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Rudern Optimalziel ist eine Medaille

Von bjar | 01.08.2018, 16:00 Uhr

Julia Leiding hofft bei den EM auf einen versöhnlichen Saisonabschluss. Gleich danach geht es weiter nach China zu den Studenten-WM

Die Europameisterschaften im Rudern von Donnerstag bis Sonntag im Strathclyde Country Park zu Glasgow sind aus MV-Sicht eine Art „hybrider“ Wettkampf. Soll heißen, die hiesigen Top-Kader gehen mit ganz unterschiedlichen Intentionen an den Start – oder nehmen gar nicht erst teil.

Für die die Schweriner RG von 1874/75 vertretende Rostockerin Marie-Louise Dräger im Leichtgewichts-Einer sind die EM eher nur Zwischenstation auf dem Weg zu ihrer zehnten Weltmeisterschafts-Teilnahme.

Für den Deutschland-Achter auch, gleichwohl das Flaggschiff mit Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin/Rostock) selbstredend seinen Titel von Ende Mai 2017 in Racice verteidigen will. Da die starken Übersee-Nationen fehlen, läuft es wohl auf ein Duell vor allem mit den gastgebenden Briten hinaus.

Der ebenfalls für die WM vom 9. bis 16. September im bulgarischen Plovdiv nominierte Doppelvierer mit Stephan Krüger (Frankfurter RG Germania 1869/Olympischer RC) lässt – wie frühzeitig bekundet – die EM aus.

Der weibliche Vierer ohne hingegen mit Frauke Hacker (ORC) muss sich in Schottland dem ganz großen „Konzert“ als würdig erweisen: „Die EM ist unsere Chance zu beweisen, dass es sich lohnt, uns WM fahren zu lassen. Dafür dürfen wir auf keinen Fall so enden wie in Luzern (Dritter im B-Finale – d. Red.). Ich denke mal, mit einer Finalteilnahme könnten wir uns da schon empfehlen, aber es gibt keine genaue Vorgabe“, so die 23-Jährige.

Vierte im Bunde der Rostocker EM-Starter/innen ist Julia Leiding vom RRC im Doppelvierer. Für sie endet in Glasgow, nachdem sie nicht mal als Ersatzfrau mit nach Plovdiv darf, eine unglückliche Saison – jedenfalls, was den Zuständigkeitsbereich des Deutschen Ruderverbandes betrifft.

Nachdem Julia gleich zu Beginn zum ungünstigsten Zeitpunkt krankheitsbedingt ausfiel, „war der Wurm drin. Einige aus dem Team sind zwar der Meinung gewesen, wenn ich die ganze Saison als Ersatz fungiere (bei den Weltcups in Linz und Luzern – d. Red.), sollte ich auch bei den WM diejenige sein. Ich habe das aber eher nicht so gesehen. Wir (sie und Julia Lier/Halle, Constanze Duell/ München sowie Frauke Hundeling/Hannover – d. Red.) haben jetzt jedenfalls zwei Wochen lang in Dortmund zusammen trainiert und Bock auf noch ein paar gute Rennen. EM-Minimalziel bei insgesamt elf Teams ist es, ins Finale zu fahren. Optimalziel ist eine Medaille.“

Anschließend geht es für das Aushängeschild des Rostocker Ruder-Clubs von 1885 aber gleich weiter: Bei den Studenten-WM in Shanghai will Julia Leiding möglichst ihren Titel im Einer von Poznan 2016 verteidigen. Hier hat der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband organisatorisch den Hut auf, sowohl Boot als auch Skulls werden von den Gastgebern gestellt. Nachdem die 24-Jährige am Sonntag noch mal kurz zu Hause „aufschlägt“, geht schon Dienstag voraussichtlich von Hamburg aus der Flieger nach China.

Doch damit nicht genug: Nach wie vor aktuell sind Julias Ambitionen, am 9. September als Triathletin beim 70.3 Rügen über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 km Radfahren und den Halbmarathon, einen 21,1-km-Lauf, an den Start zu gehen: „Am Willen liegt es nicht, wenn, dann könnte es an zeitlichen und organisatorischen Problemen scheitern.“

Die erste Disziplin wäre für die ehemalige Leistungs-Schwimmerin kein Problem. Radfahren, was sie praktisch täglich praktiziert, auch nicht. Nur im Laufen war zuletzt kein ausreichendes Training möglich. Und dann muss ja noch alles zusammen bewältigt werden…