Fussball-Landesliga : Spätes Tor lässt Hagenower jubeln

Entwickelte sich zur zentralen Figur: Hagenows Pierre Kaatz (r.) erzielte zwei Tore – hier die Szene zum 1:0 –, verschoss zwischenzeitlich aber auch einen Elfmeter.
Entwickelte sich zur zentralen Figur: Hagenows Pierre Kaatz (r.) erzielte zwei Tore – hier die Szene zum 1:0 –, verschoss zwischenzeitlich aber auch einen Elfmeter.

Fußball-Landesliga West: Entscheidung beim 2:1-Derbysieg des HSV gegen den SV Blau-Weiß Polz fällt in der 89. Minute.

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07. Dezember 2019, 00:00 Uhr

Am Ende war es ein 2:1-Arbeitssieg, den der Hagenower SV durch ein spätes Tor im Derby gegen den SV Blau-Weiß Polz bejubeln konnte. Unter dem Strich ging das in Ordnung. Die Hagenower waren in der ersten Halbzeit auf heimischem Kunstrasen die klar tonangebende Mannschaft, machten allerdings zu wenig aus ihrer Überlegenheit. Andererseits hätte das Spiel nach dem Polzer Ausgleich in der Schlussphase leicht auch in die andere Richtung kippen können. „Mich hätte das nicht gewundert. Mir war klar, dass die Polzer ein Tor schießen. Das Wichtigste ist letztlich, dass sich die Jungs endlich mal wieder belohnt haben“, sagte ein erleichterter HSV-Trainer Dirk Hoffmann.

Bei sehr bescheidenen äußeren Bedingungen, es regnete fast durchgehend, schienen die Hagenower sofort auf Betriebstemperatur zu sein. Vergab Erik Zschaubitz noch die erste hochkarätige Möglichkeit (4.), so machte es Pierre Kaatz wenig später besser. Im Strafraum angespielt, nutzte er den sich bietenden Freiraum und traf unbedrängt ins lange Eck – 1:0 (6.). Die Blau-Weißen fanden überhaupt nicht ins Spiel. Bälle gingen viel zu schnell verloren, es fehlte insgesamt an Präzision. Die Heimelf baute wesentlich konstruktiver auf. Nur dass nichts Zählbares heraussprang. Mehrfach hätte das 2:0 fallen können, wenn nicht gar müssen. Spätestens in der 48. Minute, als Marcel Konrad nach einem gekonnten Haken frei vor dem Tor auftauchte. Doch der Polzer Keeper Steffen Gebert brachte noch eine Fußspitze an den Ball und wehrte zur Ecke ab.

Dass die erste Halbzeit 52 Minuten dauerte, lag an einer längeren Verletzungsunterbrechung. Niklas Kanter fiel bei einem Zweikampf an der Außenlinie so unglücklich auf die Hüfte, dass er zunächst auf einer Trage vom Feld und später ins Krankenhaus gebracht werden musste (gute Besserung).

Die Polzer starteten mit zwei kapitalen Schnitzern in den zweiten Spielabschnitt. Einmal konnte Gebert (47.), das andere Mal ein Verteidiger(49.) in höchster Not ausbügeln. Die erste nennenswerte Offensivaktion der Gäste war ein etwas zu hoch angesetzter Kopfball von Svjatoslov Lissovskij (57.). Für ihn war dieses Spiel auf Grund seiner Hagenower „Vergangenheit“ etwas Besonderes: „Ich war doppelt motiviert, bin schließlich fußballerisch hier groß geworden. Und auch wenn die alten Freundschaften für diese 90 Minuten natürlich ruhten. Es war ein geiles Gefühl.“

Der nächste Hagenower Angriff hätte vielleicht schon die Vorentscheidung bedeuten können. Innenverteidiger Ronny Schult traf zwar mit langem Bein den Ball, räumte gleichzeitig aber auch Erik Zschaubitz ab – Elfmeter. Pierre Kaatz trat an und scheiterte an Steffen Gebert, der die Ecke geahnt hatte (58.). Diese Aktion ihres Torhüters gab den Blau-Weißen sichtlich Auftrieb. Ronny Schult jagte den Ball aus kurzer Distanz über das Tor (64.), ein Kopfball von Thilo Wilkens klatschte aufs Lattenkreuz (69.). Der Ausgleich lag irgendwie in der Luft und fiel dann auch. Von Fabian Permin optimal in Szene gesetzt, war Thilo Wilkens den Tick schneller als HSV-Keeper Paul Junge (72.). In der Folge schienen die Polzer dem Siegtreffer näher als der Gegner. Doch es kam anders. Ein Ballverlust der Gäste wurde richtig „teuer“. Der anschließende Pass in die Spitze rutschte Ronny Schult unter dem Fuß durch und wurde zur idealen Vorlage für Pierre Kaatz, der so trotz des verschossenen Elfmeters doch noch zu seinem zweiten Treffer kam (89.). In der Nachspielzeit fehlte nicht viel am 3:1. Ein Kopfball des eingewechselten Christian Tügel wurde zur Ecke abgefälscht (90.+2). Die letzte Chance gehörte Blau-Weiß. Nach einer Ecke brachte Ronny Schult den Ball nicht aufs Tor (90.+3).

„Schade. Mit einem Punkt hätte ich heute gut leben können. Allerdings muss man auch sagen: Nutzen die Hagenower ihre Chancen besser, wäre das hier frühzeitig entschieden gewesen. Steffen hat uns mit seinen Paraden im Spiel gehalten“, hielt der Polzer Trainer Steffen Willuweit sachlich fest.

Hagenower SV: Junge – Carmon, Brockmöller, Homberger, Wojatzky, Zschaubitz, Kaatz, E. Grewe, Greitens, Kanter (38. Maho), Konrad (64. Tügel)

SV Blau-Weiß Polz: Gebert – Uller, Schult, Krogmann, Kies, F. Permin (85. Köster), Richter, Lissovskij, Freitag (77. Becker), Wilkens, Wallbaum

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