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Judo Im Golden Score hat mich Seija doch erwischt

Von bjar | 06.06.2018, 10:13 Uhr

Keine Medaille für Judoka Annika Würfel in Österreich, aber mit Rang fünf dritte Top-Platzierung bei ihrem dritten European Cup 2018

Peter Richter Für ihre Top-Platzierung Nummer drei im dritten Wettkampf im Junior European Cup 2018 nach Kaunas (5.) und La Coruña (1.) sorgte Judoka Annika Würfel (VfK Bau Rostock/ Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm) jetzt im österreichischen Leibnitz mit erneut Rang fünf.

„Das ist eine gute Ausgangssituation hinsichtlich der Nominierung für die Europameisterschaften vom 13. bis 16. September in Sofia“, schätzt ihr Heim-Coach Dirk Spörcke ein.

Die Kadetten-EM-Dritte und -Team-Europameisterin 2017, die erstmals von U21-Bundestrainer Lorenz Trautmann an der Matte betreut wurde, war als Weltranglisten-28. an Nummer vier gesetzt. Eine leichte Erstrunden-Aufgabe bescherte ihr das allerdings nicht. Gegen Gultaj Mammadaliyeva – die recht kleine, aber dafür sehr kräftige Dritte der Junioren-EM 2017 bis 48 kg – fand sie nicht so schnell in den Kampf, wie es nötig gewesen wäre, und verlor.

Da die Aserbaidschanerin aber den Pool für sich entschied, bekam Annika in der Trostrunde eine zweite Chance und ergriff sie. Bei über 30 Grad Celsius in einer nichtklimatisierten Halle besiegte sie selbstbewusst und entschlossen Anika Schicho (Österreich/innerhalb einer Minute mit der höchsten Wertung = Ippon), Sofia Asvesta (Zypern/in zwei Minuten) und Lena Grulich (UJKC Potsdam/Entscheidung nach 50 Sekunden) im „Schnellverfahren“. Als es dann um Alles (Bronze) oder Nichts (Platz fünf) ging, traf die Sievershägerin ausgerechnet wieder auf Seija Ballhaus.

Kurz zuvor hatte Annika, Gast-Starterin des Deutschen Meisters TSV Backnang, ihre Dauer-Konkurrentin im Vergleich der 1. Bundesliga Süd beim JSV Speyer (7:7) bezwungen, doch in Leibnitz hatte wieder Seija, die eigentlich für den TH Eilbeck startet, in einem Vergleich auf Messers Schneide die Nase vorn.

„Nach meiner Niederlage im ersten Kampf, bei dem ich nicht so recht zeigen konnte, was ich eigentlich drauf habe, kam ich trotzdem noch gut wieder zurück ins Turnier und nutzte meine Chance in der Trostrunde. Im Duell um den dritten Platz konnte ich gut mithalten und Akzente setzen, aber im Golden Score (Verlängerung – d. Red.) hat mich Seija dann doch erwischt, und ich musste dieses Mal ihr die Medaille überlassen. Trotzdem bin ich allgemein zufrieden mit dem Turnier“, so die 18-Jährige von der Ostsee.

Nachdem gestern das Trainingslager mit der U21-Nationalmannschaft in Leibnitz endete, geht es für Annika Würfel in anderthalb Wochen weiter. Dann debütiert sie beim Senior European Cup im slowenischen Celje bei den Erwachsenen.