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Shorttrack Betty Moeske läuft ums Europacup-Finale

Von Peter Richter | 16.01.2018, 12:00 Uhr

Die 14-Jährige hat die mit Abstand beste Ausgangsposition der zwölf Teilnehmer des ESV Turbine im Starclass-Finale in der Rostocker Eishalle

Zum zweiten Mal in Folge ist von Freitag bis Sonntag die über 45 Jahre alte Rostocker Eishalle Finalstation der dreiteiligen Starclass-Wettkampfserie für die Shorttracker/innen im C- und D-Junior-Bereich.

Im Januar 2017 qualifizierten sich die Lokalmatadorinnen Betty Moeske und Svea Rothe vom ESV Turbine in ihrem „Wohnzimmer“ für das Europacup-Finale. Dort begegnen sich alljährlich die jeweils acht Besten aus dem Westen sowie aus der osteuropäischen Danubia-Serie.

In der vergangenen Saison erkämpfte Betty Moeske sogar Bronzemedaillen über 500 Meter sowohl in ihrer Heimatstadt als auch später beim Saisonhöhepunkt im belgischen Hasselt.

Inzwischen sind die Mädchen von den Ladies Junior D in die Alterskategorie C aufgestiegen – und dennoch hat zumindest Betty überraschend die realistische Chance, als jüngerer Jahrgang erneut das Europacup-Finale zu erreichen.

Im Moment liegt sie im Ranking auf dem achten, dem letzten Qualifikationsplatz. Eigentlich aber sogar auf Rang sechs, denn vor ihr befinden sich gleich fünf Italienerinnen, doch nur drei Läuferinnen pro Land dürfen starten. Diese gute Ausgangsposition, um vom 23. bis 25. März im lettischen Ventspils dabeisein zu dürfen, sollte Betty verteidigen können. Das sieht Olympiastützpunkt-MV-Trainer Arian Nachbar genauso: „Die Top Acht sind absolut drin. Sie hat sich technisch und konditionell deutlich stabilisiert. Über 500 Meter traue ich ihr das Halbfinale zu. Auf den langen Strecken hoffe ich, dass sie hinten heraus mehr durchzieht.“

Betty selbst, die im Alter von fünf Jahren beim Rostocker FC kurzzeitig Fußball spielte, sich auch im Tennis und Schwimmen ausprobierte, meint: „Ich will auf jeden Fall auf den 500 Metern ins B- oder A-Finale einziehen und auch über 1000 weiterkommen. Die 1500 sind nicht so mein Ding, aber ich würde gern Bestzeit laufen und denke, ich müsste da wesentlich schneller sein als voriges Jahr.“ Wenn es denn so sein sollte, hat die Schülerin der
7. Klasse am Christophorus-Gymnasium, die auch die knapp bemessene Freizeit mit ihren Vereinskameradinnen Svea Rothe und Lene Escher teilt („Wir machen eigentlich alles zusammen“), dies ihrem Trainingsfleiß zu verdanken.

Druck, unbedingt liefern zu müssen, verspürt die 14-Jährige nicht: „Wenn ich es schaffe, ist es gut, wenn nicht, versuche ich es eben nächstes Jahr. Aber klar, ich will das Europacup-Finale erreichen, und wenn ich mich dann 2019 für die Junioren-Weltmeisterschaften qualifizieren könnte, das wäre cool“, blickt sie voraus. „Mal sehen, wie ich mich entwickle, ob ich so schnell bleibe oder noch schneller werde.“

Solange Betty Moeske auch an diesem Wochenende den Teddy von ihrer Schwester Lilly (17) – ihren Glücksbringer, der nur noch ein Bein hat – nicht vergisst mitzunehmen, kann eigentlich gar nichts schiefgehen. Und sollte am Ende sogar wieder eine Sprint-Medaille herausspringen, dann wird Mutti Silke diese wie immer zu Hause im Bahnhofsviertel repräsentativ „zur Schau stellen“. Bevor die Plakette dann nach einiger Zeit den Weg allen Edelmetalls ihrer Tochter geht:
in den Schuhkarton hinter Bettys 70 bis 80 Nagellack-Fläschchen…