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Judo Auch in der U 21 auf Top-Niveau

Von bjar | 04.08.2018, 10:06 Uhr

Annika Würfel vom VfK Bau Rostock schafft nahtlos den Übergang in ihre neue Altersklasse

Aufregung bei den Würfels in Sievershagen am Stadtrand von Rostock: Ziemlich plötzlich ist die Familie von fünf auf neun Mitglieder angewachsen, und jetzt muss jeder aufpassen, wo er hintritt: überall süße, flauschige, streicheleinheitenbedürftige Katzenkinder! Lalou ist Mutti von Vierlingen geworden; als beim Tierarzt das Thema Sterilisation zur Sprache kam, war es schon zu spät…

Für Trubel sorgt aber auch die ältere Tochter Annika, Vorbild-Judoka vom VfK Bau: Die Einzel-Dritte der U18-EM und -Europameisterin mit dem Team 2017 hat nahtlos den Übergang in die nächsthöhere Altersklasse geschafft und ist für ihre Erfolge im U21-Europacup 2018 (Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm) – NNN berichteten – mit der Nominierung für die EM vom 13. bis 16. September in Sofia belohnt worden.

„Sie startete bei fünf European Cups der Junioren, kämpfte dabei fünfmal um Medaillen, wobei am Ende zweimal Gold und einmal Silber raussprang. Dazu steht sie im Moment auf Platz acht der Weltrangliste“, fasst Trainer Dirk Spörcke stolz zusammen.

Nebenbei „baute“ das zielstrebige Mädchen am Gymnasium Reutershagen noch ein respektables Abitur. „Mein Ziel war es, eine Eins vor dem Komma zu haben, und ich habe das Ding mit 1,9 beendet“, stellt Annika zufrieden fest.

Parallel zu ihrem Umzug ins „Haus der Athleten“ in direkter Nachbarschaft des Sportforums Hohenschönhausen, wo sie nunmehr trainieren wird, hat sich die gebürtige Rostockerin in Berlin für ein Studium Grundschul-Lehramt Sport/Mathematik/Deutsch beworben. Die Hauptstadt ist also ihre neue Heimat, gleichwohl sie weiter für den VfK Bau startet.

„Vor der Saison hätte ich mich gefreut, vielleicht bei einem der European Cups, der nicht so gut besetzt ist, eine Medaille zu bekommen. Aber das Gesamtergebnis fiel fast besser aus als in der U 18. Das hätte ich nicht gedacht“, scheint die 18-Jährige fast ein bisschen über sich selbst zu staunen. Auch bei den EM würde sie „gern in die Nähe einer Medaille kommen“, obgleich das schwer werde. Doch sie hat bei ihrem Unterfangen die Worte von Bundestrainer Lorenz Trautmann im Ohr: dass sie an einem guten Tag jede schlagen könne.

Von Vorteil könnte für sie zudem ihre Weltranglisten-Position sein. Als einer der Pool-Köpfe würde die Hansestädterin nicht gleich einen „Brocken“ zugelost bekommen…

Zunächst aber hat Annika Würfel Ferien. Allemal verdiente Zeit zur Erholung. Schmusen mit den Kätzchen Theo, Leo, Kalutschi und Mila inbegriffen.