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FC Hansa Rostock „Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann nur das Wetter“

Von Peter Richter | 01.09.2019, 16:46 Uhr

Osman Atilgan war zufrieden mit seinem Debüt für den FC Hansa Rostock beim 1:0 gegen den SC Preußen Münster.

Als Drittletzter und also für den Augenblick Absteiger in die Regionalliga ging der FC Hansa in diesen 7. Spieltag der 3. Fußball-Liga. Mit dem völlig verdienten 1:0 (0:0) gegen Preußen Münster sind die Rostocker ins Mittelfeld der Tabelle aufgebrochen.

Von den vier frischen Neuzugängen Atilgan, Omladic, Thellufsen und Nartey durfte sich am Sonnabend Osman Atilgan als Erster den Fans im Ostseestadion vorstellen: Er wurde im Mittelfeld (außen/ Vollmann dafür mittig) ebenso in die Start-Elf berufen wie Nico Neidhart, der links verteidigte (erstmals von Beginn an/ Rieble rückte in die zentrale Abwehr ein). Nicht in der Anfangsformation im Vergleich zum 2:2 in Ingolstadt waren Reinthaler und Ahlschwede, der erkrankt fehlte.

Die 11 063 Zuschauer sorgten für eine „super Atmosphäre. Das kenne ich zwar auch von Dresden, aber es war dennoch überragend“, meinte Atilgan nach seinem Debüt. „Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann nur das Wetter – es war ein bisschen heiß.“

Auf den Flügeln wechselte er mit Aaron Opoku immer mal die Seite: „Wir verstehen uns gut und haben so versucht, den Gegner durcheinander zu bringen“, so „Ossi“. Er sei „froh, dass ich mit meiner Leistung der Mannschaft helfen konnte, drei Punkte zu holen“.

Höhepunkt der ersten Halbzeit war ein toller Angriff der Hanseaten, der zwingend zum 1:0 hätte führen müssen: Vollmann hat die Inspiration, kommt auch durch, kann selbst abschließen, schiebt die Kugel aber uneigennützig nach rechts weiter zu Opoku, doch der scheitert aus bester Position am top reagierenden Keeper Schulze Niehues (16.).

Die zweite Hälfte begann mit einem Riesenschreck: Litka erzielte mit sattem Schuss in den Winkel das 1:0 für Münster – glaubten jedenfalls er und die restlichen Preußen (48.). Doch Schiri-Debütant Robin Braun, 23-jähriger Jurist vom SV Jägerhaus-Linde, zeigte nicht zur Mitte, sondern ahndete ein vorausgegangenes Handspiel der Gäste.

Danach fast nur noch Hansa am Zuge. Meistens fehlte der letzte Tick Genauigkeit, aber die Weiß-Blauen entwickelten enormen Druck, setzten sich vor dem und im Strafraum der Roten fest, holten eine Ecke nach der anderen heraus (am Ende 10:5). Nur ein Treffer wollte nicht fallen – bis aus einem unübersichtlichen Gewühl heraus Opoku das Spielgerät vor die Füße bekam und es aus Nahdistanz ins Netz drosch: 1:0 (77.)! Wen scherte es schon, dass es vorher eigentlich Einwurf für Münster hätte geben müssen, weil Breier zuletzt dran war? Die Führung war hochverdient!

Breier hätte nach Vorarbeit von Opoku alles klarmachen können, scheiterte jedoch an Schulze Niehues (79.). Ebenso auf dem Weg zum 2:0 war Opoku, allerdings sprang ihm nach glänzendem Pass von Königs der Ball zu weit vom Fuß (83.).

Egal, am Ende stand das erste Mal 2019/20 hinten die Null, was natürlich vor allem Torhüter Markus Kolke befriedigte: „Jetzt ist das Ziel, das zweite Mal nachzulegen. Nachdem wir unter den Strich geraten waren, rückten wir als Mannschaft noch mal enger zusammen. Wir hatten uns intern gesagt, so kann es nicht mehr weitergehen. Jetzt haben wir inklusive des 2:2 in Ingolstadt drei konstante Halbzeiten gespielt.“ Ein guter Anfang.

Rostock: Kolke – Butzen, Sonnenberg, Rieble (72. Reinthaler), Neidhart – Pepic, Bülow – Atilgan, Vollmann (65. Breier), Opoku – Verhoek (65. Königs)

Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Erdogan, Heidemann – Rodrigues Pires (75. Brandenburger), Wagner – Özcan (79. Mörschel), Litka, Schnellbacher (63. Hoffmann) – Dadashov

Schiedsrichter: Braun (Wuppertal)

Zuschauer: 11 063

Tor: 1:0 Opoku (77.)

Das sagen die Trainer

Jens Härtel (Rostock/gewann auch sein achtes Spiel als Trainer gegen Münster!): Wir haben es mehr gewollt, spielten uns deutlich mehr Chancen heraus und hätten schon in der ersten Halbzeit in Führung gehen müssen, als Schulze Niehues überragend gehalten hat. Wir haben wie so ein Mauerspecht immer wieder geklopft, um das Loch, um die Lücke zu finden. Am Ende war es ein eher hässliches Tor, aber das ist uns egal. Wichtig war, dass wir die drei Punkte holen. Außerdem ließen wir das erste Mal in dieser Saison kein Gegentor zu. Wir haben jetzt ein positives Gefühl, und auf diesem Kaugummi können wir, da ja erst mal wieder der Landespokal ansteht, ein bisschen länger rumkauen, als wenn gleich das nächste Punktspiel gefolgt wäre.

Sven Hübscher (Münster): Ich bin nicht zufrieden. Mir war klar, dass hier gewinnt, wer mehr Leidenschaft auf den Platz bringt. Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Was mich ärgert, ist, dass wir dazu beigetragen haben.