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Fußball Ich habe auf mein Hansa-Herz gehört

Von bjar | 03.08.2018, 10:37 Uhr

FCH II: Was die Bedingung war, damit Axel Rietentiet zurückkehrt, und was der Trainer in der am Sonnabend beginnenden Oberliga-Saison erreichen will

Am Sonnabend um 14 Uhr startet der FC Hansa II beim FC Hertha 03 Zehlendorf in die neue Saison der Fußball-Oberliga Nordost/ Nord. An der Seitenlinie steht mit Axel Rietentiet, der das Amt von Felix Dojahn übernahm, ein alter Bekannter: Mehr als sieben Jahre war „Riete“ von Juli 2006 bis November 2013 Co-Trainer und Chefcoach bei der Reserve der Rostocker Profis. Arne Taron sprach mit dem Rückkehrer.

Wie kam es dazu, dass Sie wieder die „Zweite“ des FCH übernehmen?
Axel Rietentiet: Der Kontakt zu Stefan Karow, dem jetzigen Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums, war immer da, auch zu Uwe Ehlers, dem Co-Trainer der ersten Mannschaft. Ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, und habe dann letzten Endes auf mein „Hansa-Herz“ gehört. Ich bin als 13-Jähriger zu diesem Verein gekommen, und er hat mich nie losgelassen.

Sind Sie mit der Kaderzusammenstellung und den Ergebnissen in der Vorbereitung zufrieden?
Die Vorbereitung war durchwachsen, bei den Spielen gab es Licht und Schatten. So erwischten wir gegen den Greifswalder FC (0:4) einen mehr als schlechten Tag, konnten beim FC Schönberg (6:0) dagegen überzeugen. Auf Ergebnisse gebe ich in der Vorbereitung jedoch generell recht wenig. Die Trainingsarbeit war und ist mit dem recht kleinen Kader und leider auch einigen Verletzten nicht einfach. Ich denke aber, wir sind insgesamt auf einem guten Weg.

Wie wichtig ist Jörg Hahnel (zuvor Torwart und Co-Trainer beim RFC – d. Red.) im Team und welche Funktion soll er einnehmen?
„Jockel“ war schon beim Rostocker FC und auch vorher in Schönberg mein verlängerter Arm. Auf ihn ist immer 100-prozentig Verlass. Es war eine meiner Bedingungen, dass Jörg Hahnel mitkommt, wenn ich zu Hansa zurückkehre. Durch die angespannte Situation bei den Torhütern (Niklas Grünitz ist nicht mehr da, Eric Gründemann verletzt – d. Red.) wird Jörg bei uns „spielender Co-Trainer“ sein. Das war so nicht unbedingt geplant – aber mit seiner Erfahrung und Klasse kann er uns natürlich definitiv helfen.

Bis zuletzt gab es auch immer wieder Probetrainierer und Probespieler. Wird sich beim Kader noch etwas tun?
Wir müssen schon noch was machen. Meine Wunschstärke des Kaders ist 18 Feldspieler plus zwei Torhüter. Aktuell habe ich 16 Feldspieler und zwei Keeper.

Welche Ziele haben Sie für 2018/19?
Das oberste Ziel einer U 23 ist es natürlich, die Spieler auszubilden und den einen oder anderen „oben“ anzubieten. Den Spielern, die von den
A-Junioren kommen, wollen wir den Sprung in den Männerbereich erleichtern. Da ist die Oberliga keine so schlechte Möglichkeit, um reinzukommen. Sportlich gesehen wäre am Ende ein einstelliger Tabellenplatz eine starke Leistung. Bis zu fünf Teams könnten absteigen, das muss man von Beginn an im Auge haben.

Sie waren zuletzt mit Schönberg in der Regional- und mit dem RFC in der Verbandsliga: Hat sich die Oberliga Nordost/Nord verändert?
Ich glaube schon, dass sie qualitativ besser geworden ist. Früher kannte ich jeden Spieler in der Oberliga. Seit April beschäftige ich mich wieder intensiv mit dieser Liga und habe nun wieder einen guten Einblick. Mit Greifswald und Blau-Weiß Berlin sind starke Aufsteiger hinzugekommen. Ich denke, arrivierte Teams wie Lichtenberg oder Tennis Borussia werden den Ton angeben. Freuen tue ich mich auch auf die Landesderbys gegen Wismar, Greifswald, Malchow, Neustrelitz und Torgelow.

Wie wird die Kooperation mit den Profis vonstatten gehen?
Die Zusammenarbeit ist in jedem Fall gut angelaufen. Wir sind auf die Unterstützung von den Profis angewiesen. Über Uwe Ehlers und Cheftrainer Pavel Dotchev haben wir einen guten Draht zur ersten Mannschaft und werden von diesem auch profitieren. Andererseits können Profis, die verletzt waren oder weniger Einsatz bekommen, bei uns eben auch wichtige Spielpraxis erhalten.

Ein Wort zum Auftaktgegner Zehlendorf…
Ich hätte natürlich schon gerne mit einem Heimspiel begonnen. Zehlendorf ist in der vorigen Saison guter Vierter geworden. Das wird eine sehr schwere Aufgabe. Aber wir wollen gleich etwas Zählbares mitbringen.

Sie haben leider nicht alle Spieler zur Verfügung…
Nein. Längerfristig fehlen Martin Schauer (Pfeiffersches Drüsenfieber – d. Red.) und Jonas Hurtig (Schambeinentzündung). Hinter den Einsätzen von Ben Ehlers (Achillessehnenprobleme) und Johannes Thiemroth (Sprunggelenksverletzung) stehen Fragezeichen. Leicht angeschlagen ist Niklas Tille. Wer von „oben“ dazu kommt, werden wir nach dem Freitag-Spiel der Profis gegen Braunschweig sehen.