Rudern : Laufbahn beendet – mit 24

Malte Daberkow (links) auf einem Selfie mit seinem fünf Minuten älteren Zwillingsbruder Ole, der auch Ruderer war, jedoch 2015 seine Laufbahn aus gesundheitlichen Gründen beenden musste. Beide leben in der Steintor-Vorstadt in einer WG gemeinsam mit Ex-Bahnradsportler Henry Ober aus Schwerin.
Malte Daberkow (links) auf einem Selfie mit seinem fünf Minuten älteren Zwillingsbruder Ole, der auch Ruderer war, jedoch 2015 seine Laufbahn aus gesundheitlichen Gründen beenden musste. Beide leben in der Steintor-Vorstadt in einer WG gemeinsam mit Ex-Bahnradsportler Henry Ober aus Schwerin.

Der Spaß war weg: Malte Daberkow zieht sich aus dem Leistungssport zurück. Trainer René Burmeister: Wir verlieren ein Riesentalent

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28. Mai 2018, 10:10 Uhr

In Plovdiv, dort, wo Malte Daberkow vom Olympischen Ruder-Club Rostock große internationale Erfolge feierte (Junioren-WM-Zweiter 2012, U23-Weltmeister 2015 jeweils im Achter), hätte sich dieses Jahr ein Kreis schließen können. Denn in der zweitgrößten Stadt Bulgariens finden im September die A-WM statt.

Doch Malte Daberkow ist kein Kader der deutschen Nationalmannschaft mehr. Mit gerade mal 24 Jahren hat er jetzt seine Laufbahn für beendet erklärt.

„Eher weniger“ habe dies mit Enttäuschung darüber zu tun, dass er nach 2017 erneut nur als Ersatzmann benannt wurde, obwohl er u. a. bei der 100. Hügelregatta unlängst in Essen Siege im Vierer ohne und im Zweier ohne vorzuweisen hatte. „Ich habe mich nicht aus Trotz endgültig entschieden, den Leistungssport zu beenden. Mein Entschluss fiel nicht von heute auf morgen, das habe ich mir längere Zeit überlegt. Das fing schon voriges Jahr an, und als ich dann vom Trainingslager im März in Portugal ausgeladen wurde, war der Spaß weg, und dann steht man auch nicht mehr voll dahinter. Ich habe gemerkt, dass ich mich zum Training quälen muss, und finde es einfach fair, jetzt den Platz frei zu machen für einen anderen, der Bock darauf hat und sich freut“, führt Malte Daberkow aus. Er sehe einfach keinen Sinn mehr darin, „noch länger soviel Kraft, Zeit und auch finanziell reinzustecken, wenn am Ende nichts dabei rumkommt“.

„Wir verlieren ein Riesentalent“, bedauert MV-Olympiastützpunkt-Trainer René Burmeister, Maltes Vereinskamerad vom ORC. „Er wäre auf jeden Fall ein Kandidat für nach Olympia 2020 gewesen. Aber es ist verständlich, dass er keine Lust darauf hat, weiter nur das gefühlt zehnte Rad am Wagen zu sein.“

So wird der 1,91-Meter-Mann denn seine Ausbildung zum Polizeimeister zu Ende bringen und ab September ganz normal in seinem Beruf arbeiten. Natürlich trainiert er erst mal weiter – schon allein, weil möglicherweise noch ein ganz besonderer sportlicher Höhepunkt seiner harrt: Der Frankfurter RG Germania 1869 liegt eine Einladung aus China zu einem Wettkampf im Juli vor, für den ein Studenten-Achter gebildet wird, und auch bei Malte Daberkow wurde angefragt, ob er nicht Lust hätte, als Gast mitzurudern.

Dass er jetzt deutlich mehr Zeit für sie hat, darüber freut sich Freundin Leah. Eine einst sehr gute Ruderin. Die im Herbst 2017 ihre Laufbahn beendete. Mit 19…

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