Handball : Kleinigkeiten haben entschieden

Warf den Güstrower HV zum Sieg: Jonas Christ traf gegen den TSV Bützow elf Mal, obwohl Gäste-Keeper Falk Schünemann (l.) einen sehr guten Tag erwischte.
Warf den Güstrower HV zum Sieg: Jonas Christ traf gegen den TSV Bützow elf Mal, obwohl Gäste-Keeper Falk Schünemann (l.) einen sehr guten Tag erwischte.

MV-Liga: Bützower Handball-Männer verlieren beim Spitzenreiter Güstrower HV trotz einer starken Leistung mit 22:24 (13:10)

Kopf Robert Grabowski.JPG von
25. März 2019, 05:00 Uhr

Fast hätte sich der Güstrower HV im Meisterschaftsrennen der MV-Liga einen überraschenden Ausrutscher geleistet – aber nur fast. Im Lokalduell gegen das benachbarte Kellerkind vom TSV Bützow taten sich die Barlachstädter ohne vier Leistungsträger lange Zeit schwer, um dann am Ende doch noch mit 24:22 die Nase vorn zu haben. Vielleicht war es auch reine Nervensache, dass die Güstrower nur knapp an einer Blamage vorbeischrammten, denn nachdem die TSG Wismar (Zweiter) vor Wochenfrist zwei Punkte abgab, ist der Landesmeistertitel für den GHV zum Greifen nahe. Ein Punkt fehlt jetzt nur noch aus den letzten beiden Partien, dann sind die Mannen um Spieler-Trainer Oliver Mayer am Ziel.

Dafür muss dann aber eine Leistungssteigerung her, denn das Spiel gegen Bützow sollte zum Nachdenken anregen. Nach dem 2:2 zeigten sich auf Güstrower Seite Abstimmungsprobleme sowohl im Angriff, als auch in der Abwehr. Diese Chance wussten die Bützower zu ihren Gunsten zu nutzen und zogen auf 7:4 davon. Die Manndeckung gegen den torgefährlichen Güstrower zwang dann den Rest der Güstrower dazu, mehr Verantwortung zu übernehmen. Besonders die jungen Güstrower versuchten, dieser Aufgabe gerecht zu werden und kämpften sich bis zum 8:9 heran, schafften es aber nicht zum Ausgleich. In der Folge nutzte der TSV wieder jede sich bietende Chance und enteilte bis zur Pause auf 10:13.

In Durchgang zwei gelang dem GHV aber prompt der Anschlusstreffer. Die Güstrower Fans hofften nun auf die Wende im Spiel. Doch die Gastgeber gaben den Gästen erneut zu viel Raum, so dass das Ruder immer noch nicht übernommen werden konnte. Also mussten sich alle weiter in Geduld üben. Der Nervenkitzel im GHV-Team war enorm groß und führte gerade bei den jungen Spielern zu hoher Anspannung und unnötiger Nervosität. In der 48. Spielminute war es dann wieder soweit, der Anschluss war hergestellt und anschließend wurde der Ausgleich erzielt. Doch weitere vier Minuten später war das Spiel immer noch nicht in trockenen Tüchern. Mit dem 23:22 erzielte GHV-Akteur Jonas Christ das Führungstor und brachte mit dem folgenden verwandelten Strafwurf die Hausherren auf die Siegerstraße. Er war mit elf Toren an diesem Tag der erfolgreichste Schütze und hatte maßgeblichen Anteil am Derbysieg, denn die Bützower hatten in der Schlussphase verschossen und mussten sich knapp geschlagen geben.

„Schade, dass wir uns für eine gute Leistung nicht belohnen konnten. Das hat richtig Spaß gemacht. Wir konnten Güstrow unseren Stempel aufdrücken, haben das Spiel schön verlagert. Wenn es immer so läuft, würden wir ganz woanders stehen. Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden“, sagt Bützows Kapitän Oliver Maegdefessel, der seine Mannschaft in den höchsten Tönen lobte.

Güstrower HV: Michael Tessenow, Oliver Mayer, Anrdré Regge, Sebastian von Weiss, Dominic Frahm (1), Clemens Golatowski (1), Paul Golatowski (1), Thomas Kahl (1), Tom Golatowski (2), Till Mallach, Tim Dethloff (6), Moritz Langer (1), Johannes Karl, Jonas Christ (11)

TSV Bützow: Falk Schünemann, Daniel Stammann – Steffen Klink, Denny Pahl (1), Thomas Necker (6), Maximilian Veit (1), Sebastian Kröger (4), Bernhard Zisler (6/4), Carsten Behning, Oliver Maegdefessel (4)



TSG Wismar – Schwaaner SV 31:19

Für den Schwaaner SV hingen die Trauben beim Tabellenzweiten in Wismar von Anfang an viel zu hoch. Das Tabellenschlusslicht musste mit einem schmalen Kader auskommen, selbst Trainer Detlef Lankowski stand auf dem Spielerbogen, kam aber nicht zum Einsatz. „Das wollte ich mir dann doch nicht antun, nur im absoluten Notfall“, sagt der 54-Jährige. Elf Spieler standen zwar im Aufgebot, doch mit Christian Polkow musste einer durchspielen, der zuvor drei Monate keinen Handball spielte. Trotzdem haute der SSV alles raus, was in ihm steckte – es reichte aber halt nicht. „Angesichts der Konstellation war für uns nicht mehr möglich. Vor allem in den letzten zehn Minuten haben die Kräfte merklich nachgelassen“, erklärt Detlef Lankowski. In beiden Halbzeit zogen die Gäste mit sechs Toren den Kürzeren, sodass am Ende eine 19:31 (7:13)-Niederlage zu Buche stand.

Schwaaner SV: Andre Froriep, Bastian Grünwald – Arne König (4), Martin Koszinski (4), Detlef Lankowski, Christian Polkow (4), Jean Gruszka (2), Thies Hildebrandt (1), Daniel Langberg (2/1), Paul Kröger (1), Mick Zöllig (1)

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