. „Wir sind von der Planung her relativ weit, können auf ein, zwei Positionen aber noch etwas machen. Das entscheiden wir, wie die Vorbereitung läuft. Wir beobachten weiter den Markt und sind reaktionsfähig“, sagt Pieckenhagen, der die neue Mannschaft wie folgt einschätzt: „Wir haben eine gute Mischung aus Jungs, die hungrig sind, und Spielern, die Erfahrung mitbringen. Aber das ist auch alles keine Garantie. Es spielen viele Variablen eine Rolle. Wichtig wird sein, dass wir ein Team formieren, dass auf dem Platz die Spiele gewinnt. Es kommt nicht so sehr auf den Einzelnen an, sondern auf den gesamten Verein. Nur wenn man als Ganzes funktioniert, kann man oben mitspielen.“

Dem stimmt Härtel zu: „Die Hauptaufgabe mit den vielen Neuzugängen wird sein, in der Vorbereitung direkt ein verschworener Haufen zu werden, der bereit ist, gegen alle Widerstände, die in der Saison kommen, auch anzugehen.“

Nachdem im vergangenen Sommer lauthals das Ziel „Gemeinsam nach oben“ proklamiert wurde, hält sich der Club diesmal mit Kampfansagen an die Konkurrenz merklich zurück. „Das Ziel sollte es sein, dass man sich entwickelt. Wir waren jetzt zweimal Sechster und wollen uns nicht verschlechtern. Allerdings haben wir auch ein bisschen die Lehren aus der Vergangenheit gezogen, dass man es nicht schafft, wenn man es nur laut herausposaunt“, so Vorstands-Chef Robert Marien, der gleichwohl noch einmal klarmacht, dass der Verein mittelfristig aufsteigen muss: „Wir haben zwar erstmals die Lizenz im ersten Durchlauf ohne Bedingung erhalten und kein frisches Geld reingesteckt, doch auch dreimal Rammstein würde nicht reichen, um das Ostseestadion so zu modernisieren, dass es zukunftsfähig ist. Es gibt für Hansa Rostock keine langfristige Zukunft in der 3. Liga, und dazu stehe ich.“

Auch Jens Härtel hält sich mit den Prognosen für die kommenden Saison zurück, verweist vielmehr auf den Abstiegskampf der vergangenen Saison. „Bei vier Absteigern haben 45 Punkte nicht gereicht. Natürlich wollen wir uns nicht verschlechtern. Doch der Verein und auch ich, wir kennen diese Liga. Sie ist sehr ausgeglichen und brutal eng. Man muss immer am Limit sein. Die Geschichte hat gezeigt, dass man vorsichtig sein muss, wenn man seine Ziele ausruft“, so der 50-Jährige, der dann aber doch einen gucken lässt: „Wenn wir im Januar 46 Punkte haben, dann können wir noch mal über neue Ziele sprechen.“

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