Tri Fun Güstrow : Exotischer Triathlon in Marokko

Nach 70,3 Meilen unter Afrikas sengender Sonne endlich Schatten für Gerald Rußbüldt im El-Hassan-Motodrom.
Nach 70,3 Meilen unter Afrikas sengender Sonne endlich Schatten für Gerald Rußbüldt im El-Hassan-Motodrom.

Gerald Rußbüldt vom Tri Fun Güstrow kämpfte beim 70.3-Triathlon in Marrakesch gegen die afrikanische Hitze

Kopf Robert Grabowski.JPG von
05. November 2019, 05:00 Uhr

Mit der Erringung der Startberechtigung bei den IronMan-70.3-Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Australien hatte Gerald Rußbüldt sein sportliches Jahresziel eigentlich schon Anfang September erreicht. Doch zum Abschluss der Saison sollte die gute Form noch zu einem weiteren Höhepunkt genutzt werden. Und um die ganze Sache auch noch etwas exotisch zu gestalten, meldete sich der Athlet des Tri Fun Güstrow für den ersten offiziellen 70.3-Triathlon in Marrakesch, der ehemaligen Hauptstadt Marokkos, an. Dort versprachen die Veranstalter ein unvergessliches Erlebnis zwischen Wüste, Medina und Hochgeschwindigkeitsrennstrecke. Unvergesslich wird der Wettkampf für Gerald Rußbüldt auf jeden Fall bleiben, doch wohl ganz anders, als es sich die Gastgeber erhofft hatten. Denn um das kurze Fazit des Güstrowers nach dem Zieleinlauf vorwegzunehmen: „Nie wieder Marrakesch 70.3 Ironman!“

Schon der versprochene Bus zum Start um 5 Uhr in der Frühe blieb leider aus und so mussten die 30 Kilometer zum Lalla Takerkoust, dem See, in dem die 1900 Meter Schwimmen zu absolvieren waren, im zum Glück vorhandenen Leihwagen zurückgelegt werden. Dort angekommen, versuchten zwei einsame Laternen vergeblich den ansonsten stockdunklen Wechselgarten für über 1500 Teilnehmer zu erleuchten. So hatte Pech, wer nicht gerade eine Taschenlampe oder zumindest die entsprechende App in seinem Handy hatte.

Auf den steilen – auf jeden Fall auch „unvergesslichen“ - Schwimmausstieg nach 37:57 Minuten folgte der Radsplit. Während für den ersten Teil der 90 Kilometer ein Mountainbike durchaus hilfreich gewesen wäre – der Straßenbelag war katastrophal – ging es auf Teil zwei der Distanz auf besserem Untergrund rasant bergab, wenn da nicht der stetig zunehmende Mopedverkehr gewesen wäre, dessen Regeln sich dem durchschnittlichen Europäer eher nicht erschließen. Immerhin, nach 2:54:45 Stunden war der nächste Wechselgarten im El-Hassan-Motodrom ohne Blessuren erreicht.

Für den abschließenden Halbmarathon hatten die Organisatoren „zwei Runden um die wunderbare Medina“ versprochen. Bei über 30 Grad im Schatten, den es auf der Strecke allerdings nicht gab, hatten die Athleten für irgendwelche Sehenswürdigkeiten allerdings keinen Blick. Für Gerald Rußbüldt lief es dafür relativ gut und er konnte noch drei Konkurrenten seiner Altersklasse 60 bis 64 Jahre überholen. Trotzdem war er nach insgesamt 5 Stunden, 29 Minuten und 46 Sekunden in der afrikanischen Hitze mehr als happy, das Ziel endlich erreicht zu haben. In der Endabrechnung des internationalen Feldes sprang dafür Platz 486 in der Gesamtwertung heraus. Ein toller fünfter Rang in der Alterskategorie bestätigte die ausgezeichnete Herbstform des 63-jährigen Sportlers.

Ein paar Tage, in denen dann gemeinsam mit Rostocker Sportfreunden doch noch etwas von der eindrucksvollen Natur und Kultur des geschichtsträchtigen Landes erkundet werden konnte, rundeten den ungewöhnlichen Wettkampf dann doch noch versöhnlich ab. Wobei der fehlende Radkoffer bei der Landung in Deutschland dann schon wieder für reichlich Adrenalin in den Adern sorgte.

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