Ein Angebot des medienhaus nord

FC Hansa Rostock „Ich will einfach Spiele gewinnen“

Von Thomas Baake | 02.05.2019, 17:01 Uhr

Kapitän Oliver Hüsing spricht über den VfL Osnabrück, seine Beziehung zu Statistiken und die Ziele bis zum Saisonende.

Und täglich grüßt das Flutlichtspiel: Am Freitagabend um 19 Uhr ist es mal wieder soweit, und wieder heißt der Gegner VfL Osnabrück für den Fußball-Drittligisten Hansa Rostock. Bereits das Hinspiel im Dezember fand am Abend statt.

Kapitän Oliver Hüsing erinnert sich: „Es war ein intensives Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit Osnabrück gut unter Druck gesetzt und hatten viele Chancen, die wir dann leider nicht nutzten. Wie so oft in diesem Jahr hat sich das ein wenig gerächt, dass wir 0:1 in Rückstand lagen, aber dann konnte ich noch den 1:1-Ausgleichstreffer machen. Am Ende war es ein verdientes Unentschieden, weil Osnabrück nach der Pause mehr vom Spiel hatte.“

Und diesmal wird es nicht viel anders werden.

„Es wird ähnlich intensiv wie im Hinspiel. Auch wenn Osnabrück als Aufsteiger feststeht, glaube ich, dass sie vor ihren eigenen Fans im Traditionsduell uns nicht einen Zentimeter schenken wollen. Wir allerdings ihnen auch nicht. Beim 0:0 gegen Lotte lief es jetzt nicht ganz so gut, aber beim 2:0 in Kaiserslautern haben wir gezeigt, was wir drauf haben. Da wollen wir Konstanz reinkriegen“, schätzt der Abwehrboss die Lage ein. 

Seine persönliche Bilanz gegen die Lila-Weißen aus Niedersachsen mit Hansa liest sich nicht so schlecht: ein Sieg, zwei Remis und eine Niederlage. „Ich gucke nicht auf meine Statistiken. Es gibt aber ein gutes Gefühl. Ich versuche mich in der Trainingswoche gut vorzubereiten, und dann wollen wir drei Punkte holen“, so der 26-jährige.

Die Ostseestädter treten bei einem künftigen Zweitligisten an. Ist das ein anderes Gefühl, als wenn man bei einem Kellerkind aufläuft? „Für mich macht es keinen Unterschied. Ich will einfach Spiele gewinnen. Wir wollen beweisen, dass wir guten Fußball zeigen können. Es liegen noch wichtige Wochen vor uns – auch mit dem Landespokalfinale“, formuliert der Kapitän der Kogge klar die Ziele bis Saisonende.

Ob daheim oder in der Fremde, taktisch macht das für Hansas Nummer 5 keinen Unterschied. „Der Trainer wird die Marschroute vorgeben. Egal, ob wir auswärts oder zu Hause antreten, wir wollen immer unser Spiel durchdrücken. Das heißt: aktiv nach vorne spielen und verteidigen“, sagt Oliver Hüsing.

Das wird im Stadion an der Bremer Brücke beim Tabellenführer auch nötig sein.

Hansa will nicht nur dahinfahren und ein bisschen gratulieren

„Es erwartet uns eine schwierige Aufgabe bei einer Mannschaft, die sieben Spiele am Stück gewonnen hat und im Flow ist“, schätzt FCH-Trainer Jens Härtel die Situation vor dem Freitagabend-Spiel in Osnabrück ein. Zudem muss der gebürtige Sachse auf ein paar Akteure verzichten. Del-Angelo Williams hat Magen-Darm-Probleme und fällt aus. Johann Berger schreibt sein Mathematik-Abitur und fehlt ebenfalls. Dafür ist erstmals A-Junior Paul Wiese im Kader. Jonas Hildebrandt fehlt aufgrund einer Gelb-Sperre.

„Wir freuen uns auf die Kulisse Bremer Brücke und in so einer Atmosphäre zu spielen. Es könnte ein spektakuläres Spiel werden“, blickt Härtel voraus und ergänzt: „Das Stadion wird voll sein. Wenn wir da kommen, weiß Osnabrück schon, dass wir kein Dorfverein um die Ecke sind und ein paar Spieler mitbringen. Ich glaube nicht, dass der VfL einen Schritt weniger machen wird. Ich gehe davon aus, dass wir auf eine extrem bissige Mannschaft treffen werden.“ Für das Flutlicht-Duell beim ersten feststehenden Aufsteiger in die 2. Fußball-Bundesliga hat Härtel klare Vorstellungen: „Nur dahinfahren und ein bisschen gratulieren und feiern, das wollen wir nicht. Wir wollen etwas mitnehmen. Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen als beim 0:0 gegen Lotte.“

Ben Meyer war im Probetraining

Außenverteidiger Ben Meyer von Nordost-Regionalligist Union Fürstenwalde weilte zum Probetraining beim FC Hansa. „Ben ist ein junger Spieler und hat sein erstes Männer-Jahr absolviert. Wir werden ihn weiter im Blick behalten. Nach zwei Tagen kann man noch nicht viel sagen“, schätzt Trainer Jens Härtel ein.