Judo : Eine Medaille soll es für beide schon sein

EM-Titel-, zumindest aber -Medaillenkandidaten: Christine Kühn, Manfred Sinnhöfer.
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EM-Titel-, zumindest aber -Medaillenkandidaten: Christine Kühn, Manfred Sinnhöfer.

Manfred Sinnhöfer und Dr. Christine Kühn sind unterwegs zu den Europameisterschaften

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13. Juni 2018, 10:18 Uhr

Dass er in Sachen Judo „ein Ding an der Waffel“ habe, sagt Trainer-Legende Manfred Sinnhöfer vom PSV Rostock eigentlich regelmäßig von sich selbst. Ganz besonders wieder dieser Tage. Denn am Mittwoch fliegt der 75-Jährige gemeinsam mit seiner Vereinskameradin Dr. Christine Kühn von Berlin-Schönefeld aus zu den Europameisterschaften der Veteranen in Glasgow, wo er am Donnerstag und sie am Freitag ihre Wettkämpfe haben.

Ja, aber warum „ein Ding an der Waffel“?!

Weil Sinnhöfer erst am Sonntag wieder zu Hause ist und damit seinen 40. Hochzeitstag am Sonnabend versäumt haben wird. Nun ja. Gattin Gundula ist Kummer gewöhnt. Er hat sie damit beschwichtigt, das Jubiläum eine Woche später nachzufeiern.

Der wahre Grund aber ist in diesem Fall „Mannis“ Gesundheitszustand. „Heute kommen ja die meisten in meinem Alter mit dem Rollator in die Halle“, grinst er sich eins und fügt im Ernst hinzu: „Mein rechtes Knie ist aus Titan, das linke und beide Hüften müssen gemacht werden. Aber erst nach der Weltmeisterschaft im Oktober in Mexiko, in Cancún. Da will ich unbedingt noch hin. Und dann“ – jetzt grinst er wieder – „verbrenne ich meinen Judo-Anzug.“

Der Weltmeister von Abu Dhabi 2013 startet in der Alterskategorie M 10 und Gewichtsklasse 81 Kilogramm („Ich hab’ keine Lust zum Abnehmen, das muss ich nicht mehr mit 75-einhalb“), Christine Kühn, Orthopädin und Mannschaftsärztin bei den Hansa-Fußballern, in der F 2 (35 bis 39 Jahre) bis 57 kg. „Ich erhoffe mir eine Platzierung unter den ersten Drei. Am liebsten würde ich natürlich gewinnen“, so die Vize-Weltmeisterin 2013 und WM-Dritte 2012. Ähnlich hört sich das bei Manfred Sinnhöfer an, der seit Februar viermal die Woche trainierte: „Eine Medaille ist das Ziel. Ich würde gern Meister werden, aber die anderen haben auch noch ein Wörtchen mitzureden.“

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