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Para-Schwimmen Goldener EM-Hattrick

Von Bernd-Dieter Herold | 19.08.2018, 20:45 Uhr

Schwimmerin Denise Grahl gewinnt bei kontinentalen Meisterschaften in Dublin ihren dritten Titel

Denise Grahl vom Hanse Schwimmverein Rostock ist bei den European Para-Swimming Championship nicht aufzuhalten. Nach Gold über 50 Meter Schmetterling machte die aus Schwerin stammende 25-Jährige mit Erfolgen über 50 und 100 Meter Freistil das Triple perfekt. „Das sind hier in Dublin wahre Grahl-Festspiele. Auch Neele Labudda mit Lagen-Bronze und Katherina Rösler mit vielen Bestzeiten konnten voll überzeugen“, freute sich deren Coach André Wilde. Grahl selbst gab zu Protokoll: „Bereits Platz eins über Schmetterling habe ich genossen und mir vorgenommen, noch ein Ding draufzusetzen.“

Und das Vorhaben ging auf: Den seit 2014 bisher bei den Europa- und Weltmeisterschaften sowie den Paralympics erreichten neun Silber- und drei Bronzemedaillen fügte die überglückliche Altenpflegerin einen Dreier-Goldpack hinzu. Ihre überragende Verfassung unterstrich sie auf ihrer Spezialstrecke 50 Meter Freistil. 32,83 Sekunden – neben der Zeit war ER (European Record) angemerkt. Um neun Hundertstel hatte sie ihre erst im Mai aufgestellte Marke der Behindertenklasse S7 verbessert.

Beinahe hätte sich der Wilde-Schützling auch über die doppelte Distanz in die Rekordlisten eingeschrieben. „Die Reaktionszeit am Start war in Ordnung, das andere Drumherum auch“, beurteilte Denise ihre Zeit von 1:11,62. Mit einem Hausrekord von 1:12,50 in das Finale gehend, verpasste sie die noch aus 2005 bestehende europäische Bestmarke der Schleswig-Holsteinerin Kirsten Bruhn nur um eine Hundertstel.

Für einen Paukenschlag sorgte Neele Labudda, das „Küken“ im deutschen Aufgebot, im durch Elena Krawzow (Berlin/2:31,01 Minuten/deutscher Rekord) gewonnenen Rennen über 200 Meter Lagen der SM12. Nach 100 Metern auf Rang vier mit einem Rückstand von 1,59 Sekunden hinter der Weißrussin Anastasia Zudzilova auf Rang vier liegend, zog Neele auf der finalen Freistilstrecke an Anastasia noch vorbei. Mit einer Steigerung von 2:49,78 auf 2:43,79 Minuten erkämpfte die 15-Jährige Bronze.

Diesen Lohn hätte auch der aus Schwerin stammende Torben Schmidtke verdient gehabt. Der Brust-Silbermedaillengewinner verfehlte in der neuen Klasse S8 Rang drei über 100 Meter Freistil trotz einer Steigerung von 1:05,18 auf 1:03,92 um eine knappe halbe Sekunde.