Volleyball : Triumph der „Gummistiefel“

Siegerfoto mit Nachwuchs: Gut gelaunte „Gummistiefel“ nahmen den Pokal mit nach Lüneburg.
Siegerfoto mit Nachwuchs: Gut gelaunte „Gummistiefel“ nahmen den Pokal mit nach Lüneburg.

Mixed-Volleyballer aus Lüneburg gewinnen das 26. Hagenower Neujahrsturnier.

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12. Januar 2020, 00:00 Uhr

Dass sich hinter dem „Team Gummistiefel“ eine Volleyballmannschaft verbirgt, liegt nicht unbedingt auf der Hand. Fantasievolle Namensgebungen sind gerade im Mixed-Bereich aber durchaus gebräuchlich. Und dass die Schmetterkünstler aus Lüneburg ihr Handwerk am Netz verstehen, machten sie mit dem Sieg beim 26. Neujahrsmixedturnier des SV Hagenow deutlich. Im Finale setzten sich die Niedersachsen durch einen umkämpften 2:1-Erfolg (Tiebreak 15:12) gegen die Lokalmatadoren von den „VolleyBitches“ durch. Platz drei ging an den Lübtheener SV, der erst durch einen Rückzieher aus Schwarzenbek ins Feld nachgerückt war.

Die Organisatoren hielten am über viele Jahre bewährten Modus fest. Nach einer in vier Dreierstaffeln ausgetragenen Vorrunde wurde das Endklassement über Überkreuzvergleiche, Halbfinals und Platzierungsspiele ermittelt. Jede Mannschaft durfte beziehungsweise musste fünfmal ran, unabhängig vom Abschneiden. Um den zeitlichen Rahmen begrenzen zu können, wurden jeweils zwei auf 20 Punkte verkürzte Gewinnsätze gespielt. Musste ein Tiebreak die Entscheidung bringen, ging dieser allerdings ganz regulär bis 15. Die Atmosphäre in der Otto-Ibs-Halle war sehr entspannt. Nicht dass es am sportlichen Ehrgeiz fehlte. Da wurde kein Ball verloren gegeben. Kam es aber einmal zu einer strittigen Situation, fand man ohne große Diskussionen eine einvernehmliche Lösung.

Ausgelassene Stimmung herrschte auf der Schlagsdorfer Bank. Da wurde lautstark angefeuert und auch ordentlich gefrotzelt, beim Seitenwechsel „Wasser – und Sauerstoff“ von der mit ihrem Altersschnitt von rund 50 Jahren ältesten Truppe gefordert. Der Team-Senior verfolgte das Geschehen von der Bank aus. „Sonst wäre ich sicher abgeworben worden“, flachste Horst „Henry“ Glas. Der 71-Jährige ist eigentlich eingefleischter Fußballer, war über viele Jahre bei Motor und Chemie Schwerin als Spieler und Trainer aktiv, bevor es ihn nach Ratzeburg verschlug. Volleyball hat er immer schon als willkommenen Ausgleich genutzt. Er verpasst nach Möglichkeit nach wie vor kein Montagstraining.

Es macht mir in dieser Mannschaft unheimlich viel Spaß. Das ist einfach Familie. Horst „Henry“ Glas
 

Schon seit einigen Jahren haben die Hagenower Turniere ihren festen Platz im Wettkampfkalender des VSV Wittstock. Auf Grund der günstigen Verkehrsanbindung brauche man ja nur rund eine Autobahn-Stunde. Darüber hinaus wollte das Trainerduo Benjamin Kremp und Emine Varol-Mundt den Organisatoren ein dickes Lob aussprechen: „Sie lassen die ,Profis’ konsequent außen vor. Deshalb läufst du hier mit einem Nachwuchsteam nicht Gefahr, abgeschossen zu werden.“ Man habe sich Jahr für Jahr gesteigert. Diesmal reichte es für die durch einige Routiniers verstärkte Mannschaft zum sechsten Platz. Im Überkreuzvergleich forderte man den späteren Turniersieger ordentlich, zwang die Lüneburger in einen Tiebreak.

Im Großen und Ganzen wurden die Favoriten, die Jens Burmann auf Grund der Ergebnisse der Vorjahre als Gruppenköpfe gesetzt hatte, den Erwartungen gerecht. Aus der Rolle fiel lediglich der „VolleyCircus“. Der Titelverteidiger vom gastgebenden SV Hagenow mühte sich zwar noch zum Gruppensieg, doch schon im Viertelfinale kam gegen den Neumühler SV das Aus.

Obwohl der Titelverteidiger alles gab, hier beim umkämpften 2:1 gegen Schlagsdorf, reichte es für den Hagenower VolleyCircus (in Schwarz) diesmal nur zum fünften Platz.
Thomas Willmann
Obwohl der Titelverteidiger alles gab, hier beim umkämpften 2:1 gegen Schlagsdorf, reichte es für den Hagenower VolleyCircus (in Schwarz) diesmal nur zum fünften Platz.
 

Für Burmann lagen die Gründe auf der Hand: „Wenn ich nicht mitspiele, wie soll das denn klappen?“, schmunzelte der Cheforganisator, der sich auf Grund einer Schulteroperation darauf beschränken musste, den erfahrenen Turnierleiter Horst Brandt (73 Jahre) zu unterstützen.

Oben auf der Tribüne, gleich neben der „Turnierzentrale“, zog ein großes Buch die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. In dem konnten sich alle Mannschaften verewigen. Den Anlass liefert der 650. Geburtstag, den die Stadt Hagenow in diesem Jahr feiert. Das Buch soll gewissermaßen als Staffelstab von Veranstaltung zu Veranstaltung weitergegeben werden und so am Ende in Wort und Bild das Hagenower Kulturleben 2020 widerspiegeln. Dementsprechend kommt es auch Anfang April wieder zum Einsatz, wenn der SV Hagenow in einem zweitägigen Turnier den Hagenower Stadtmeister im Mixedvolleyball ermittelt. Dann mit 18 Mannschaften und einer schönen Spielerparty. Die Einladungen gehen in diesen Tagen raus.

26. Neujahrsmixedturnier - Endstand

  1. Team Gummistiefel
  2. VolleyBitches
  3. Lübtheener SV
  4. Neumühler SV
  5. VolleyCircus
  6. VSV Wittstock
  7. Turnverein Hagenow
  8. SG Schlagsdorf
  9. SV Hagenow Jugend
  10. Volleydocks (Neustadt-Gl.)
  11. Ringvögel (TSG Wittenburg)
  12. Landungsbaggern (Schwerin)
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