Fussballer schon in der Sommerpause : Verband pfeift Spielzeit ab

Mit diesem Foto verkündet der Fußball-Landesverband auf seiner Homepage des Ende der Spielzeit.
Mit diesem Foto verkündet der Fußball-Landesverband auf seiner Homepage des Ende der Spielzeit.

Punktspielbetrieb im Land Brandenburg in allen Altersklassen endgültig abgebrochen

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12. Mai 2020, 16:00 Uhr

Die von vielen so erwartete Entscheidung traf der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) am frühen Montagabend: „In seiner heutigen Vorstandskonferenz hat der FLB beschlossen, die Saison 2019/2020 auf Grund der vom Land Brandenburg erlassenen SARS-CoV-2 Eindämmungsverordnung ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen zu lassen“, hieß es. Der Vorstand des FLB hatte sich per Videokonferenz zusammengeschaltet. An dieser nahmen auch die acht Fußballkreis-Vorsitzenden und diverse Ausschussvorsitzende teil.

Die Punktspielsaison 2019/20 ist für alle Alters- und Spielklassen im FLB beendet. Es gibt keine Meister, aber Aufsteiger. Die werden nach der Quotientenregel (Die Anzahl der erreichten Punkte wird durch die Zahl der ausgetragenen Spiele geteilt) ermittelt. Konkret betrifft das die oberste Spielklasse im Fußballkreis Prignitz/Ruppin (FKPR), die Kreisoberliga. Spitzenreiter zum Zeitpunkt des Abbruchs Anfang März war der MSV Neuruppin II mit 36 Punkten aus 14 Spielen (Quotient: 2,57). Aber nach der Regel zieht der bisherige Tabellenzweite Eiche 05 Weisen mit 34 Punkten aus 13 Partien (2,61) dank des besseren Quotienten am MSV vorbei und würde in die Landesklasse aufsteigen.

Absteiger gibt es nicht. Fortgesetzt werden sollen die Pokalwettbewerbe. Eventuell bis in den Juli hinein. „Die sind ja auch schon recht weit, sind mindestens im Viertel-, einige schon im Halbfinale“, sagte der FKPR-Vorsitzende Mike Schläger. Auf ihn und seine Vorstandskollegen kommt nach den zuletzt eher ruhigen Wochen einiges an Arbeit zu. „Das wird jetzt stressig und eng. Wir müssen die neue Saison vorbereiten“, fügte er hinzu.

Schläger verteidigt den für einige vielleicht sehr späten Zeitpunkt der Entscheidung. „Auch ich hatte Anfragen, wie es denn weiter geht, wann beendet wird. Aber wir können als Landes- oder Kreisverband nicht viel machen. Wären wir vorgeprescht und hätten die Saison schon vor Ostern beendet...da hätten wir blöd dagestanden, wenn im Mai alle anderen auf einmal wieder gespielt hätten“, teilte er mit.

Jetzt geht der Blick auf die neue Spielzeit. Die Vereine müssen bis zum 1. Juni ihre Mannschaften melden. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Staffeleinteilung für 2020/21. Aufgrund des Saisonendes werden Sperrstrafen oder Strafen wegen einer Roten Karte mit in die neue Saison genommen. Das gilt nicht – so Schläger – für eine Gelb- oder eine Gelb-Rot-Sperre.

Und die Fußballer im Kreis? „Diese Entscheidung war zu erwarten, wir haben leider nicht die Möglichkeiten, Vorkehrungen gegen diese Pandemie wie die Profis zu treffen. In Anbetracht das meine A-Jungs im Viertelfinale des Brandenburgpokal stehen hoffe ich noch ein bisschen auf Fortführung“, erklärte Steffen Stolz, Trainer der A-Junioren des SV Eiche 05 Weisen.

Keine Fortführung wird es auf jeden Fall für Landesligist SSV Einheit Perleberg geben. „Es wurde die richtige Entscheidung getroffen, was anderes war nicht mehr zu erwarten. Zur Entscheidung der Auf-und Absteiger wird es getrennte Meinungen geben, aber mit Zehdenick ist für mich auch die beste Mannschaft verdienter Aufsteiger. Glückwunsch dazu. Hennigsdorf und Brieselang werden kräftig durchatmen. Fazit für uns: Saisonziel erreicht“, meinte Einheit-Coach Maik Arndt.

„Nach ständigem hin und her ist endlich eine Entscheidung gefallen. Auf der einen Seite ist es schade, da wir eine gute Vorbereitung auf die Rückrunde und dann einen guten Start hatten. Klar ist man da irgendwie enttäuscht, diese Form nicht weiter ausbauen zu können. Andersrum ist man erleichtert, dass jetzt Klarheit herrscht. Man hat sich privat sportlich fitgehalten um auf Abruf einigermaßen vorbereitet zu sein. Jedoch wäre es schwierig geworden, da keiner von gleich auf jetzt wieder bei 100 Prozent sein kann und das Verletzungsrisiko viel zu hoch wäre. Momentan ist es wichtiger, das alle gesund bleiben , so dass wir uns bald dem gewohnten Leben und der schönsten Nebensache überhaupt wieder widmen können“, formulierte Sebastian Metschulat, Kapitän des FSV Veritas Wittenberge, seine Ansicht.

Zustimmung findet das Saisonende auch beim Perleberger Jugendleiter: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist das wohl die richtige Entscheidung. In der Haut der Verantwortlichen des FLB will man auch nicht stecken, keiner weiß, wie es weiter geht. Wir alle können nur hoffen aus Sicht von uns Fußballern, dass das mit der Bundesliga gut geht und wir vielleicht einen normalen Start in die neue Saison haben“, erklärte Ulf Liebmann vom SSV Einheit.

Ein Prignitzer Schiedsrichter hat jetzt mehr Zeit für die Familie und freut sich schon auf die nächste Saison. „Ich denke die Entscheidung war vorhersehbar, da andere Bundesländer bereits diesen Weg gegangen sind. Es wurde richtigerweise im Sinne der Gesundheit der Menschen entschieden. Ich persönlich muss sagen, dass so ein bisschen was und vor allem die Kollegen fehlen wenn man jahrelang am Wochenende im Dreierkollektiv unterwegs ist. Aber ich verbringe stattdessen als frisch gebackener Vater die freie Zeit mit meinem Sohn und meiner Freundin. Und die Vorfreude auf die neue Saison sowohl als Schiri als auch als Spieler ist dann umso größer“, sagte Guido Rauchstein.

In seiner früheren Meinung sieht sich Manuel Roeseler bestätigt. „Das ist die einzig richtige Entscheidung. Ich hatte schon mal gesagt, Aufsteiger hoch, keine Absteiger. Da wird keinem weh getan“, erklärte der Trainer des FSV Veritas Wittenberge/Breese.

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