Ein Angebot des medienhaus nord

FC Hansa Rostock Nachhilfe beim FC Barcelona

Von Andre Gericke | 11.04.2019, 18:27 Uhr

FCH-Coach Jens Härtel schaute am Mittwoch im TV das Champions-League-Duell des spanischen Meisters bei Manchester United

Jens Härtel hat am Mittwochabend bei den "Großen" zugeschaut. Der 49-jährige Trainer des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock verfolgte im TV das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Manchester United und dem FC Barcelona. Gerade im Hinblick auf das Verteidigen von Standards, die aktuell große Schwäche des FCH, schaute der Coach genauer hin. "Barcelona hat viele kleine Spieler, trotzdem haben sie es gut gemacht und gegen eine Mannschaft wie United, die viele großgewachsene Spieler hat, keinen Gegentreffer nach Standards bekommen", so Jens Härtel. Zwar könne ein 1,70 Meter großer Kicker nicht jedes Duell gegen einen 1,90-Meter-Mann gewinnen, doch entscheidend sei, wie man zum Ball gehe. "Es geht einfach darum, dass jeder seinen Job macht. Da ist es auch egal, ob ich gegen den Mann, im Raum oder in einer Kombination aus beiden verteidige. Jeder Spieler muss einfach seine Aufgabe erfüllen", fordert der Coach.

Zuletzt mussten die Norddeutschen in vier Spielen jeweils einen Gegentreffer nach einem Standard hinnehmen. "Es nervt unheimlich. Nicht nur uns im Trainerteam, sondern die gesamte Mannschaft. Wir sollten es jetzt aber auch nicht Woche für Woche thematisieren, sonst setzt es sich im Unterbewusstsein fest. Das wollen wir nicht, nachher fangen wir bei jedem Standard noch an zu flattern", erklärt der Coach, der die jeweiligen Gegentore aber natürlich mit dem Team aufgearbeitet hat: "Es waren immer verschiedene Situationen und Spieler. Jetzt gilt es, dass jeder Spieler über 90 Minuten hellwach ist, jeden Standard konzentriert verteidigt und seine Aufgabe erfüllt, die wir ihm zugeteilt haben."

Einer, den die Gegentreffer besonders nerven, ist Ioannis Gelios. Der Keeper muss den Ball dann immer aus der Kiste holen. "Ich bin schon angefressen und würde den Ball am liebsten aus dem Stadion schießen. Doch es bringt ja nichts, aggressiv zu sein, sondern man muss dann schauen, dass man das Spiel noch dreht oder wenigstens wie in Köln einen Punkt holt", so der Schlussmann, der darauf achtet, dass jeder Mitspieler seine Position einnimmt, die ihm der Trainer zugeordnet hat. "Es ist nicht immer so einfach, wie es von draußen aussieht, wenn zehn Mann zum Ball stürmen. Daher schaue ich als Torwart immer zunächst darauf, dass jeder an seinem Platz ist und dass alle zusammen hochgehen. Wenn es möglich ist, komme ich auch aus meinem Tor und versuche, die Situation zu bereinigen", sagt Ioannis Gelios, für den die Kommunikation sehr wichtig ist: "Wenn man sich verbessern will, kann man eigentlich nicht zu viel über eine Sache reden."