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Wasserball, 2. Liga Havarie! Wasserballer müssen während des Spiels umziehen

Von Redaktion svz.de | 02.06.2015, 09:00 Uhr

Wasserspiegel und Chlorkonzentration sinken, Becken gesperrt – das 5:22 der HSG Warnemünde gegen Poseidon Hamburg wird zur Nebensache

Am Ende war das Ergebnis im Meisterrunden-Spiel der Wasserball-Herren der HSG Warnemünde (3./ 10:22) gegen den designierten Meister der 2. Liga Nord, SV Poseidon Hamburg (1./ 29:3), Nebensache. Keiner sprach über das 5:22 (0:7, 2:1, 2:8, 1:6), alle hingegen über das Kuriosum des Umzugs innerhalb der Schwimmhalle Neptun wegen einer plötzlichen Havarie. Mitte des zweiten Viertels – der haushohe Favorit war bereits auf 8:0 enteilt – passierte etwas in der Geschichte des Wasserballs noch nie Dagewesenes: Die Umwälzpumpe der 50-m-Halle fiel aus, sowohl der Wasserspiegel sank als auch die Chlorkonzentration, die Schwimmmeister sperrten vorübergehend das Becken. Was nun? Wasserball-Wart Wolfgang Richter, eigentlich nur als Zuschauer zugegen, nahm die Zügel in die Hand und organisierte den Umzug in die 25-m-Halle. Dass zeitgleiche öffentliche Schwimmen wurde ins benachbarte Sprungbecken verlegt. „So etwas habe auch ich als Bundesliga-Schiedsrichter noch nicht erlebt. Aber gut, dass Warnemünde diese Möglichkeit überhaupt hat, so dass wir das Spiel zu Ende bringen konnten“, sagte Referee Alexander Glathe. HSG-Kapitän Jörg Behlendorf fügte an: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen Hallenwechsel während einer offiziellen Liga-Partie so noch nie gab, weder im deutschen noch auch im weltweiten Wasserball.“

Von den Umständen offenbar überfordert, verloren die Gäste das zweite Viertel mit 1:2, bevor sie ab dem dritten Abschnitt wieder unwiderstehlich ihre Bahnen zogen. „Vielleicht fiel das Ergebnis fünf Tore zu hoch aus, aber insgesamt war das absolut verdient“, so HSG-Spieler Alexander Schulz.