Lokalsport : Frank Schütz verlässt Deutschland

Kühlung in jeder Form war das Gebot der Stunde bei den LM über 10000 m in Wismar. Hier unter anderem mit Kathleen Kaufmann (Nr. 2108/SCL), der Landesmeisterin in der W 40.
Kühlung in jeder Form war das Gebot der Stunde bei den LM über 10000 m in Wismar. Hier unter anderem mit Kathleen Kaufmann (Nr. 2108/SCL), der Landesmeisterin in der W 40.

Güstrower Lauf-Ass hatte bei den Landesmeisterschaften im 10000- und 5000-Meter-Bahnlauf seinen vorerst letzten Auftritt für den LSV

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05. Juli 2019, 05:00 Uhr

Im jährlichen Wechsel richten der PSV Wismar und der TC Fiko Rostock die Landesmeisterschaften über 5000- und 10 000-Meter aus. Diesmal trafen sich die MV-Laufsportler im PSV-Stadion. Die tropischen Temperaturen waren für den Ausrichter nicht das einzige Problem an diesem Tag. Die beauftragte Zeitmessfirma verschlief den Auftrag im wahrsten Sinne des Wortes. So mussten die Aktiven mit bis zu zwei Stunden Verspätung in der allergrößten Hitze ihr Pensum absolvieren. Meisterschaftswürdig ist also anders, trotzdem lieferten die Aktiven insbesondere angesichts der Umstände großartige Leistungen ab.

Fünfmal konnten die Vertreter der Region über Titelehren jubeln, zahlreiches weiteres Edelmetall vervollständigte die ausgezeichnete Bilanz der Läuferinnen und Läufer aus Laage und Güstrow. Gleich zum Auftakt konnte im Lauf der Jugendlichen über 5000 Meter Joelina Raith ihre Siegesserie in diesem Jahr fortsetzen. Sie triumphierte bei den unter 18-jährigen jungen Damen in 23:12,1 Minuten. Kaum Freude kam dagegen bei Joelinas Clubkamerad, Maximilian Heise, auf. Er war zwar der schnellste der angetretenen U-20-Läufer, doch dieses Rennen war nicht als Meisterschaftslauf ausgeschrieben und so waren die damit errungenen Punkte in der Laufcup-Wertung nur ein schwacher Trost.

Wohl kaum fest eingeplant hatte Trainer André Stache die beiden Titel bei den Erwachsenen für den Sportclub Laage. Um so größer war die Freude darüber. Die Schwetzinerin Kathleen Kaufmann konnte sich nach 47:02,3 Minuten in der W40 durchsetzen und Stefan Grobbecker (44:52), der sich nach eigener Aussage bei Hitze sogar besonders wohlfühlt, nutzte die Gunst der Stunde und wurde Landesmeister in der M50.

Für Günter Wolf vom LSV Güstrow waren die 5000 Meter, die die M75-er zurückzulegen hatten, ein letzter zusätzlicher Test. Nach sehr guten 24:24,3 Minuten und dem damit klar errungenen Titel setzte sich der 78-Jährige noch am Abend an den Computer und gab seine Meldung für die Deutschen Meisterschaften ab, die am 12. Juli im thüringischen Worbis stattfinden. Und wer den agilen Parchimer kennt, weiß: dort möchte er nicht nur mitlaufen, Edelmetall soll es schon sein!

Ein wenig Wehmut kam beim Lauf von Frank Schütz auf. Für den M60-er war es vorerst der letzte Wettkampf in Deutschland. Gleich nach der Veranstaltung setzte er sich ins Auto und fuhr seinem „Hausstand“ hinterher in Richtung Dänemark. Dort möchte Schütz nun seinen Ruhestand in der Nähe seiner Tochter genießen. Eines hat er aber versprochen: zur Marathonstaffel Anfang September in Neubrandenburg will er seine Vereinskameraden auf jeden Fall noch einmal unterstützen. In Wismar siegte er nach tollen 41:18,7 Minuten vor Kumpel und bisherigem Trainingskameraden, Fred Bauske (44:10,8). Und mit diesem – nun schon dritten – Titel steht auch fest, dass Frank Schütz die Laufcupwertung 2019 in der M 60 gewonnen hat, denn dieser Sieg ist ihm nicht mehr streitig zu machen.

Der kleine, stets gut gelaunte Athlet mit dem charakteristischen kleinen Schritten und dem großen Kampfgeist, der in den vergangenen Jahren für den LSV Güstrow so gut wie alles im Lande abgeräumt hat, was es in seiner Altersklasse abzuräumen gab, wird nicht nur seinem Verein, sondern der gesamten Laufszene in Mecklenburg-Vorpommern fehlen.

Schnellster Läufer der Region war ganz knapp vor Schütz in 41:15,7 Minuten Ole Reinholdt (SCL), der in der stark besetzten Altersklasse M20 den 6. Platz belegte.

Die Läufe der unter 16-jährigen Jugendlichen waren ebenfalls nicht als Meisterschaftsläufe ausgeschrieben. Im Kampf um die zu vergebenden Laufcup-Punkte waren als Zweitplatzierte Sophie Pommerehne (SC Laage/12:23,8) und Merlin Schwarck (11:45,8/LSV Güstrow) vor Paul Rickert (12:10,2/SCL) am erfolgreichsten.

Weitere Medaillengewinner

5.000 m: MJU18: 2. R. Wendt 19:37,5; 10.000 m: W 35: 2. M. Lemke 57:23,4, 3. K. Beu 63:45,0; M 40: 3. A. Koch 46:08,0; M 50: 3. St. Ostertag 52:19,5; M 55: 2. H.-P. Zettl 42:48,8; M 65: 3. W. Drews (LSV) 59:15,1 (ohne Bezeichnung alle SC Laage)


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