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FC Hansa Rostock Nach Bülows Kopfballtreffer so dicht vor dem Sieg

Von Sebastian Lindner | 23.08.2019, 23:57 Uhr

Die Gäste drehen das Spiel beim FC Ingolstadt vom 0:1 zum 2:1, doch die Gastgeber gleichen mit dem zweiten Elfmeter aus.

Kann Hansa nur unter Flutlicht spielen? Spätestens seit dem 2:2 (0:1) am Freitag beim FC Ingolstadt stellt sich die Frage, denn die Gäste trafen zweimal nach der Pause, als es draußen bereits dunkel war. Drei Punkte gab es nur nicht, weil Hansa zwei Elfmeter gegen sich bekam.

Mit Abstimmungsproblemen begann das Spiel gegen den Tabellenführer. Markus Kolke will eine hohe Hereingabe abfangen, aber Sven Sonnenberg ist vor ihm mit dem Kopf zur Stelle. Seine Abwehr landet allerdings im Fuß eines Ingolstädters, der den Ball nicht voll trifft, so dass der zentrale Innenverteidiger noch vor der Linie klären kann (3.).

Kurz darauf folgte allerdings schon das negative Highlight de ersten Hälfte: Maximilian Ahlschwede trifft im Sechzehner Agyemang Diawusie unten am Fuß – Elfmeter und das 1:0 für den Gastgeber durch Stefan Kutschke (8.).

Die bis dahin sehr tief agierenden Hanseaten rückten in der Folge etwas weiter raus. Für erste Gefahr sorgte Nils Butzen nach Pass von Aaron Opoku, doch der agilste Rostocker der ersten Halbzeit wurde vorm Abschluss noch abgegrätscht (16.). Ansatzweise gefährlich wurde es, als Korbinian Vollmann, der ansonsten wie der Rest der Rostocker Offensive komplett blass blieb, einen Freistoß auf den Kopf des für Öztürk ins Team gerückten Kai Bülow setzte, der aber über das Tor ging (44.). Ingolstadt wurde noch einmal durch einen Schlenzer von Paul Kurzweg gefährlich (36.), war spielbestimmend, aber auch ohne weitere Chancen.

Die zweite Halbzeit begann wesentlich schwungvoller – mit einem Solo von Opoku, der sich an der Mittellinie den Ball schnappte, nicht angegriffen wurde und dribbelnd bis in den Sechzehner ging. Seine Fackel hoch ins Eck markierte den Anschlusstreffer und sorgte für neue Hoffnung (50.). Opoku war auch an den nächsten beiden Möglichkeiten beteiligt (55., 57.), drehte richtig auf.

Dann aber erst mal wieder Ingolstadt, eingeladen von Kolke, der an einer Hereingabe vorbeifaustete. Die anschließende Ecke rutschte durch bis zum zweiten Pfosten, wo sich Rieble einem einschussbereiten Gegner in den Weg stellte (63.). Es war der Auftakt zur besten Phase des Spiels, an der Ingolstadt aber mehr Anteile hatte. Mehrere Ecken und ein Abschluss aus der zweiten Reihe, den die Schanzer schon im Tor gesehen hatten – Kolke klärte glänzend (68.) – folgten.

Ingolstadt nutzte seine Chancen nicht, und so war Hansa am Zug. Die eingewechselten Pascal Breier und Marco Königs machten, beseelt vom mittlerweile eingeschalteten Flutlicht, mächtig Dampf, doch Letzterer scheiterte zweimal teils akrobatisch an FCI-Keeper Buntic (70., 71.).

Fortan wurde es hektisch, beide Mannschaften spielten mit offenem Visier. Dann kam die 86. Minute und eine Ecke von Pepic. Bülow war zur Stelle und drückte sie per Kopf über die Linie, wurde vor der eigenen Kurve schon als Matchwinner gefeiert. Nico Neidhart hatte in der Nachspielzeit sogar noch die dicke Möglichkeit zum 3:1 und hätte alles klar machen können.

Doch kurz vor Ablauf der Nachspielzeit bekam Ingolstadt den zweiten Elfmeter zugesprochen, den Kutschke verwandelte. Hansa verlor spät nicht nur zwei Punkte, sondern auch noch den verletzten Sonnenberg, der auf einer Trage abtransportiert werden musste.

Das sagt Trainer Jens Härtel

Das ist Wahnsinn, was hier passiert ist. Ich muss mir die Szene noch mal angucken, aber wir fühlen uns schon ein bisschen betrogen. Wir waren drauf und dran, ein drittes Tor zu machen, dann kommt es gar nicht dazu. Wir hätten den Deckel draufmachen müssen. Wir hätten uns in der Ecke ein bisschen cleverer anstellen können, dass der lange Ball da gar nicht kommt. Emotional ist das extrem schwer. Die Mannschaft hat nach dem 0:1 gegen Großaspach eine Reaktion gezeigt. In der Pause ist es in der Kabine noch mal ein bisschen lauter geworden. Wenn wir so spielen wie heute, sind wir in der Lage, jeder Mannschaft in dieser Liga Probleme zu bereiten. Wir haben gerade in der zweiten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht und hatten auch schon in der ersten Hälfte unsere Möglichkeiten, hier was mitzunehmen.