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Ringen Eine anständige Veranstaltung

Von bjar | 08.06.2018, 09:55 Uhr

Cheforganisator Hans Wittkowski hofft auf Meisterschaften ohne Stolpersteine – und dass die Ringerinnen seines SVW zwei Titel holen

Donnerstag Morgen. Die Tribüne ist noch leer, die ersten freiwilligen Kräfte aber sind eingetroffen, um die Warnemünder Sporthalle im Jahn-Sportpark, Parkstraße 45, herzurichten. Im Handumdrehen legen sie als erste Maßnahme einen beträchtlichen Teil des Spezialbodens mit Schonmatten aus. An der Tür klebt Hallenwart Volker Schnepel mit Tape die letzten Ritzen ab – Stolpergefahr gebannt.

Am Freitag um 18 Uhr werden hier die Deutschen Meisterschaften im Ringen der weiblichen Jugend (Jahrgänge 2001 bis 2005) eröffnet. Dafür, dass – wie vom gastgebenden SV Warnemünde in seiner regelmäßigen Turnier-Ausrichtung gewohnt – auch diesmal alles reibungslos klappt, sorgt ein etwa 40-köpfiges Team unter Hans Wittkowski (SVW) und Martin Buhz, Abteilungsleiter Ringen von Kooperationspartner PSV Rostock.

Denn eines ist klar: Ohne die ehrenamtlichen Helfer, die keine Mühen, keine Zeit scheuen, die sich das ganze Wochenende in den Dienst der Sache stellen und ihre eigenen Bedürfnisse hintenan, geht gleich mal gar nichts.

Erst recht nicht eine solche Mammutveranstaltung. 146 Meldungen lagen bis Donnerstag vor. Es werden aber gewiss noch mehr, denn es kann bis zum Wiegen (Freitag ab 16.30 Uhr) nachgemeldet werden.

Mit Aktiven, Trainern, Familienangehörigen und sonstigen Fans, Funktionären und Kampfrichtern „rechnen wir mit 350 bis 400 Leuten in der Halle“, schätzt Cheforganisator Wittkowski. Zur Entlastung, damit sich alles ein bisschen verläuft, wird draußen ein Zelt aufgebaut.

Auch für das leibliche Wohl ist selbstredend gesorgt, u. a. vom Grill. „Kampfrichter Stefan Bittmann aus Apolda bringt extra Thüringer Rostbratwurst mit. Das ist zwar keine Warnemünder Spezialität, aber auch lecker. Wer dennoch lieber Räucherfisch essen möchte, findet einen entsprechenden Stand 400 Meter entfernt am Parkplatz an der Jugendherberge“, so „Henner“ Wittkowski.

Der 65-Jährige ist schon seit 1. Januar 1967 Mitglied im heutigen SV Warnemünde, der damaligen BSG Motor Warnowwerft. Er rang Freistil bis DDR-Oberliga. Zu seinen größten Erfolgen zählen zwei dritte Plätze bei DDR-Meisterschaften (1969 B-Jugend, 1972 Junioren). Einmal wurde er zudem „Vize“ bei der zentralen Spartakiade in Berlin.

Darüber hinaus betätigt sich Hans Wittkowski seit vielen Jahren als ehrenamtlicher Funktionär, war u. a. als Nachfolger des unvergessenen Klaus Breuer von 2008 bis 2017 Abteilungsleiter Ringen des SVW.

Fast unglaublich: Der DM-Org.-Chef kommt bei seiner managenden Tätigkeit komplett ohne Handy aus. „Ich habe eine Abneigung dagegen. Ich mag es nicht, ständig erreicht werden zu können. Ich sitze meinen Gesprächspartnern lieber direkt gegenüber“, erklärt er. Mit der Zeit geht der Ingenieur, der seit 47 Jahren auf der Warnemünder Werft
arbeitet, natürlich dennoch: Der Computer gehört auch bei ihm zum Alltag.

Für die Deutschen Meisterschaften „würde ich mir in erster Linie wünschen, dass wir eine anständige Veranstaltung hinlegen, die ohne große Stolpersteine über die Bühne geht, dass die Gäste zufrieden sind und wir als SV Warnemünde gut abschneiden. Ich ganz persönlich finde, wenn wir zwei Titel gewinnen könnten und eine weitere Medaille, wäre
das schön“, sagt Hans Wittkowski, der eigens für das Turnier gestern frei genommen hat. Womit er beileibe nicht der Einzige ist in der Schar der vielen „Heinzelmännchen“.