Reitsport : Die Sehnsucht nach Turnieren

Früh übt sich: Robert Bruhns mit Töchterchen Skadi en einem Hindernis.
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Früh übt sich: Robert Bruhns mit Töchterchen Skadi en einem Hindernis.

Prignitzer Springreiter Robert Bruhns genießt nach erfolgreicher Hallensaison die unfreiwillige Pause

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26. April 2020, 20:56 Uhr

„Ansonsten waren wir schon mal mehrere Tage auf einem Turnier unterwegs. Jetzt haben wir viel Zeit. Die Arbeit auf der Anlage verteilt sich nun auf mehrere Personen“. Robert Bruhns, derzeit erfolgreichster Springreiter der Prignitz, scheint der momentane Situation um die Cotona-Pandemie für sich privat etwas positives abzugewinnen. Und auch Töchterchen Skadi dürfte es freuen, den Papa gerade häufiger zu sehen.

Andererseits hätte der Sportler von der Jumping Arena Gadow sich bestimmt schon bald gern auf den Weg zu den Reitveranstaltungen gemacht. „Beim letzten Hallenturnier in Braunschweig lief es so gut mit der großen Platzierung in einem Vier-Sterne-Springen“, erzählt Robert Bruhns. Mit Granada P stellte er beim Braunschweig Classico in der Youngstertour den LC Horse Master Champion des Jahres 2020. Der achtjährige DSP-Sohn vom Levistano war mit zwei vierten und einem 7. Platz in der Internationalen Youngstertour das erfolgreichste Pferd. Dafür gab es eine Ehrendecke und einen kleinen Goldbarren im Wert von immerhin 5 000 Euro.

Das machte Lust auf mehr. In drei Wochen sollte mit dem Turnier in Pritzwalk die Grüne Saison der Reitsportler beginnen. Die Veranstaltung wurde abgesagt. Wie mittlerweile auch die Springtage des RC Gulow am 23. und 24. Mai. Das gilt auch für überregionale Turniere. Dann kommt dabei auch wieder der ruhige Robert Bruhns zum Vorschein. „Ich genieße die Zeit, fühlte mich ausgebrannt. Der Chill-Modus gefällt mir. Das hätte ich nicht tun können, wenn diese Pause nicht gekommen wäre“, beschreibt er seine momentane Gemütslage.

Auf der faulen Haut liegt der 38-jährige Reitsportler deshalb aber noch lange nicht. „Die Pferde müssen versorgt und bewegt werden. Und auch trainiert. Du kannst ein Pferd nicht einfach so aus dem Training herausholen. Das könnte zu einem gesundheitlichen Risiko führen“, sagt er über seine tägliche Aufgabe. Dazu gehört das Gruppentraining mit Reitschülern derzeit nicht. Das fällt wegen der Beschränkungen aus. Training oder Ausritte zu zweit sind bei Einhalten der Abstandregelung möglich. „Sonst hat sich ja nicht viel verändert“, sagt Robert Bruhns.

Doch es gibt halt keine Turniere. „Aber ich glaube, da wird schon etwas vororganisiert. Es ist noch nicht genau definierbar, aber es könnte auf Arbeitsturniere ohne Zuschauer hinauslaufen. Wir leben von den Turnieren, weil wir dort unsere Pferde vermarkten“, glaubt der Gadower daran, dass demnächst Veranstaltungen – wenn auch zunächst ohne Publikum – wieder stattfinden.

Wie es insgesamt mit dem Turniersport weitergeht, darüber kann laut Bruhns „nur spekuliert werden. Das beobachten auch die Sponsoren. Aber ein Turnier lebt halt nun mal von den Zuschauern.“

Die Zuschauer werden in diesem Jahr wohl warten müssen, ehe sie eine Großveranstaltung erleben können. „Ich hatte ja ein wenig mit einem Stadt beim Derby in Hamburg geliebäugelt“, erzählt Robert Bruhns. Doch das für Mai geplante Jubiläum des 100. Hamburger Spring- und Dressur-Derbys wurde verschoben, Termin-Alternativen im Juli oder August werden geprüft.

Noch mehr aber hat Bruhns die nationalen Titelkämpfe ins Visier genommen. „Mein großes Ziel in diesem Jahr ist die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Balve“, sagt er. Das kann sogar noch was werden. Denn auch diese ebenfalls für Mai vorgesehene Veranstaltung wurde aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus verschoben. Neuer Termin für das Turnier „Longines Balve Optimum“ im sauerländischen Balve soll jetzt voraussichtlich der 17. bis 20. September sein.

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