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Fußball Hansa Rostock startet in Duisburg in die Rückrunde

Von Andre Gericke | 22.01.2021, 16:00 Uhr

Die Ostseestädter wollen mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten MSV den Kontakt zur Spitzengruppe der Liga wahren.

Unterschiedlicher könnten die Ausgangslagen beim MSV Duisburg und dem FC Hansa Rostock vor dem Rückrundenauftakt in der 3. Fußball-Liga am Sonnabend um 14 Uhr nicht sein. Während die Gastgeber zuletzt drei Partien in zwölf Tagen absolvierten und als 19. tief im Tabellenkeller festhängen, liegt das bislang letzte Spiel der sechstplatzierten Ostseestädter gegen Unterhaching (1:0) zwei Wochen zurück. "Es sind zwei grundverschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Zum einen geht es um den Rhythmus. Diesbezüglich dürfte Duisburg einen Vorteil haben. Zugleich spielt aber auch die physische Belastung eine Rolle. Wenngleich sie jetzt Heimspiele hatten und daher keine großen Fahrten, so sind die Plätze aktuell doch sehr tief. Das könnte ein Mini-Vorteil für uns sein. Wir fahren in jedem Fall nach Duisburg und wollen uns die drei Punkte krallen", sagt Hansa-Trainer Jens Härtel.

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Neben Rhythmus und Physis dürfte aber auch die Psyche eine große Rolle spielen. Verpasste der MSV im Sommer nur knapp den Wiederaufstieg, kämpft das Team aktuell gegen den Absturz in die Viertklassigkeit. "Es ist sicherlich nicht immer einfach nach einem Trainerwechsel. Sie spielen jetzt einen anderen Fußball, als noch unter Torsten Lieberknecht. Sie hatten auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und selten das komplette Personal an Bord. Da kann es schnell mal passieren, dass man in einen Negativstrudel gerät und sich ganz unten wiederfindet. Wir haben immer betont, dass wir zunächst Punkte sammeln, um nicht unten reinzurutschen. Denn befindet man sich erst einmal dort, dann ist es ganz schwer, wieder herauszukommen", so der 51-Jährige.

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Jens Härtel hat den Gegner am Mittwoch bei seiner 1:2-Pleite gegen den 1. FC Magdeburg, als der MSV im direkten Duell gegen einen Mitkonkurrenten eine 1:0-Führung verspielte, genau unter die Lupe genommen. "Sie stehen tendenziell etwas tiefer, haben aber ein unheimlich gutes Umschaltverhalten und im Konterspiel auch das Tor gemacht. Zudem hatten sie drei, vier weitere Möglichkeiten für einen zweiten Treffer. Allerdings war auch zu sehen, dass sie in der letzten Reihe Fehler machen und die Zuordnung im Strafraum nicht immer so ist, wie sie sein könnte. Das gilt es für uns auszunutzen mit tiefen Läufen hinter die Kette. Bei den Eingaben müssen wir dann die Box gut besetzen", so der Rostocker Coach.

„"Es wird eine spannende Aufgabe, aber wir sind gewappnet. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, können wir das Spiel gewinnen. Dennoch ist der MSV quasi ein angeschlagener Boxer und extrem gefährlich."“
Jens Härtel, Trainer des FC Hansa

Beide Teams haben mit einigen Verletzungssorgen zu kämpfen. Auf Rostocker Seite stehen gleich acht Profis, darunter Nik Omladic, Korbinian Vollmann und Oliver Daedlow, nicht zur Verfügung. Die Duisburger müssen mit Vincent Vermeij (Bänderriss im Knie) auf ihren bisher besten Torschützen verzichten. Der Niederländer kommt bisher auf sieben Tore und vier Vorlagen in 17 Partien

Zwei Neuzugänge beim MSV

Allerdings hat der MSV in dieser Woche auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Marlon Frey (SV Sandhausen) sowie Federico Palacios (ausgeliehen von Jahn Regensburg) verpflichtet. "Es wird eine spannende Aufgabe, aber wir sind gewappnet. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, können wir das Spiel gewinnen. Dennoch ist der MSV quasi ein angeschlagener Boxer und extrem gefährlich. Nach der Niederlage gegen Magdeburg ist ihre Situation noch schwieriger geworden. Sie müssen eigentlich dreifach punkten und können nicht abwartend agieren, müssen ein Stück weit ins Risiko gehen. Vielleicht können wir es ausnutzen, dass Duisburg nicht ganz so stabil ist. Wenn wir es gut machen, aggressiv sind und ein gutes Gegenpressing spielen, könnten sie in alte Muster zurückfallen", sagt Jens Härtel.

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