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Rudern Malte Daberkow ist der Gewinner

Von bjar | 14.05.2018, 10:53 Uhr

Zweimal Platz eins gab es für den 24-Jährigen vom Olympischen RC bei der 100. Hügelregatta. Der Deutschland-Achter siegt ebenfalls absolut souverän

Nach der 100. Hügelregatta in Essen lässt sich feststellen, dass von den sechs MV-Ruderern, die sich um die Plätze in der Nationalmannschaft bewerben, Hannes Ocik und Stephan Krüger mit Sicherheit dabei sind. Drei weitere – Malte Daberkow, Frauke Hacker sowie Marie-Louise Dräger, die in Essen wegen Rückenbeschwerden nicht starten konnte – sind weiter im Rennen. Lediglich Julia Leiding gehört nicht mehr zum Kandidaten-Kreis.

„Abgesehen von Julia lief alles nach Plan, wobei ihre Leistung im Einer okay war, sie ist aber erst mal nicht in der Mannschaft berücksichtigt. Stephan ist im Doppelvierer gesetzt. Bei Malte und Frauke werden die Trainer jetzt erst mal noch ein, zwei Nächte drüber schlafen“, fasste MV-Olympiastützpunkt-Coach René Burmeister zusammen.

Dass der alte und neue Deutschland-Achter seine ersten beiden Saisonrennen für sich entscheiden würde, war allgemein vorausgesetzt worden. Gleichwohl präsentierte sich das Weltmeister-Schiff mit Schlagmann Hannes Ocik wieder einmal ganz souverän. „Ergebnis passt“, hakte der für die Schweriner RG von 1874/75 startende Rostocker die erledigte Pflichtaufgabe ab. Am Sonnabend lagen die Ocik & Co. auf den 2000 Metern in 5:31,20 Minuten fast dreieinhalb Sekunden vor dem deutschen U23-Achter mit Benjamin Leibelt vom Stralsunder RC. Am Sonntag fiel der Sieg in 6:05,09 vor Polen (6:11,31) sogar noch deutlicher aus. Die erheblich voneinander abweichenden Zeiten erklären sich mit den unterschiedlichen Windverhältnissen auf dem Baldeneysee.

Ein ganz klarer Gewinner des Wochenendes war Malte Daberkow vom Olympischen RC Rostock. Ganz stark der Sieg im Vierer ohne Steuermann mit Nico Merget (Frankfurter RG Germania 1869), Felix Drahotta (Bayer Leverkusen) und Peter Kluge (Celler RV). Zur Hälfte der Strecke lediglich Dritter, schob sich das Quartett immer weiter nach vorn und überholte noch die Polen sowie insbesondere das zweite deutsche Boot, das als Favorit gegolten hatte. Sonntag kam noch Platz eins im Zweier mit Merget hinzu. Wer wollte nicht verstehen, dass Daberkow überglücklich reagierte: „In einem super Vierer-Rennen bei super Bedingungen setzten wir uns mit viel Teamwork und starkem Willen im direkten Vergleich durch. Am Sonntag haben Nico und ich uns von dem immer mehr zunehmenden strammen Gegenwind nicht aus der Ruhe bringen lassen. Zweimal Gold, mehr geht nicht!“

Aber reicht es jetzt auch fürs Nationalteam?! „Ich habe alles rausgehauen, was geht, und bin super zufrieden. Jetzt liegt es nicht mehr in meiner Hand. Dienstag 7.30 Uhr wird die Entscheidung verkündet. Ich bin gespannt und hoffe, dass ich durch das perfekte Wochenende eine größere Chance habe, einen Platz im Vierer zu bekommen.“

Frauke Hacker (ORC) siegte am Sonnabend mit der Potsdamerin Anna Härtl im Zweier ohne. Hinzu kamen am Sonntag dritte Plätze mit dem Vierer ohne und Achter. „Das Zweier-Rennen war echt gut. Da haben wir im Vergleich zu den Deutschen Kleinboot-Meisterschaften (Platz fünf – d. Red.) einen guten Schritt nach vorn gemacht. Der Frauen-Riemenbereich wird den ersten Saison-Weltcup vom 1. bis 3. Juni in Belgrad weglassen und statt dessen in Ratzeburg sein. Was wir letztlich für Boote fahren und ob ich da drin sitze, ist noch nicht festgelegt“, so Frauke.

Bei den Skullern demonstrierten Stephan Krüger (Frankfurt/ORC Rostock) und Hans Gruhne (RC Potsdam) im Doppelzweier mit den Rängen eins und zwei, dass an ihnen kein Weg vorbeiführt.

Julia Leiding (Rostocker RC von 1885) war am Sonnabend im Einer in 7:50,69 min hinter der österreichischen WM-Dritten Magdalena Löbnig (7:33,30) und Annekatrin Thiele vom SC DHfK Leipzig, Olympiasiegerin 2016 im Doppelvierer (7:37,40), Dritte. Der Doppelzweier Leiding/Frieda Hämmerling (RG Germania Kiel von 1882) schnitt tags darauf allerdings nur als viertbestes deutsches Boot ab (insgesamt Platz fünf).