Judo : Die Nummer zwei in Deutschland

Die Nachwuchstalente aus Schwerin haben das Bundesland beim deutschen Jugendpokal der U16 mehr als würdig vertreten und sich den Vize-Titel erkämpft.
Die Nachwuchstalente aus Schwerin haben das Bundesland beim deutschen Jugendpokal der U16 mehr als würdig vertreten und sich den Vize-Titel erkämpft.

U16-Kämpferinnen des PSV Schwerin und des 1. Schweriner JC holen bei deutschen Mannschaftsmeisterschaften den Vize-Titel

von
04. Dezember 2018, 17:20 Uhr

Fast bis zu den Knien geht er, der Pokal, den die U16-Kämpferinnen aus Schwerin für ihren zweiten Platz beim deutschen Jugendpokal gewonnen haben. Große Trophäen bedeuten oftmals große Leistungen. Das was das Team Schwerin bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften im hessischen Maintal gezeigt hat, war eine große Leistung.

Mehrfach sind die Mädels in den vergangenen zwei Jahren bei großen Veranstaltungen knapp am Podest vorbeigeschrammt. Beim Jugendpokal 2017 gab es einen undankbaren fünften Platz und auch bei den Bundesfinals zu Jugend trainiert für Olympia – dort für das Sportgymnasium Schwerin startend – verpassten die Nachwuchstalenten mit den Rängen vier (2017) und fünf (2018) abermals knapp eine absolute Top-Platzierung. Das sollte nicht noch einmal passieren. Motiviert, überzeugt von der eigenen Stärke sowie mit der nötigen Konzentration agierten die Sportlerinnen des PSV Schwerin und des 1. Schweriner Judoclubs über das gesamte Wochenende.

Bevor das Team Schwerin überhaupt an eine vordere Platzierung denken konnte, musste es allerdings erst einmal die Vorrunde im Pool A überstehen. Mit Siegen über die KG Bayer Leverkusen/Brühler TV (4:1) und über die KG Homburger TG/JC Rüsselsheim (5:0) sowie einer Niederlage gegen die KG TSV Großhardern/TSV Abensberg (1:4) sprang Rang zwei und der damit verbundene Platz in der Hauptrunde heraus.

Und dort ging es so richtig ans „Eingemachte“. Im Viertelfinale wartete mit dem UJKC Potsdam ein absolutes Leistungszentrum auf die Mannschaft aus MV. Nachdem allerdings Paula Kanthak (-42 kg) den ersten Kampf in den letzten Sekunden für sich entschied und auch Hannah Bröder (-47 kg) ihre „Angstgegnerin“ besiegte, stellte Schwerin die Weichen Richtung Halbfinale. Potsdam glich jedoch zum 2:2 aus, sodass es an Tia Scheerat (+60 kg) lag, den Kampf für Schwerin zu entscheiden. „Sie wusste um ihre große Verantwortung und dominierte dann auch den Kampf, machte es aber spannend. Am Ende nutzte sie eine Bodensituation für sich, um ihre Gegnerin festzuhalten“, so Trainer Michel Keßler, der sich freute, die erste Top-Mannschaft der Hauptrunde besiegt zu haben.

Nicht weniger spannend war anschließend das Halbfinale gegen die KG Kim-Chi Wiesbaden/SKG Stockstadt. Hannah Bröder glich dabei zunächst zum 1:1 aus, allerdings ging die nächste Begegnung an die Hessen. So war es an Mareike Schüch (-60 kg) und Tia Scheerat, aus einem 1:2-Rückstand ein 3:2 zu machen. Gesagt, getan: Nachdem Mareike Schüch in einem ausgeglichen Kampf mit einer Hebeltechnik gewann, bugsierte Tia Scheerat die Schwerinerinnen mit einem weiteren souveränen Sieg ins Finale.

Dort wartete mit der KG TSV Großhadern/TSV Abensberg der Vorrundengegner, der für die bislang einzige Niederlage sorgte. „Die Mädels waren eigentlich guter Dinge, dass ihnen nach dem 1:4 im Pool jetzt die Revanche glückt. Das hat dann aber nicht geklappt, obwohl in den einzelnen Kämpfen Chancen da waren“, erklärte Trainer Keßler, der mitansehen musste, wie die Bayern sich mit einem 5:0-Erfolg die deutsche Meisterschaft sicherten. Nach kurzer Enttäuschung überwog dann bei den Landeshauptstädterinnen die Freude über das erreichte. Den Vize-Titel, den kann ihnen keiner mehr nehmen. „Die Busfahrt nach Hause war natürlich angenehm. Es wurde viel gesungen, das Radio war eigentlich überflüssig“, erzählte Keßler zum Abschluss lachend.

Während die Mädels aus Schwerin einen starken Wettkampf in Maintal hinlegten, erwischten die MV-Jungs vom 1. Schweriner JC kein gutes Wochenende. In der Vorrundengruppe mit Jahn Nürnberg, dem TH Eilbeck, dem JV Ippon Rodewisch sowie dem JC Rüsselsheim und dem SV Winnenden rechneten sich die Schweriner einiges aus, gingen am Ende allerdings nur gegen Rodewisch als Sieger von der Matte. Sie wurden nur Fünfter ihrer Gruppe und traten die Heimreise frühzeitig an. Trainer Jan Petrak lobte allerdings Yves Tepelmann, der seine fünf Einzelkämpfe allesamt gewann.

Team Schwerin U16w: Paula Kanthak (-42 kg), Hannah Bröder (-47 kg), Lilly Conell (-53 kg), Mareike Schüch, Jara Prestin (-60 kg), Tia Scheerat (+60 kg).


1. Schweriner JC U16m: Julias Lütke, Pascal-Sandro Kutzner (-46 kg), Jannik Wolter (-52 kg), Mirko Naujokat, Leon Lipper (-58 kg), Yves Tepelmann (-66 kg), Anton Syvokin, Tristan Maninger (+66 kg).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen