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Motorsport Es war mehr eine Schleichfahrt

Von bjar | 22.08.2018, 10:38 Uhr

Wenn es in Berlin-Grünau auch nur für eine Runde reichte – Motorbootrennfahrer Bernd Mehnert kommt seinem Comeback näher

Bernd Mehnert, einziger erwachsener Motorbootrennfahrer des deutschen Ostens oberhalb von Berlin, fuhr seit fünf Jahren gesundheitlich und technisch bedingt kein Rennen mehr. Aber er gibt nicht auf – und er kommt dem ersehnten Comeback immer näher.

2017 ging zum Saisonabschluss beim Lauf um die Deutsche Meisterschaft der Formel R-1000 in Berlin-Grünau nach 500 Metern der Motor seines Fahrzeugs aus. Jetzt, erneut auf der Regattastrecke, auf der schon die Kanu- und Ruder-Wettbewerbe der Olympischen Spiele 1936 stattfanden, schaffte er immerhin bereits eine Runde, etwa 1800 Meter.

Allerdings war es mehr eine „Schleichfahrt“. „Ich tuckere nur noch rum“, schimpft der 58-Jährige vom Wassersportverein Hanseat Rostock. „Nach 50, 60 Metern gab einer der drei Zylinder keine Leistung mehr. So kommt man nicht auf die Drehzahl. Das ist, wie wenn von einer Drei-Mann-Brigade zwei ranklotzen und der dritte sitzt rum. Dann können die beiden auch nicht alles schaffen. Wir dokterten die ganze Zeit rum, glaubten die Ursache schließlich in einem lockeren Steckkabel gefunden zu haben. Vor dem Zeittraining sagte ich aus Spaß zu den anderen: Ihr könnt euch frisch machen und um die Startplätze zwei bis acht streiten, die Pole position ist vergeben. Und dann drücke ich auf den Knopf, es röhrt und sonst gar nichts.“

Auf dem Trockenen, versichert Mehnert, laufe der Kawasaki-Jetski-Motor seines Bootes immer, „aber da hat er ja auch nicht den Gegendruck vom Wasser“. Weil er und sein Schrauber Mario Bartusek mittlerweile alle anderen Ursachen ausgeschlossen zu haben glauben, käme jetzt eigentlich nur noch in Frage, dass mit dem Steuergerät (einem handygroßen, an der Rückenlehne des Fahrersitzes befestigten Modul) irgendetwas nicht stimmt. Das jedoch ist zugeschweißt, da ist also nicht so ohne Weiteres ranzukommen.

Mehnert & Co. sind aber jedenfalls wieder voller Zuversicht, die Technik-Macken bald in den Griff zu bekommen. Denn noch stehen zwei Saisonrennen aus, am 15./16. September auf der Talsperre Kriebstein sowie im tschechischen Jedovnice (29./30.).