Beachhandball : Greta macht Familie Köster stolz

Schon vor 1,5 Jahren spielte Greta Köster für die Deutsche U-Nationalmannschaft. Mit der U17 des DHB holte die Torhüter bei der Beachhandball-Europameisterschaft in Polen nun Bronze.
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Schon vor 1,5 Jahren spielte Greta Köster für die Deutsche U-Nationalmannschaft. Mit der U17 des DHB holte die Torhüter bei der Beachhandball-Europameisterschaft in Polen nun Bronze.

17-Jährige holte mit der U17-Nationalmannschaft bei der Beachhandball-Europameisterschaft in Polen Bronze

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05. Juli 2019, 05:00 Uhr

Wenn Andreas Köster über seine Tochter Greta spricht, gerät der 51-Jährige immer wieder ins Schwärmen. Diese Freude ist sogar durch das Telefon zu spüren. Allerdings gibt es auch einen guten Grund dazu. Die 17-Jährige ergatterte erst kürzlich mit der deutschen U17-Nationalmannschaft bei der Beachhandball-Europameisterschaft in Polen die Bronzemedaille, an der die Torhüterin maßgeblichen Anteil hatte. „Sie hat der Mannschaft im kleinen Finale den Arsch gerettet“, sagt Andreas Köster, der die EM live im Internet verfolgte. Gegen die favorisierten Niederländerinnen avancierte Greta Köster im Penaltywerfen zur Matchwinnerin, nachdem das Spiel zuvor nach zwei Durchgängen Unentschieden endete.

Das Halten wurde der gebürtigen Bützowerin aber auch in die Wiege gelegt. Papa Andreas stand in seiner aktiven Karriere ebenfalls zwischen den Pfosten im Handball-Tor, Opa Erich hütete beim TSV das Fußball-Gehäuse. Greta Köster stammt alles in allem aus einer handballverrückten Familie. Auch bei ihr wurde ziemlich schnell klar, dass sie ein großes Talent besitzt und Begehrlichkeiten anderer Vereine weckt. Nachdem sie ihre Anfänge beim TSV Bützow machte und die Angreiferinnen zum Verzweifeln brachte, wechselte die Torhüterin zum SV Grün-Weiß Schwerin. Doch das war nur ein kurzer Zwischenstopp, weil dann Borussia Dortmund lockte. Dieses Engagement entpuppte sich aber ziemlich schnell als ein Missverständnis, sodass Greta Köster zum Thüringer HC nach Erfurt weiterzog. Dort fühlt sich die Sportschülerin richtig wohl, spielt in der 3. Liga sowie A-Jugend-Bundesliga. Und auch in Erfurt überzeugt sie mit Leistung, was ein Segen, aber auch ein „Fluch“ zugleich sein kann. Von sechs Wochen Sommerferien kann die Gymnasiastin nämlich nur träumen. „Sie hat nicht viel Frei, startet mit den Frauen bald in die Vorbereitung“, erklärt Andreas Köster. Im Leistungssport seien das aber die Opfer, die man bringen muss, wenn man hoch hinaus will. Und genau das traut der Papa seiner Tochter zu. „Ich denke mal, dass der Knoten jetzt bei ihr geplatzt ist“, sagt der ehemalige Bützower Spieler und jetzige Trainer vom ambitionierten MV-Ligisten Doberaner SV.

Die Klasse der Nachwuchs-Torhüterin hat aber nicht nur Andreas Köster erkannt, sondern auch der U17-National-Trainer. Zunächst stand Greta nämlich nur im erweiterten Kader der Nationalmannschaft, wurde nach einem weiteren Sichtungslehrgang in Ismaning schließlich in den endgültigen 10er-Kader berufen. „Der Trainer kann zufrieden sein mit seiner Wahl“, sagt Andreas Köster. Nach Siegen gegen Lettland, Rumänien, Russland und Frankreich in der Vorrunde, wurde Portugal im Viertelfinale ausgeschaltet. Im Halbfinale war dann aber gegen den späteren Europameister Spanien Endstation, allerdings erst nach Penalty. „Die Freude war trotzdem groß, weil der Mannschaft im Vorfeld gar nicht so viel zugetraut wurde“, erzählt Andreas Köster. Für Greta war es nach dem Vize-Schulweltmeistertitel der zweite internationale Erfolg in ihrer noch jungen Karriere. Wenn die zukünftige Zwölftklässlerin weiterhin so zielstrebig am Ball bleibt, war es auch nicht der letzte. Doch schon das, was Greta bis jetzt geleistet hat, kann sich mehr als sehen lassen. „Sie macht die Familie stolz“, freut sich Andreas Köster über den bisherigen Werdegang und die Erfolge seiner Tochter.

Übrigens ist Greta Köster nicht die einzige Juniorin aus dem erfolgreichen Jahrgang 2002, die das Handball-Abc beim TSV Bützow erlernte und zu einem deutschen Top-Verein wechselte. Loreen Veit landete über den SV Grün-Weiß Schwerin beim TSV Bayer 04 Leverkusen.

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