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Wasserspringen Monika Dietrich wird am Sonnabend 65

Von bjar | 17.11.2018, 10:15 Uhr

Aber von ihrem geliebten Sport kommt sie auch im Ruhestand nicht gänzlich los

„Auch international eine sehr anerkannte Trainerin und Sprungrichterin der FINA (Schwimm-Weltverband – d. Red.), Zuverlässigkeit in Person, ausgestattet mit ständig neuen Ideen, äußerst kreativ und leistungsorientiert“, stellt Andreas Kriehn, Vorsitzender des Wasserspringerclubs Rostock, Monika Dietrich ein Zeugnis erster Klasse aus: Am Sonnabend begeht „Moni“, wie sie in den Kreisen der Salti- und Schrauben-Künstler nur genannt wird, ihren 65. Geburtstag – herzlichen Glückwunsch!

„Den Tag werde ich im Kreise der Familie und mit vielen Wegbegleitern meiner Sportart begehen. Offiziell wird dann zum Monatsende Schluss sein. Mein ,Jo‘(Ehemann Joachim – d. Red.) muss nun endlich zu seinem Recht kommen. Über Jahrzehnte hat er in meinem Interesse stets zurückgesteckt“, sagt die gebürtige Sassnitzerin. Ein gänzlicher Abschied wird es aber doch nicht sein, denn einmal Wasserspringen mit seiner Ästhetik, Schnellkraft, Athletik und der faszinierenden Perfektion ist immer Wasserspringen: „Für Vertretungen stehe ich natürlich bereit. Zudem werden die Springershow und der Springertag mehr denn je mein Zuhause sein.“

Monika Dietrich, akkurat, wie sie ist, hat für die Nachfolge alles vorbereitet. Der WSC ist wieder wer, besitzt als bis 2020 bestätigter Bundesstützpunkt des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) mit zehn Kadersportlern viel Potenzial, zudem ein gut funktionierendes Trainerteam. „Die gute Ausgangsposition zu erhalten wird beileibe kein Selbstläufer, erfordert jeden Tag harte Arbeit“, meint sie. Ihre Stelle hat der DSV zum 1. Dezember ausgeschrieben.

Begonnen hatte alles in Rostock als „Lütte“ in der Turnriege des ehemaligen SC Empor. Im Alter von zehn Jahren wechselte Monika Dietrich, die im vergangenen Jahrzehnt auch als Fachkommentatorin bei Eurosport mit viel Hintergrundwissen Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften begleitete, zum Wasserspringen, ehe eine Knieverletzung früh die aktive Laufbahn beendete.

„Aber da hatte ich schon einen Narren an der Sportart gefressen, wollte unbedingt Trainerin werden. Nach dem Sport- und Deutsch-Studium in Magdeburg heuerte ich unter Max Kinast auch beim SC Empor an“, gibt sie Auskunft.

Über 30 Kadersportler entwickelte die 2012 bei den Spielen in London als Wertungsrichterin eingesetzte „Moni“. Von denen sind Dörte Lindner, 2000 Olympia-Bronze, der dort ebenfalls im Finale vom Drei-Meter-Brett stehende Stefan Ahrens (9.), die von Edgar Koppe übernommene Annika Walter (Silber 1996) und Frank Sander die Bekanntesten.

Wenn Monika Dietrich ab Dezember nicht mehr von morgens bis abends am Beckenrand der Neptun-Halle steht, wird es mehr Zeit für Hobbys geben: „Jo und mich wird die Reiselust packen. Zudem bin ich leidenschaftliche Philatelistin, erwerbe aber nur Briefmarken mit Wasserspringer-Motiven.“