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Hansa Rostock Sonderlob für Eigengewächs Daedlow

Von Sebastian Lindner | 29.12.2020, 06:00 Uhr

Während der Youngster seinen Weg in Rostock geht, wurde sein Kumpel Michel Ulrich nach Berlin verliehen.

Vor etwa einem Jahr erreichte Oliver Daedlow die Nachricht: Der damals 19-Jährige, der in Hansas Oberliga-Mannschaft kickte, erhielt vom Trainergespann um Jens Härtel die Einladung, mit ins Winter-Trainingslager der Profis an die türkische Riviera nach Belek zu fliegen. Es folgten bewegte zwölf Monate für den gebürtigen Neubrandenburger, der noch in der vergangenen Saison sein Drittliga-Debüt für Hansa feierte und im Sommer seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieb.

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Im laufenden Spieljahr rutschte Daedlow dann häufiger in den Kader der ersten Mannschaft, ist mittlerweile fester Bestandteil des Mittelfeldes. Fünf der letzten sechs Spiele bestritt er als Sechser, die letzten beiden gegen Zwickau und Ingolstadt auch über die volle Distanz. Und wahrscheinlich wären da zuvor noch zwei weitere hinzugekommen, hätte Daedlow nicht gegen Bayern II und Wiesbaden jeweils angeschlagen vom Platz gemusst.

Trotz Konkurrenz festgespielt

Deshalb gibt es auch ein Sonderlob vom Trainer. "Wenn ich sehe, was Oli Daedlow für eine Entwicklung genommen hat, freut mich das schon sehr", so Härtel über den Youngster. "Er schmeißt sich rein, gewinnt Zweikämpfe, spielt sauberen Fußball – und ist ein Eigengewächs, ein junger Hanseat." 2016 wechselte Daedlow vom 1. FC Neubrandenburg, wo er von klein auf Fußball spielte, in die Rostocker B-Jugend.

Dass Daedlow "seine Spielzeit gegenüber dem letzten Jahr deutlich multipliziert hat", so drückte es Härtel aus, komme nicht von ungefähr. Dabei ist die Konkurrenz, die er im defensiven Mittelfeld hat, keineswegs gering. Mit Björn Rother und Jan Löhmannsröben, der zuletzt aber auch häufiger in der Innenverteidigung ranmusste, balgen sich zwei gestandene Drittliga-Profis um die Position.

Gefährte Ulrich geht anderen Weg

Gemeinsam mit Daedlow war im vergangenen Winter auch Michel Ulrich in Belek. Für den waschechten Rostocker war es bereits das zweite Trainingslager mit den Profis in der Türkei, nachdem er schon im Jahr zuvor dabei sein durfte. Auch Ulrich unterschrieb im Sommer – eine Woche vor Daedlow – einen Profi-Vertrag bei der Kogge.

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Doch sein Weg nahm einen anderen Lauf. Mit der Vertragsunterschrift wechselte der 20-Jährige auf Leihbasis in die Regionalliga zum Berliner AK, um der vermeintlich großen Konkurrenz im Sturmzentrum mit Pascal Breier, John Verhoek und Erik Engelhardt aus dem Weg zu gehen und Spielpraxis zu sammeln.

Pandemie bremst Pläne aus

Der Plan schien zunächst aufzugehen. Ulrich absolvierte bei den Berlinern acht der ersten zwölf Partien. Fünf Mal stand er in der Startelf, ein Tor und zwei Vorlagen gehen auf sein Konto. Doch seit Anfang November ruht der Ball in der Nordoststaffel Deutschlands vierthöchster Spielklasse aufgrund der Corona-Pandemie und dem Umstand, dass der Liga der Profi-Status abgesprochen wurde.

Wann, und ob, in der Regionalliga wieder Fußball gespielt wird, steht derzeit noch in den Sternen. Eine vorzeitiges Ende der Leihe, die noch bis zum Saisonende läuft, scheint in Rostock trotzdem kein Thema zu sein. Obwohl Hansa in der Offensive durchaus mit Sorgen zu kämpfen hat. Die sollten sich durch die Verpflichtung von Lion Lauberbach aber zumindest etwas gelindert haben.

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