Handball : Ab jetzt kein Druck mehr

Die vier Treffer, die Hannah Jantzen (M.) für Grün-Weiß gegen Altlandsberg erzielte, fielen allesamt im, aus Schweriner Sicht, besseren zweiten Durchgang.
Die vier Treffer, die Hannah Jantzen (M.) für Grün-Weiß gegen Altlandsberg erzielte, fielen allesamt im, aus Schweriner Sicht, besseren zweiten Durchgang.

Grün-Weiß-Handballerinnen kassieren gegen MTV Altlandsberg 23:29-Niederlage und rangieren nun auf einem Abstiegsplatz

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28. Januar 2019, 23:02 Uhr

Ohne Druck geht es im Sport nicht. Zumindest nicht ab einer bestimmten Leistungsgrenze. Was aber passiert, wenn ein Sportler oder aber eine Mannschaft sich zu viel Druck macht, war am Sonntag in der Reiferbahnhalle zu beobachten – es hemmt und blockiert. Anders waren die ersten Minuten der Grün-Weiß-Handballerinnen in ihrem ersten Drittliga-Spiel 2019 gegen den MTV Altlandsberg nicht zu erklären. Nach acht gespielten Minuten sahen sich die Gastgeberinnen bereits deutlich mit 0:6 im Hintertreffen. Bezeichnend: Am Ende fehlten bei der 23:29-Niederlage genau diese sechs Tore. „Die Mädels haben sich einfach viel zu viel Druck gemacht. Dem sind viele Spielerinnen mit ihren noch jungen Jahren überhaupt nicht gewachsen. Wir haben uns ja sogar die Chancen herausgespielt, die allerdings nicht genutzt. Da kommen junge Spielerinnen halt ins Grübeln“, suchte Schwerins Trainer Steffen Franke nach Spielschluss eine erste Erklärung für die zehnte Saisonniederlage.

Fast elf Minuten hat es gedauert, ehe die Grün-Weiß-Fans über den ersten Treffer ihrer Mannschaft jubeln durften. Laura Wichmann traf zum 1:6, kurz darauf verkürzte Schwerin auf 3:6. Der Druck bei einem 0:6-Rückstand war gering, viel schlimmer hätte es nicht kommen können. Also lief es danach einigermaßen, auch beim 6:9 (26.) war noch lange nichts verloren. Schwerins sechstes Tor durch Lea Schmidtke sollte allerdings der letzte Grün-Weiß-Treffer im ersten Durchgang bleiben. Der MTV dagegen traf noch dreimal und baute den Vorsprung wieder auf die ursprünglichen sechs Tore aus (12:6).

Den zweiten Durchgang gestalteten die Schwerinerinnen dann beim 17:17 ausgeglichen. Ohne Torfrau Anna Pöschel, die an einem guten Tag ein Spiel auch alleine gewinnen kann, schafften es die Landeshauptstädterinnen nicht mehr, in Schlagdistanz zu kommen. „Klar, das war keine gute Torhüterleistung von uns. So wird es schwer, Spiele zu gewinnen. Es allein an der Torwart-Position festzumachen, wäre allerdings auch falsch. Einige Spielerinnen sind noch nicht auf Drittliganiveau. Da wollen wir aber irgendwann hinkommen“, führte Franke aus.

Die Grün-Weiß-Damen stehen jetzt erstmals in dieser Spielzeit auf einem Abstiegsplatz. „Die Zielstellung des Vereins war nie der Klassenerhalt. Klar würden wir die Liga gern halten, ein Abstieg wäre allerdings auch kein Beinbruch“, sagte Franke, dieses Mal aber nicht als Trainer sondern als Leiter der Grün-Weiß-Geschäftsstelle.

Seine Mannschaft soll in Zukunft einfach Handball spielen, ohne den Druck des Abstiegskampfes. Vielleicht kommt dann die nötige Leichtigkeit, den diese junge Mannschaft braucht, von ganz alleine. In welche negative Richtung Druck schlagen kann, war am Sonntag zu sehen. Das soll sich nun ändern. Ob es in Liga drei allerdings so ganz ohne Druck geht, muss sich erst noch zeigen. Es wäre den Schweriner Mädels aber zu wünschen.


SV Grün-Weiß Schwerin: Huysmann, Groth – Schmidtke 3, Dehling 4, Wichmann 3, Petereit, Passow 1, Bast, Fischer 1, Jantzen 4, Sperling, Evangelidou 1, Slomka 4/1, Kretschmer 2.

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