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FC Hansa Rostock Tanju Öztürk hat gute Karten

Von André Gericke | 18.11.2019, 16:22 Uhr

Neuer Abräumer gesucht! Zu lösen ist diese knifflige Aufgabe: Wer ersetzt beim FC Hansa den verletzten Kai Bülow?

Trainer Jens Härtel muss bis zum Spiel seines FC Hansa am Sonntag (14 Uhr) in der 3. Fußball-Liga beim 1. FC Kaiserslautern entscheiden: Wer ersetzt den verletzten Kai Bülow auf der „Sechs“ im defensiven Mittelfeld?! Der Routinier, der sich in den vergangenen Wochen in überragender Form präsentierte, fällt bis zur Rückrunde wegen einer Knieblessur aus.

Für die Norddeutschen ist das ein schwerer Schlag, hielt doch mit der Rückkehr des 33-Jährigen in die Start-Elf wieder die notwendige Stabilität Einzug. Mit der nötigen Übersicht sowie seiner Kopfball- und Zweikampfstärke stopfte der gebürtige Rostocker, der vor knapp anderthalb Jahren aus Karlsruhe an die Ostseeküste wechselte, regelmäßig Löcher im Defensivverbund und gab der jungen Innenverteidigung um Sven Sonnenberg sowie Max Reinthaler zusätzliche Sicherheit.

Selbst beim 1:3 in Jena nahm Härtel den Mittelfeldmann von seiner Kritik aus, attestierte ihm als einzigem Spieler Normalform.

Doch in den kommenden Wochen wird der Coach auf den Abräumer verzichten müssen, braucht eine adäquate Alternative. Beim 1:2 gegen Duisburg kam Jonas Hildebrandt in die Partie, als sich Bülow kurz nach der Pause verletzte. Wirklich ersetzen konnte er seinen Teamkollegen jedoch nicht. Ihm fehlt bislang noch das nötige Durchsetzungsvermögen in den Zweikämpfen.

Auch Nikolas Nartey und Mirnes Pepic kommen eher über die spielerische Komponente. Das ist für den Spielaufbau gewiss wichtig. Beide benötigen jedoch einen Abräumer, der ihnen den Rücken freihält.

Möglicherweise schlägt in der Endphase der Hinrunde die Stunde von Tanju Öztürk. Der 30-Jährige gehörte in den ersten fünf Spielen zur Start-Elf, verlor dann aber seinen Platz an Bülow. Wird der Vorgänger damit zum Nachfolger?

Zuletzt im Landespokal in Bützow (5:0) erhielt Öztürk, der zwischenzeitlich auch drei Wochen verletzungsbedingt kürzer treten musste, eine Bewährungsprobe. „Es war schön, wieder Spielpraxis und Minuten auf dem Platz zu bekommen. Das ist immer wichtig. Es ist egal, wie man trainiert, denn Wettkampf ist immer noch etwas ganz anderes“, sagte Tanju Öztürk nach der Landespokal-Partie und hatte das nächste Match bereits im Blick: „Jetzt bereiten wir uns auf Lautern vor. Wir müssen weiterhin so aggressiv bleiben und immer beim ersten Kontakt am Gegner dran sein.“ Fähigkeiten, die Tanju Öztürk auszeichnen.