Rückblick 2019 : Das konnte sich sehen lassen

In der Vellahner Heide gab es wieder ein Stelldichein der Motocross-Elite.
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In der Vellahner Heide gab es wieder ein Stelldichein der Motocross-Elite.

Sportler des Kreises Ludwigslust-Parchim sorgten auch im zurückliegenden Jahr wieder für zahlreiche Höhepunkte

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29. Dezember 2019, 00:00 Uhr

Das Jahr 2019 ist schon wieder Geschichte – und hat eine Menge Geschichten geschrieben. Auch und gerade im Sport. Dafür braucht man gar nicht die „große“ Sportwelt zu bemühen. Im Kreis Ludwigslust-Parchim war jede Menge los. Kein Wunder angesichts der Vielzahl der aktiven Sportler. Gut 27 000 Mitglieder verzeichnet der Kreissportbund (KSB) Ludwigslust-Parchim als regionaler Dachverband. „Wir sind gut aufgestellt, haben uns auf allen Ebenen ein stabiles Fundament geschaffen“, sagt Kriemhild Kant nicht ohne Stolz. Die Geschäftsführerin schiebt gleich nach: „Das ist nichts, auf dem du dich ausruhen darfst.“

Der gesellschaftlichen Entwicklung müsse auch der Sport Rechnung tragen. Das gelte gerade für das Vereinsleben. „Als lebendiger, dynamischer Verein musst du alle Generationen aktiv einbinden. Auf Bewährtes zurückgreifen, daneben aber genauso neue Ideen der Jugend aufgreifen.“ Kant würde die Vereine gerne sensibilisieren, den Kreissportbund noch stärker mit ins Boot zu holen. Wie es gehen kann, zeigte das „Forum Sport“, auf dem Vereine ihre in Einzelprojekten erzielten Ergebnisse vorstellten und diskutierten. Das zentrale Anliegen: „Wie kann ich meinen Verein zukunftsfähig machen?“ Die erzielten Erfahrungen sollen im kommenden Jahr in zwei Regionalkonferrenzen einfließen und perspektivisch dazu dienen, das Breitensportkonzept 2021 mit neuen Inhalten zu füllen.

Die großen „Renner“ im KSB-Programm waren auch 2019 im Nachwuchsbereich zu finden. Ob Jugendsportspiele, Grundschul4Kampf oder Fit für die Schule – alle Angebote stießen auf große Resonanz und sollen deshalb zum Teil regional noch ausgebaut werden. „Entspannt, stressfrei – einfach schön.“ Der Tag des Ehrenamtes, im November auf dem Golchener Hof gefeiert, hat ebenfalls nichts von seiner Anziehungskraft verloren.

Zu den künftigen Schwerpunkten zählen Fortbildungen im Ehrenamt („junges Ehrenamt“). Einer Entwicklung müsse man besonders Rechnung tragen, betont Kriemhild Kant. „Wir sind kein Hotspot für Leistungssport. Der Bewegungsaspekt rückt verstärkt in den Vordergrund. Deshalb müssen sich die Vereine noch mehr als Dienstleister verstehen. Stichwort: Reha- und Gesundheitssport.“ Diese Feststellung soll die zahlreichen tollen Ergebnisse, die 2019 von vielen Sportlern hierzulande erzielt wurden, keinesfalls herabwürdigen. Sie sind in diesem Rückblick nicht einmal ansatzweise widerzuspiegeln, können nur angerissen werden.

Immer hochkarätiger gestalten die Motorsportler ihre Veranstaltungen. Der MC Vellahn begrüßte zum Enduro-Heidepokal 170 Fahrer. Und das war nur der Aufgalopp. Beim 37. ADAC Motocross wurde in der Vellahner Heide vor 2500 Zuschauern erstmals ein DM-Lauf der Open-Klasse ausgefahren. Um DM-Punkte ging es auch im Ludwigsluster Motodrom, wo die Quad-Könner unter Flutlicht durch die Kurven drifteten. Zu einer internationalen Marke entwickelt der MC Ludwigslust seinen Karl-Heinz-Podeyn-Gedächtnispokal. Bei der dritten Auflage rollten Fahrer aus sieben Nationen ans Startband. Auch die Auto-Crosser ließen es mit ihrer beliebten Serie um den Mecklenburger Autocrosspokal ordentlich krachen.

Wer Olympiasieger, WM- und EM-Starter in Aktion erleben wollte, der war bei den Lübtheener Bundesliga-Ringern in der Hans-Oldag-Halle bestens aufgehoben. Die einmalige Atmosphäre beflügelte die Lokalmatadoren des RV Lübtheen so sehr, dass sie die Meisterschaft in der Staffel Nordwest vor wenigen Tagen auf dem ausgezeichneten fünften Platz abschlossen.

Zwei Weltmeister gaben sich in Blievenstorf die Ehre und werteten das größte Fahrturnier in MV zusätzlich auf. Aus pferdesportlicher Sicht setzte das Landgestüt in Redefin wieder Ausrufezeichen, und das nicht nur durch das renommierte CSI*** im Mai. Auch die Landesmeisterschaften in der Halle und unter freiem Himmel entwickeln sich zu einem echten Aushängeschild.

Vereinsgeschichte schrieben die Radballer des SV Wanderlust Lüblow, die erstmals gleich zwei Teams in Finalturniere zur deutschen Meisterschaft brachten. Den Vogel schossen dabei Tommy Herrmann und Tim Leonhardt ab, die sich im bayrischen Frohnlach den Vizemeistertitel in der Altersklasse U13 sicherten. Sogar ganz oben auf dem Treppchen standen die Ü31-Volleyballerinnen des SVF Neustadt-Glewe, die in Minden (Nordrhein-Westfalen) ihren im Vorjahr gewonnenen DM-Titel verteidigten.

Für reichlich Tradition standen die Laufveranstaltungen im Kreis, ob nun in Wittenburg, Ludwigslust oder Kummer, wo man den 10 000 Teilnehmer des seit 1981 ausgetragenen Franz-Schwarz-Gedenklaufes begrüßen konnte.

Fußball-Aushängeschild im Kreis ist zweifellos der MSV Pampow, der sich nach dem Gewinn der Verbandsliga-Meisterschaft in der Oberliga bislang glänzend verkauft und als Tabellenfünfter in die Winterpause geht. Nicht ganz so zufrieden wird man in Boizenburg sein. Auch wenn die Aufbau-Kicker den neuerlichen Verbandsliga-Klassenerhalt fest im Blick haben.

Ein gemeinsamer Nenner eint alle. Sie leben maßgeblich vom Ehrenamt. Ob Trainer oder Betreuer, Kassenwart oder andere guten Seelen, die für den Sport „brennen“: Auf ihre unverzichtbare Unterstützung bauen die Vereine auch im Sportjahr 2020.

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